Miles Aldridge
Polaroids

Vom Kult um die Künstlichkeit: Eine Ausstellung in London zeigt nun Polaroid-Studien des Fotografen Miles Aldridge.

A Drop of Red, Study, 2006 Courtesy of Miles Aldridge

Der 1964 in London geborene Miles Aldridge (übrigens Halbbruder der Models Lily und Ruby) begann in den 90er Jahren zu fotografieren und entwickelte eine markante Handschrift, die seinen Stil bis heute unverkennbar macht. Aldridge, der in einem Atemzug mit Fotografen-Größen wie Guy Bourdin oder David La Chapelle genannt wird, gilt als Meister der glamourösen Inszenierung. Nicht ohne Grund findet sich eine Auswahl seiner Werke in internationalen Museen und Sammlungen wie der National Portrait Gallery oder dem Victoria and Albert Museum.

Aldridges Modelle sind (immer wieder) Hausfrauen, Mütter oder Pin-Ups – oft lichtet er sie in häuslichen Kulissen ab, lasziv auf der Küchenspüle oder dem Fußboden posierend zum Beispiel. Als Betrachter fühlt man sich beim Anblick seiner Fotografien nicht selten wie ein Voyeur, der die abgebildete Situation durch das Schlüsselloch beobachtet. Dennoch schafft Aldridge es die Frauen glamourös in Szene zu setzen. Seine Fotos, ähnlich wie die seiner Kollegen, sind von cineastischen Elementen inspiriert. Sein Markenzeichen: Überbelichtung, daraus resultierende grelle und überzeichnete Farben sowie das serielle Erzählen in Bildern. Die Vogue entdeckte sein Talent schon früh und buchte den Fotografen schnell regelmäßig. Seine Modefotografien waren allerdings immer mehr als das, mit Leichtigkeit gelingt ihm ein Crossover in die Sphären der Kunstfotografie.

Den Weg zu seinen aufwendig inszenierten Bildkompositionen dokumentiert ein privates Polaroid-Archiv des Fotografen. In der Ausstellung Please Return Polaroid in der Lyndsey Ingram Gallery in London werden diese nun präsentiert. Die Polaroids dienten Aldridge über 20 Jahre lang in erster Linie als Vorstudien für seine Arbeiten, werden heute allerdings als eigenständige Kunstwerke wahrgenommen (Renaissance des Polraoids).  „I only shoot on film so Pplaroids give me an idea of what the result will be. It’s never the same as the image I capture on film, only an approximation – the Polaroid is always less sharp, less colourful, but it’s the best way to ensure the light, colour and pose are how I want them to be.“

Miles Aldridge. Please Return Polaroid

Lyndsey Ingram Gallery, London

16. Mai 2016 bis 21. Mai 2016

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Bildband bei Steidl.