"Ich fange gerade erst an damit, aber
kann es kaum erwarten mehr zu schauspielern"

Er hätte am liebsten in den 70er Jahren in Paris gelebt und versetzt sich beim Schauspielern in einen intensive Gefühlszustände. Nassim Guizani berichtet uns über seine Lieblingsorte in Paris.

Nassim Guizani I Foto: Claude Gerber, Styling: lu PhIlIPPe GuIlmeTTe

Was finden Sie gerade interessant an Paris?

Man kann alles haben wann man es möchte. Ich mag die Energie, es hört nie auf. Und es ist ein toller Ort um Leute zu treffen, besonders während der Modewochen. Man kann Leute aus der ganzen Welt treffen, großartige Künstler, die man normalerweise nicht kennenlernt. Zu der Zeit ist auch abends viel los. Das ist eine ganz andere Energie.

 

Haben Sie einen Lieblingsort?

Ich gehe oft zum Mansart in meinem Bezirk Pigalle. Dort trinke ich einen Kaffee oder ein Bier auf der Terrasse. Das machen meine Freunde und ich schon seit wir 16 sind. Mit 12 hing ich gern im Ersten rum, in Saint Honoré, wo ich meine erste Solo-Shoppingerfahrung bei Marc Jacobs machte. Wenn ich nachdenken muss, besuche ich oft die Terrasse des Hotel Abbesses, denn sie hat einen unglaublichen Ausblick auf Paris und den Sonnengang. Dabei vergisst man die 4 Euro, die der Kaffee kostet!

 

Hätten Sie gerne noch eine andere Epoche hier erlebt?

Ich wäre gern in den 70ern und 80ern in Paris gewesen – alles war so anders, die Partys so verrückt, alles war neu in Paris und man konnte super ausgehen. Ich denke natürlich an Le Palace, Le Sept oder Les Bains. Disco kam endlich in Frankreich an. Alles war ganz anders als es heute ist, die Leute waren sorglos und das macht für mich die Schönheit dieser Zeit aus. Eine kreative Explosion. Ich habe diese Nostalgie für eine Zeit, die ich nie miterlebt habe.

 

Was ist Ihre Lieblingserinnerung an Paris?

Meinen ersten Laufsteg vor zwei Jahren. Ich war 17 und lief im Palais de Tokyo, einem Museum, das ich wirklich liebe. Das war für AMI, ich eröffnete und schloss die Präsentation. Das war irre.

 

Hast du eine Lieblingsperson?

Mir fällt meine Freundin Marie Beltrami ein, eine Frau mit pinken Haaren. Ihre Kreativität inspiriert mich. Mein Freund Erick Faulkner inspiriert mich auch sehr. Er ist Fotograf und wir arbeiten oft zusammen. Und ich liebe Charlotte Gainsbourg, ihren Charakter und ihre Arbeit mit dem Regisseur Lars von Trier. Der inspiriert mich auch ungemein, und Angele Metzger, mein bester Freund, der für mich den modernen Pariser verkörpert. Und zum Schluss natürlich meine Mutter. Von ihr habe ich auch meine Liebe für die Stadt.

 

Was macht dir am Schauspielern Spaß?

Ich fange gerade erst damit an, darum kann ich dazu noch nicht so viel sagen. Aber ich mag die Idee, sich in einen so genannten „Zustand“ zu versetzen, der sehr intensiv sein kann, um etwas zu fühlen, was gar nicht zu einem gehört. Ich kann es kaum erwarten, mehr zu schauspielern.

 

Worum geht es in Une jeunesse dorrée?

Das ist Eva Ionescos zweiter Film über ihre Jugend in Paris während der Palace-Jahre, ihre Gang und ihr gemeinsames Universum. Ich spiele mit, mein Freund Lukas Ionesco, Isabelle Huppert, Melville Popaud und Alain Fabien Delon, neben anderen.

 

Und wie hast du Amelie Pichard kennengelernt?

Ein gemeinsamer Freund hat mir erzählt, dass sie nach einem neuen Ambassador für ihren Laden suchte. Also schrieb ich ihr. Ich war bereits Fan der Marke und der Welt dahinter. Davor habe ich mein Geld zum Großteil als Fittingmodel für Lacoste und durch kleine Jobs hier und da verdient. Amelie und ich trafen uns das erste Mal bei einem Chanel-Event. Ich trug nur meine Palomo Spain Seidenrobe, sonst nichts, und war natürlich betrunken. Es war lustig, sie hielt mich sicher für verrückt. Aber wir trafen uns noch mal in Ruhe und hier bin ich heute, in ihrem Shop. Ich bin ihr Picard-Boy. Das gefällt mir sehr.

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