A$AP Ferg x Agolde

Der Rapper kooperiert zum zweiten Mal mit dem Denim-Label AGOLDE und sprach mit uns für die September-Ausgabe von Inter/view.

Inspiriert von seinem Heimatort Harlem hat der Hip-Hop-Künstler A$AP Ferg seine zweite Kollektion für die Jeans-Marke AGOLDE aus Los Angeles designt. Nachdem der 28-Jährige 2015 zum ersten Mal mit dem Label zusammenarbeitete, ist jetzt eine zwölfteilige Unisex-Capsule-Kollektion entstanden, die Eighties-Vibes versprüht. Fotografiert wurde sie in Harlem, an Freunden und Familie des Rappers. Die Kollektion ist ab September in Deutschland erhältlich.

 

Aus unserer September-Ausgabe: Das Interview mit ASAP Ferg



FRAUKE FENTLOH: Bei Ihnen sehen die Achtziger ja fast schöner aus, als sie tatsächlich waren.

ASAP FERG: Ich dachte an „Stranger Things“, als ich an der Kollektion arbeitete, und die alten Filme, die ich als Kind geliebt habe. Da tragen sie Jeans mit steifen Beinen und Hi-Top-Sneaker. Außerdem ist die Kleidung inspiriert von Harlem in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern. Davon, wie sich mein Vater und seine Freunde damals anzogen. Die Schaffelljacken von meinem Onkel, die Camel-Jacken, die grünen Militärmäntel.

F F : Der Stil der Familie?

ASAP Ferg für AGOLDE

A F : Ja, definitiv. Mein Vater war immer ein sehr stilbewusster Mann, der 800-Dollar-Versace-Hemden und Gucci-Hosen kaufte. Er entwarf damals das Bad-Boy-Logo für Puff Daddy. Als Baby trug ich maßgeschneiderte Jacken von Dapper Dan.

F F : Der in seiner Harlemer Boutique mit den Logos von Gucci und Louis Vuitton übersätes Seidenzeug verkaufte.

AF: In Harlem geht es immer um Statussymbole. Man versucht den Eindruck zu vermitteln, dass man etwas Besseres ist als die anderen. Dapper Dan lebte noch lange in den Projects. Er hatte ein schickes Auto vor der Tür stehen und trug Nerze, wohnte aber im Getto.

F F : Asap Rocky hat einmal erzählt, dass er Sneaker von Rick Owens klaute, weil er sie sich nicht leisten konnte.

ASAP Ferg für AGOLDE

A F : Wer aus Harlem kommt und pleite ist, kratzt trotzdem das Geld zusammen, um ein Paar Sneaker zu kaufen und sich schön anzuziehen. Oder stiehlt die Klamotten. Man darf nie den Eindruck erwecken, als sei man pleite, tjaja.

F F : Anders als unter HipHoppern üblich, tragen die Mitglieder Ihrer Crew Asap Mob gerne mal knielange Shirts von Ann Demeulemeester oder etwas von Martin Margiela. Waren Sie Außenseiter mit Ihrem belgischen Look?

A F : Wir passten überhaupt nicht zu den Rappern in Harlem. Sie machten sich über uns lustig und verprügelten uns, weil wir so stilbewusst und gescheit waren. Wir trugen Klamotten, die andere in der Nachbarschaft nie getragen hätten. Rocky und ich haben uns sofort verstanden, weil wir uns für Musik, Kunst und Mode interessierten. Das war unsere Verbindung. Wir haben uns auf der Straße kennengelernt, zu Highschool-Zeiten.

F F : Wieso wurden Sie dann Rapper? Sie haben doch Design studiert!

ASAP Ferg für AGOLDE

A F : Für mich ergab sich gar nicht die Frage, ob HipHop oder Modedesign. Mir war klar, dass ich es schneller zum erfolgreichen Rapper bringen würde als zu einem berühmten Designer. Als die Gelegenheit kam, schlug ich zu. Ich begann als Rapper, weil man dann eine größere Plattform hat, um Schritt für Schritt ins Modegeschäft einzusteigen.

F F : Sie haben das von Beginn an geplant?

A F : Ja, es war ein strategischer Karriereschritt.

F F : Werden Sie das Mikrofon an den Nagel hängen?

ASAP Ferg für AGOLDE

A F : Auf keinen Fall. Ich veröffentliche ja bald mein neues Album. Ich möchte beweisen, dass ich die besten Songs schreiben kann. Ich schreibe nämlich die besten Songs. Ich habe einen mit Cam’ron auf dem Album und einen Remix von Busta Rhymes, ich habe Asap Rocky, Rick Ross und French Montana.

F F : Stimmt es, dass es gerade eine neue „Harlem Renaissance“ gibt?

A F : Ich denke, dass Harlem sich tatsächlich zum Besseren gewandelt hat. Ich wünsche mir, dass mehr Schwarze davon profitieren könnten. Dass sie mehr Eigentumswohnungen kaufen könnten, dass die Kultur des Viertels nicht verloren geht. Menschen kommen vom anderen Ende der Welt zu uns, weil sie die Musik und unsere Mode lieben. Gestern erst habe ich ein paar Norweger kennengelernt, die Urlaub in Harlem machen.

 

Interview: Frauke Fentloh

Fotos: ASAP Ferg für AGOLDE

24.08.2017 | Kategorien Fashion, Interviews, Musik, News | Tags , , , , ,

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