Französischer
wird's nicht

Sie war Lagerfelds Muse und gilt als Inbegriff Pariser Eleganz: In ihrer neuen Kollektion für Uniqlo feiert Inès de la Fressange den französischen Stil.

© Getty Images

Inès de la Fressange versteht sich auf den französischen Stil. Sie war Supermodel, bevor es Supermodels gab: Als Muse von Karl Lagerfeld wurde de la Fressange das Gesicht von Chanel, als erstes Model überhaupt bekam sie 1983 einen Exklusivvertrag mit dem Modehaus. Später lieh sie der „Marianne“, der französischen Nationalfigur, ihr Gesicht – wie es vor ihr schon Brigitte Bardot oder Catherine Deneuve getan hatten.

Die Tochter eines adeligen Aktienhändlers und eines argentinischen Models wuchs in Südfrankreich auf, galt aber schnell als Inbegriff Pariser Chics. Damals hieß das: opulenter Schmuck, glamouröse Kleider. Heute mag sie es einen Tick dezenter. „Zum Glück hat sich mein Stil verändert! Wenn ich immer noch Jacken mit breiten Schultern, großen Schmuck und so viel Make-up wie in den Achtzigern tragen würde, sähe ich bestimmt um einiges älter aus!“

Weil de la Fressange sich in der Mode bestens auskennt und obendrein das gewisse Je-ne-sais-quoi besitzt, das sie stets mühelos elegant aussehen lässt, ist sie inzwischen auf die andere Seite gewechselt. Seit 2014 entwirft sie eine eigene Linie für das japanische Modehaus Uniqlo. Denn: „Ich habe schnell begriffen, dass die kreativen Jobs viel interessanter sind als das Modeln.“ Inspiriert ist die Kollektion von ihrem eigenen Kleiderschrank.

„Anfangs lief es nach dem Prinzip trial and error“, sagt Naoki Takizawa, Design-Direktor von Uniqlo. „Ich habe Inès zu Hause besucht, weil ich sehen wollte, wie sie lebt: wer ihre Freunde sind, wie sie ausgeht, was in ihrem Kleiderschrank hängt.“ Darauf basieren klassische Stücke wie marinefarbene Blazer und Leinenhemden, die den Kern der Linie ausmachen. Der Erfolg gibt de la Fressange Recht. Mittlerweile geht ihre Kollektion in die siebte Saison, es ist die am längsten bestehende Kooperation der japanischen Modekette.

Inès de la Fressange © UNIQLO

Für den Sommer hat sich de la Fressange nach eigenem Bekunden von der Musikwelt der Siebziger und der Leichtigkeit Südfrankreichs inspirieren lassen. Konkret heißt das: Satin-Blousons und Leinentunikas, Trägertops, Wickelkleider und Espadrilles in Tricolor. Man muss nicht am Mittelmeer weilen, um sich mit diesen Zutaten ein Stück französische Nonchalance überzuwerfen.

Denn der viel beschriebene französische Stil ist für de la Fressange alles andere als ein Mythos. „Dieser Stil ist entspannt, aber mit einem Hauch Eleganz. Er mischt Neues mit Vintage-Stücken, Teures mit Günstigem. Es geht nicht um Markennamen, sondern einen Sinn für gute Qualität.“ Mit ihren beiden Töchtern lebt de la Fressange in Paris. Und weil sie als Sinnbild der eleganten Pariserin gilt, hat sie gleich mehrere Bücher über den Stil der Stadt geschrieben. „Hier kann man in den unbekanntesten Läden wunderbare Kleidung finden. Es gibt eine Kultur des guten Geschmacks.“ Was natürlich nicht bedeuten solle, wirft sie ein, dass es anderswo nicht mindestens genauso viel Stil gebe. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Blick auf Inès de la Fressanges mode à la française  werfen.

Die Frühjahr-/Sommerkollektion von Inès de la Fressange für Uniqlo ist ab dem 2. Februar im Berliner Flagship Store sowie online erhältlich.

31.01.2017 | Kategorie Fashion | Tags , , ,

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