Google Pixel 2 Sci-Fi Super Mall

Ein Spielplatz der Möglichkeiten – Zum Release des Pixel 2 konnten die AI Features des Handys auf die Probe gestellt werden.

Fotos: @Offenblende

Keine Mall wie in „Dawn of the Zombies“ oder „Scenes from a Mall“: was in Berlin-Neukölln einem amerikanischen Einkaufszentrum nachempfunden ist, stellt keine Filmkulisse dar, sondern ist eigens aufgebaut worden, um ein neuartiges Smartphone vorzustellen: Das Pixel 2 von Google. Ein noch smarteres Smartphone, denn eingebaut wurde sogenannte KI, Künstliche Intelligenz.

Die kommt bei Google schon seit einiger Zeit zum Einsatz, zum Beispiel bei der Bildersuche im Internet, was es genau damit auf sich hat, bleibt für den Nutzer aber schwer zu begreifen. Bisher kannte man künstliche Intelligenz meist nur in der Form der Chat-Bots, die auf eingetippte Fragen mehr oder weniger passende Antworten ausgaben. Schien eine der Antworten auf geradezu verblüffende Weise zu einer vom User gestellten Frage zu passen, dann ging die Vermutung in Richtung Künstlicher Intelligenz. Mit dem Google Assistent soll dieses Prinzip besser als alles bisher dagewesene sein. Googles Pixel 2 mit eingebautem Assistent weiß auf auf viele Fragen eine entsprechende Antwort. Das Codewort „Ok Google“ oder ein beherzter Griff um den Rand des Smartphones reicht aus, um das Feature über die Drucksensoren zu aktivieren. Das schöne alte Eingabefeld, das wie eine Türmatte vor der Mannigfaltigkeit des Internets liegt, gibt es aber auch. Noch.

Foto: @Offenblende

Nicht nur auf dem Pixel 2 verfügbar ist die zukunftsträchtige Google Translate Funktion namens Word Lense. Statt mühsam einzelne Textsegmente zu kopieren, um diese zu übersetzen, reicht es, das Smartphone wie einst eine Lupe über den Text zu zu halten. Auf dem Bildschirm wird dann die Schrift, sei es kyrillisch, georgisch oder französisch so transformiert, dass die Buchstaben in den vertrauten Schriftzeichen und natürlich auch in der vertrauten und lesbaren Sprache des jeweiligen Nutzers erscheinen.

Foto: @Offenblende

Bereits jetzt gibt es bei der Suchmaschine im Netz die Funktion ausgehend von einem gespeicherten Foto ähnlich aussehende Bilder im Netz zu suchen. Die Google Lens-Funktion des Pixel 2 erweitert diese Suchfunktion und ermöglicht es mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ein beliebig geschossenes Bild nach weiteren Informationen scannen zu lasen. Fotografiert man einen Bücherstapel, wird der Titel als Ergebnis bei Google Books vorgeschlagen werden, wenn dieser erkannt wird.

Bei weniger bekannten Motiven wie dem Etikett einer Wasserflasche, wird dem User zur Erläuterung des Gezeigten auch schon einmal „Bier“ vorgeschlagen – doch sind das Kinderkrankheiten, und auch eine Künstliche Intelligenz lernt permanent dazu. Das Prinzip der Bildinformationsverarbeitung lässt sich auch bei Sehenswürdigkeiten auf dem Stadtrundgang anwenden. Bisher ist allerdings nur bei bekannten und viel frequentierten Orten eine entsprechende Trefferwahrscheinlichkeit gegeben. Doch gilt auch hier Methode Google: Je mehr User das System mit Anfragen füttern, desto besser kann Künstliche Intelligenz verstehen und lernen.

Was nebenbei auch noch erledigt wird: das Google Pixel 2 erkennt auch Musik, die im Hintergrund läuft. Die KI kann Strukturen einiger zehntausend Songs erkennen, die als „Fingerprint-Dateien“ auf dem Handy hinterlegt sind und zeigt dann deren Titel an – wie Shazam also, nur mit dem Unterschied, dass der Dr. Music von Google komplett im Offline-Modus funktioniert, da die Daten direkt auf dem Handy verarbeitet werden können – Wifi nicht nötig.

Foto: © Google

Ein weiterer Teil der künstlichen Mall, der in Berlin für Aufsehen sorgte, war das fiktive Label Pixel Records, das in Zusammenarbeit mit Boiler Room vorgestellt wurde. Vor Ort konnte ein kurzes Vocal-Sample eingesprochen werden, welches dann mithilfe der KI zu einem Track orchestriert wurde, der dann irgendwie immerzu nach Post-Internet-Trap klang – aber Künstlicher Musikgeschmack ist halt so, und selbst über künstliche Geschmäcker läßt sich schlecht streiten.

Foto: @Offenblende

Gänzlich eintauchen in virtuelle Welten ließ sich beim Screening eines VR-Filmes, der bereits im März bei einer Boiler Room-Session aufgenommen wurde. Dabei haben vier 360°-Kameras im Raum verteilt das Geschehen auf dem Dancefloor, Backstage und sogar im Darkroom aufgenommen. Mithilfe der Google Daydream” VR-Brille konnte der Clip direkt auf dem Google Pixel 2 angeschaut werden. Damit sollten die Möglichkeiten ausgelotet werden, die dieser virtuelle Ausflug bietet, ein tatsächliches Club-Erlebnis kann es natürlich nicht ersetzen. Es könnte allerdings ein Fingerzeig sein, dass diese Art von virtuellem Erlebnis später weiter ausgebaut wird. Schließlich ist „Techno in Berlin“, so der Titel des VR-Projekts ein gängiges Schlagwort auch weit über die europäischen Grenzen hinaus. Vielleicht ist es bald möglich ohne ewig langes Schlangestehen und übermäßigem reiben an verschwitzten Oberkörpern an einer Clubnacht teilzunehmen – eine zumindest aparte Vorstellung.

Fotos: Maxime Ballesteros und @Offenblende

22.11.2017 | Kategorien Berlin, dailywow