BRØGGER

Das dänische Duo Linn Norström Weile und Julie Brøgger steht mit seinem in London und Berlin ansässigen Label Brøgger für Statement-Mäntel, die sich sehen lassen können.

Die Label-Gründerinnen Linn Norström Weile und Julie Brøgger

Was ist Brøgger und warum habt ihr die Marke gegründet?

Julie Brøgger: Nachdem ich fast zehn Jahre lang für einige der berühmtesten Designer Londons gearbeitet hatte (unter Anderem bei Preen by Thornton Bregazzi), war es für mich im Jahr 2016 an der Zeit, mein eigenes Label zu gründen. Für uns war es wichtig, uns mit unserer Marke zu unseren dänischen Wurzeln zu bekennen, daher ist sie nach meinem Familienname benannt.

Linn Norström Weile: Man könnte unsere Partnerschaft „perfektes Timing“ nennen. Ich war mir Julie’s Talent immer bewusst und habe ihr klargemacht, dass ich unbedingt involviert sein wollte, wenn sie jemals ihre eigene Marke hochziehen würde. Nach meiner Arbeit bei Net-A-Porter und Vestiaire Collective bin ich heute für Branding und Marketing bei Brøgger zuständig. 

Wie würdet ihr eure Ästhetik beschreiben?

Brøgger steht für verspielte und elegante, aber zeitlose und funktionelle Damenmode. Prints und kräftige Farben sind Schlüsselmerkmale unserer Markenidentität. Unsere Stücke geben den Ton für jedes Outfit an sind dafür gemacht, Frauen hervorzuheben. Sie spielen mit femininen und maskulinen Elementen und variieren von klaren Schnitten bis hin zu weichen, übergroßen Silhouetten. Dabei steht das Handwerk im Mittelpunkt unserer Arbeit. 

Wie steht ihr zum Thema Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist ein heißes und relevantes Thema. Für uns ist es ein fortlaufender Prozess, unsere Marke nachhaltiger zu gestalten. Dabei geht es uns vor allem darum, die Arbeitsprozesse in unmittelbarer Nähe zu behalten und Kleidung zu entwerfen, die Frauen über Jahre hinweg tragen, kombinieren und schätzen können. Im Rahmen unserer Partnerschaft mit Kopenhagen Fur verwenden wir außerde Inuit-Robbenpelz aus grönländischer Herkunft, ein 100% nachhaltiges Bioprodukt aus Nahrungsmitteln. Die Jagd auf Inuit-Robbenfelle in Grönland wird von Greenpeace und WWF unterstützt, was das Fell zu einem einzigartigen Produkt macht.

Wie geht euer Designprozess vonstatten?

Julie: Ein Großteil des Designprozesses dreht sich um meine persönliche Nostalgie. Die Drucke für die kommende SS19-Kollektion wurde aus Erinnerung an ein Blumenkleid meiner Mutter entworfen. Als ich das letzte Mal zu Hause war, fand ich tatsächlich ein Bild von dem Kleid. Es sah völlig anders aus als jenes, an das ich mich erinnerte, aber die Drucke beinhalten trotzdem den Bezug zur Nostalgie und die Essenz meiner Inspiration. Die Transformation der Mode ist einer der Gründe, warum ich meine Arbeit liebe. Wenige andere kulturelle Phänomene können Nostalgie, Erinnerung und sogar das Hässliche so gut in Zeitgeist und Faszination verwandeln.

Womit beschäftigt  sich eure aktuelle PS-19 Kollektion?

Inspiriert wurde Julie für diese Kollektion von der Couture der 1980er Jahre, insbesondere vom dänischen Modeschöpfer Erik Mortensen, sowie von der Arbeitskleidung ihrer Mutter in den 80-er/90-er Jahren. Die Kollektion greift die Signature-Teile der vergangenen Jahre auf und baut auf einigen weiter auf, indem sie verschiedene Schnitte miteinander vereint. Die Farbpalette und die Prints würde man traditionell als feminin bezeichnen – darunter Sorbet-Töne, Sunshine-Gelb, Pastell-Blau und florale Details.

Was waren die Highlights eurer gemeinsamen Karriere und wo seht ihr eure Zukunft?

Für uns ist es nach wie vor eine große persönliche Errungenschaft, dass unsere Partnerschaft so gut funktioniert. Momentan freuen wir uns auf unsere erste Show auf der Copenhagen Fashion Week im August. Es war auch ein großer Moment für uns, als die dänische Politikerin Margrethe Vestager auf dem Cover einer Zeitschrift den Brøgger-Mantel Augusta trug. Sie ist eine starke und respektable Frau, dafür wollen wir stehen.

Erfahren Sie mehr über Brøgger unter folgendem Link.

10.07.2018 | Kategorien Fashion, Q&A | Tags , , , ,