MODEAUSSTELLUNG
Von Menschen und Maschinen

Von der Federrobe bis zum futuristischen Kleid aus dem 3D-Drucker: Die Ausstellung Manus x Machina im Metropolitian Museum zeigt Mode von Chanel bis Gareth Pugh.

Ensemble, Iris van Herpen (Dutch, born 1984), spring/summer 2010 haute couture; The Metropolitan Museum of Art, Purchase, Friends of The Costume Institute Gifts, 2015 (2016.16a, b) Courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Nicholas Alan Cope

Mensch oder Maschine? Spätestens seit im 19. Jahrhundert die Nähmaschine erfunden wurde, unterschied man in der Mode geflissentlich zwischen Handarbeit und Massenproduktion. Im Laden gab es maschinell gefertigte Prêt-à-Porter, die hohe Kunst der Schneiderei, die Haute Couture, entstand dagegen in aufwendiger und langwieriger Kleinstarbeit durch die geschulten Hände der Pariser Ateliers.

Doch in Zeiten, in denen neue Technologien auch in der Mode Einzug halten und Designer wie die Holländerin Iris van Herpen experimentelle Couture-Stücke mit dem 3D-Drucker produzieren, verschwimmen die alten Grenzen. Der These, dass nicht alles, was kunstvoll gefertigt ist, per Hand entstehen muss, widmet das New Yorker Metropolitan Museum nun mit Manus x Machina eine ganze Ausstellung (deren Titel übrigens nicht in Anlehnung an Alex Garlands Film Ex Machina entstand, sondern von Fritz Langs Klassiker Metropolis aus dem Jahr 1927 inspiriert ist, wie Kurator Andrew Bolton gegenüber WWD sagte).

Evening dress, Yves Saint Laurent (French, 1936-2008), autumn/winter 1969–70 haute couture; The Metropolitan Museum of Art, Gift of Baron Philippe de Rothschild, 1983 (1983.619.1a, b) Courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Nicholas Alan Cope

Die Schau, die ab Mai im Kostüminstitut des Met zu sehen ist, untersucht, wie Modedesigner Technik und Tradition in Einklang zu bringen suchen. Sie zeigt mehr als 150 Stücke aus Haute Couture und avantgardistischer Prêt-à-Porter – von der mit Federn verzierten Abendrobe aus dem Hause Yves Saint Laurent oder dem blütenbesetzten Chanel-Brautkleid bis zu Iris van Herpens futuristisch gefalteten Entwürfen. In unterschiedlichen Räumen werden die traditionellen Couture-Techniken wie Spitzen- und Federbesatz präsentiert, neue Methoden wie Computermodellierungen, Laser Cutting und 3D-Drucken werden ihnen gegenübergestellt.

Die Liste der vertretenen Designer liest sich jedenfalls wie ein who is who der Modegeschichte: Gezeigt werden Exponate von Christian Dior, Nicolas Ghesquière, Rei Kawakubo, Karl Lagerfeld, Helmut Lang, Alexander McQueen, Issey Miyake, Miuccia Prada, Gareth Pugh, Yves Saint Laurent, Raf Simons, Riccardo Tisci, Iris van Herpen, Yohji Yamamoto, Cristobal Balenciaga, Pierre Cardin, Hussein Chalayan und Coco Chanel – unter anderen.

Manus x Machina

Metropolitan Museum of Art, Costume Institute, New York

5. Mai bis 14. August