French Touch

Französische Filmwoche Berlin: zum 17. Mal gibt das Festival einen Überblick über das französische Kino, von der Komödie zum Drama und wieder zurück.

Djam ist eine junge Griechin, die von ihrem Stiefvater nach Istanbul geschickt wird, wo sie ein Ersatzteil für sein schadhaftes Boot besorgen soll, dann aber Avril kennenlernt, eine junge Französin, die Flüchtlingen übers Mittelmeer helfen will, was aber nicht so klappt, wie sie es sich denkt („Djam“); der junge Armand muss sich hingegen komplett verschleiern, um weiterhin seine Freundin Leila treffen zu können, die einen fundamentalistischen Moslem zum Bruder hat, was allerhand muntere Verwicklungen zur Folge hat, die der Prophet in dieser Weise gewiss nicht voraussehen konnte („Voll verschleiert“).

Aurora ist eine Frau in den Wechseljahren, die erst ihren Job verliert und dann erfährt, dass sie Großmutter wird, als sie plötzlich ihre Jugendliebe wiedersieht  („Madame Aurora und der Duft von Frühling“); Juliette Binoche sucht in „Meine schöne innere Sonne“ die große, bedeutungsvolle Liebe, was sich in der Komödie von Claire Denis als einigermaßen problematisch darstellt, weil alle Männer, die infrage kommen, eine ausgeprägte Macke haben.

Größere Probleme hat allerdings der nach einem Unfall gelähmte Benjamin, der in dem autobiografischen Film „Lieber Leben“ die Geschichte des real existierenden und in Frankreich ziemlich berühmten Slam-Poeten Grand Corps Malade durchlebt; und die junge Adelige Jeanne muss erfahren, dass das Frauenleben im 19. Jahrhundert, wie Guy de Maupassant es in seinem Romandebüt „Ein Leben“ aufgeschrieben hat, auch nicht immer Rotwein bei Kerzenschein war.

Das sind nur sechs der 13 Premieren, die dieses Jahr im Rahmen der Französischen Filmwoche Berlin gezeigt werden. Dabei werden an acht Tagen in sieben Kinos exakt 35 Filme vorgestellt, die in drei unterschiedlichen Reihen einen Überblick über das aktuelle französische und frankophone Kino geben. Kuratiert und organisiert wird die Französische Filmwoche unter der Leitung von Emilie Boucheteil, Attachée für Film und Medien im Dienst der französischen Botschaft, die den Schwerpunkt der Filme folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Das Festival ehrt Frauen hinter der Kamera, die ihre Geschichten in Bilder umsetzen“.

 

Französische Filmwoche Berlin

29. November bis 6. Dezember

franzoesische-filmwoche.de

27.11.2017 | Kategorien Berlin, Magazin | Tags , , ,