Romy Schneider
geht in Kur

Trinken, rauchen, heulen – repeat: Der Film „Drei Tage in Quiberon“ begleitet Romy Schneider ins Sanatorium. Auch dabei: ihre Sandkastenfreundin und zwei „Stern“-Reporter.

© 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Als sich Romy Schneider 1981 ins Sanatorium begibt, ist sie schlecht drauf. Die Karriere läuft nicht mehr so, die Kinder haben genug von Mamas exzessivem Lebenswandel, und irgendwie ist auch das ganze Geld weg. Obendrein gibt es im Gesundheits-Sofitel im französischen Quiberon keinen Zucker, kein Fett und auch sonst nichts, was Spaß macht.

Zum Glück kommt Romys österreichische Kindheitsfreundin Hilde vorbei. Zu zweit wollen die beiden an der bretonischen Küste entspannen, bevor Romy (gespielt von Marie Bäumer, die Schneider mit Pferdeschwanz und verschmiertem Kajal wirklich sehr, sehr ähnlich sieht) wieder vor die Kamera muss. Irgendwie ist die aber auch noch auf die gute Idee gekommen, ein deutsches Reporterteam vom Stern in den Kurort einzuladen. 

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Die Journalisten haben natürlich nicht die Genesung der Schauspielerin im Sinn, sondern eine knallige Titelstory, weswegen sie der alkoholabhängigen Schneider vor dem Interview gern ein paar Weißwein einschenken. Das lockert so schön die Zunge. Und Romy fällt immer wieder drauf rein: trinken, rauchen, heulen – repeat.

Über drei Tage entwickelt sich zwischen Romy, Hilde (gespielt von der tollen Birgit Minichmayr), dem Stern-Fotografen Robert Lebeck und der Reporternervensäge Michael Jürgs eine Art Psychoduell vor malerischer Kulisse. Erstaunlich, wie stilecht man früher in Kur gehen konnte. Anschließend will man gleich ein paar Romy-Schneider-Filme gucken, „Sissi“ natürlich nicht, mit der Heile-Welt-Romy hat man nach „Drei Tage in Quiberon“ abgeschlossen.