BERLIN FASHION WEEK
Das war der erste Tag

Gestern fiel der Startschuss zur Berlin Fashion Week. INTERVIEW fasst die Highlights des ersten Tages für Sie zusammen. Mit dabei: Hien Le, Malaikaraiss und Steinrohner.

Moodboard Hien Le

Hien Le: #stripesonstripes

Hien Le eröffnete die Modewoche am Dienstag mit einer Show im Garten des Kronprinzenpalais. Für seine neuen Kollektion ließ er sich von unterschiedlichsten Formspielen bildhauerischer Schaffensprozesse inspirieren: Überlagerungen, Aussparungen und transparente Einsätze interpretieren die einzelnen Schritte der skulpturalen Formwerdung um. Die Farbpalette changiert zwischen sommerlichen Mauve, Beige und leichten Weißtönen.

Wir durften vorab, siehe oben, einen Blick auf das Moodboard zur Kollektion von Hien Le werfen. Und so sah das Ganze in den gestrigen Präsentation aus:

Plus: Diese Playlist (mixed by @iamkimkong) lief während der Show.

Muschel-Looks bei Malaikaraiss

Auch Malaika Raiss zeigte ihre neuen Designs im Kronprinzenpalais. Karibische Strände und die luxuriöse Musik-Bohème auf Mustique, Aruba oder St. Barth boten das reiche Inspirationsquell für ihre aktuelle Kollektion Beaches.

In den Looks vereinen sich rebellische mit filigranen Elementen, poröse Texturen und abstrahierende Muschel-Formen. Farblich bleibt Malaikaraiss sich treu: offwhite und zarte Rosé-Töne bilden den Grundton, als Highlight sticht dieses Mal ein Poppy-Red hervor ! Uns hat die Designerin ein paar Zahlen zur Entstehung ihrer Kollektion verraten:

Wie viele Pflaster haben Sie während der Vorbereitung benötigt?

3

Wie viele Knöpfe wurden angenäht?

126

Ihre wievielte Show in Berlin?

Die 12. 

Wie viel Kaffee wurden in der Vorbereitung täglich getrunken?

   4 Liter

Wie viele Outfits zeigen Sie?

25

Blühende Kakteen bei Steinrohner

Das junge Berliner Label Steinrohner bediente sich für seine Sommerkollektion 2017 in einem hundert Jahre alten Bildband. Der Name des Buchs: Blühende Kakteen. Inna Stein und Caroline Rohner druckten die bunten Kakteen-Lithographien, die der Verlag Julius Neumann zwischen 1900 und 1921 anfertigte, auf Seide, Organza und Neopren. Und schneiderten daraus flatternde Kleider und Blusen, Shorts und Bustier-Tops.

Ganz nebenbei stellen Steinrohner das Outfit zum modernen Polo-Ausflug: Mit übergroßen Schirmmützen, die deutlich an Reiterkappen erinnern, ausladenden (und transparenten) Ascot-Hüten, Regenmänteln und Capes, Dreieckshalstüchern und Tweed (mit offenen Säumen) recyceln sie eigentlich eher konservativ angehauchte Kleidungsstücke. Für den nötigen Kontrast sorgen Mesh und transparenten Bomberjacken.

© Michael Wittig