Premium 2017
Day 2

Tag zwei auf der Premium: Wir trinken Limo im Glashaus und schauen bei der buntesten Marke der Welt vorbei.

Scotch & Soda: eine kommerzielle Marke zeigt sich konzeptionell. Klingt wie Marmor in unseren Ohren!

Es gibt so Marken, die man irgendwie nicht wirklich versteht. Weil man sich den Namen nicht gut merken kann oder schlichtweg keine Ahnung hat, welchen Stil und welche Zielgruppe das Label verfolgt. Auf Scotch & Soda trifft tatsächlich beides zu, mit dem einzigen Unterschied, dass die Marke selbst proklamiert, sich keinem eindeutigen Stil unterordnen zu wollen. Ein Plan ohne Plan also – irgendwie ja sympathisch.

1985 in den Niederlanden gegründet, arbeitet das Designteam seit jeher in einer alten Kirche am Kanal, dem Krizersgracht 22. Knapp zehn Designer sitzen dort und gestalten von hippen Palmenprints und Workwear-Jacken über karierte Leinenhosen bis zur normalen Jeans so ziemlich alles.

Auf der Premium stehen wir vor einem riesigen Stand mit überdimensionaler Glasfassade. Hindurch schimmern blass einige grüne Pflanzen, goldenes Interior und heller Marmor. Wie sakral, man könnte glatt meinen bei Scotch & Soda gäbe es kein Morgen.

Die Marke möchte einen gesamten Lifestyle verkörpern und so ist jedes Detail, egal ob an der Kleidung oder im eigens gestalteten Interior, perfekt durchdacht und konstruiert. Das aktuellste Highlight: in der neuen Kollektion gibt’s versteckte Botschaften, die in Blazer und Hosen eingenäht sind.

Wenn man das Glashaus dann wieder verlässt und den Marmorboden gegen Beton eintauscht, bekommt man ein Glas Limonade in die Hand. Mit frischen Minzblättern!

Desigual Sport

„Wir verkaufen Träume“, sagte einmal der Chef der spanischen Modekette Desigual, Manel Adell. Ganz schön verrückte Träume denkt man sich, wenn man diese Aussage auf Desiguals unverwechselbare, expressive Prints und Muster bezieht.

Ein Glück empfängt uns die Marke auf der Premium in einer „White-Cube“ anmutenden Ästhetik, denn alles andere hätte dem Farbspektrum der gezeigten Sportkollektionen auch nicht standgehalten. Aber apropos: Desigual macht jetzt Sportswear?

1984 mit Patchwork-Jacken aus alten Jeans gestartet, kennt man die von einem Schweizer auf Ibiza gegründete Marke vor allem durch ihre klassische Lifestyle-Linie. Die Sportwear-Kollektion kam erst vor ein paar Jahren dazu – ein Mix aus Leggins, Laufhosen, Swimwear und Sneakern. Und auch dabei wird übrigens nicht minder wild geträumt.
Die Prints zeigen locker das ganze Universum: Meerjungfrauen und Fische auf Bikinis und Badeanzügen, Schlangen- und Leopardenprints auf Turnschuhen und T- Shirts.

Klar ist: man will primär die Hobby-Sportlerin ansprechen, die Zumba-Teilnehmerin und weniger den Marathonläufer oder die Yoga-Lehrerin. Diese Märkte sind abgedeckt, und warum überhaupt sollte sich Desigual solch Sportgiganten wie Nike & Co annehmen. Ungleich will man viel lieber bleiben, sich nicht anpassen und stets eine eigene Nische finden. Ein schlauer Schachzug, nein?

06.07.2017 | Kategorien Berlin, Event, Fashion | Tags , , , ,