Das war
MAILAND

In der italienischen Modehauptstadt ging die Fashion Week in die vorletzte Runde – bevor jetzt das große Finale in Paris beginnt, gibt es hier die Highlights aus Mailand.

Marni FW17/18 © TIZIANA FABI | AFP | Getty Images

Gucci schaute in die Zukunft

Oder doch nicht? The Alchemist’s Garden – an anti-modern laboratory heißt die neue Kollektion von Alessandro Michele für den nächsten Herbst und Winter. In ganzen 120 (!) mit Referenzen vollgestopften Looks für Männer und Frauen zeigte der Gucci-Designer, was wir mit unserer Zukunft so machen könnten: In die Vergangenheit reisen zum Beispiel, Bleistiftkleider wie in den Vierzigern, Schlaghosen wie in den Siebzigern und Leggings wie in den Achtzigern tragen. Und wer mag, zieht noch einen futuristischen Glitzer-Morphsuit drunter.

Und Prada blickte in die Vergangenheit

Verführung in Zeiten des Feminismus: Darum drehte es sich bei Prada in dieser Saison. In einer Location, die an alte Filme erinnerte, gab es auf dem Laufsteg haufenweise Teile mit Seventies-Elementen zu sehen, dazu zeigte Miuccia Prada – ganz typisch – allerlei nicht zusammenpassende Kombinationen und übertriebene Details. Sexy auf Prada-Art eben.

Und auch Versace war feministisch

Worte wie Unified, Power oder Equality kamen nicht nur aus den Lautsprechern der Versace-Show in Mailand, sondern standen auch auf den Mützen geschrieben, die einige der Models trugen. Donatella Versace ging es – wie schon in der letzten Saison – auch diesmal wieder darum, die Stärke der Frauen in ihrer Mode einzufangen. Und das tat sie, indem sie weibliche und männliche Elemente, Silhouetten und Schnitte kombinierte – und damit die Worte auf den Mützen zu Adjektiven machte, die ihre Kollektion beschreiben.

Moschino setzte ein Statement 

Wenn auch ein etwas anderes: Kendall, Bella und Gigi liefen in Kleidern über den Runway, die ganz klar an Pappkartons erinnern. Sie waren mit Worten wie Fragile oder Do Not Crush versehen und stellten einen Vorspann zu dem Statement auf dem T-Shirt dar, das Designer Jeremy Scott trug, als er sich am Ende der Show zeigte: Couture is an attitude, it’s not a price point.

Francesco Risso gab sein Debüt für Marni

Nachdem Marni-Gründerin Consuelo Castiglioni ihr Label im letzten Jahr verließ, zeigte ihr Nachfolger Francesco Risso nun seine erste Kollektion für die italienische Marke und führte ihr Werk fort, Femininität in Stoff zu visualisieren. Und das tat er für den Herbst und Winter 2017/2018 in Form von Bandeau-Kleidern, Fake-Fur und Oversize-Schnitten.

Und Missoni wurde politisch

Auch bei Missoni ging es um Weiblichkeit, Gerechtigkeit und Feminismus. Angela Missoni reichte es allerdings nicht, das Venus-Symbol auf einem Strickpullover zu zeigen: Alle Models trugen beim Finale Pussy-Hats, die Solidarität mit den Frauen in den USA ausdrücken, die in riesigen Märschen gegen Donald Trump demonstriert haben. Außerdem ließ die Designerin es sich nicht nehmen, am Ende selbst ein paar Worte an die Zuschauer der Show zu richten.

Alle Bilder © Getty Images

Von: Sarah-Denise Neven