Drei junge Mode-Talente aus Asien

An diese Namen sollten wir uns gewöhnen: Diese jungen Modemacher aus Japan, Malaysia und China zeigen, wo es langgeht.

In den Achtzigern waren es die japanischen Modemacher Rei Kawakubo, Issey Miyake und Yohji Yamamoto, die mit ihrer reduzierten, körperfernen, meist in schwarz gehaltenen Avantgarde-Mode eine Auseinandersetzung zwischen Identität und Politik schufen – und damit die Pariser Mode nachhaltig aufmischten. Sie haben mit ihrem neuen Ansatz gezeigt, dass sowohl kreative als auch kommerzielle Unternehmen in der heutigen internationalen Modeindustrie möglich sind, und sich geweigert, ihre Ideale zu kompromittieren. Später war es eine neue Generation amerikanischer Asiaten, wie Philipp Lim, Derek Lam, Jason Wu und Alexander Wang, die die New Yorker Laufstege prägten. Heute beeinflussen neue asiatische Talente die weltweite Modeszene – darunter Moto Guo aus Malaysia, Christian Dada aus Japan und Sean Suen aus China. Jeder in seinem ganz persönlichen Stil.

 

CHRISTIAN DADA

„Lebendig, energetisch, fragil.“

Masanori Morikawa

Masanori Morikawa gründete sein rebellisches Label Christian Dada, eine Referenz an das französische Modehaus Christian Dior und die Anarchie des Dadaismus, im Jahr 2010. Der Japaner wuchs auf einer kleinen Insel auf, wo Kunsthandwerk und Keramik die japanische Ästhetik widerspiegelten. Obendrein hatten das Modelabel Undercover und die sogenannte kulturelle Urahara-Bewegung in Tokyo einen großen Einfluss auf ihn. Sein Modelabel sticht vor allem durch direkte Kunstreferenzen und seine aus traditionell japanischen Stoffen gefertigten Entwürfe heraus. Für seine letzte Herbst/Winter Kollektion ließ er sich von David Lynch’s Zitat „A spiral is a circle that goes up or down. For me this spiral is a circle going up representing evolution.” inspirieren und entwickelte seine eigene Interpretation von Evolution, angelehnt an die „Spirale“. Seine Kollaboration mit Kappa sieht er als Symbol menschlicher Revolution – wie Adam und Eva.

MOTO GUO 

„Malerisch, lebhaft, unvollkommen.“

Moto Guo

Aufgewachsen mit Kontrabass und Geige in Malaysia war es die Musikschule, die Moto Guo’s Intuition und Präzision prägte. 2015 gründete Guo sein gleichnamiges Label mit seinem Lebenspartner Kinder, den er 2011 während seines Studiums am Raffle College of Higher Education in Kuala Lumpur kennenlernte. Inspiriert von Lebenserfahrungen, sind seine Designs von einer Menge Vorstellungskraft, Sarkasmus und Selbstironie geprägt. Was das Label auszeichnet? „Seine Authentizität und sein Sinn für Humor„, sagt Moto Guo. Für seine aktuelle Herbst/Winter Kollektion 2018/19 ließ er sich von Begräbnis und dem Ballett „The Rite of Spring“ von Igor Stravinsky inspirieren.

SEAN SUEN 

„Strukturiert, zeitgenössisch, neuartig.“

Sean Suen

Ursprünglich aus China stammend, hat Sean Suen seinen Weg in verschiedenen chinesische Metropolen bestritten und dort Malerei und Grafikdesign studiert. Mittlerweile ist er, seitdem er 2012 sein Label gründete, zu einem aufstrebender Modedesigner für minimalistische Männermode geworden, der heute in Paris arbeitet. Inspiriert durch Film, Kunst und Architektur, sowie Emotionen und das tägliche Leben, beginnt jede seiner Kollektionen mit einer kleinen Geschichte. Seine Herbst Winter Kollektion 2018/19 widmete sich Puyi, China’s letztem Kaiser. Sie erzählt seine Lebensgeschichte aus einer neuen Perspektive und nutzt Kleidung dafür als Medium. Was die Stoffwahl anbelangt, hat Sean Suen ein Fabel für Tiefe: für seine nächste Kollektion verwendet er sogar Stoffe, die dreidimensional aussehen. 

Die Bildergalerien zeigen die aktuellen Herbst Winter 2018/19 Kollektionen.

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