Die besten Filme von Cannes

Gerade finden an der Côte d’Azur die 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt. Wir empfehlen die besten Filme des Wettbewerbs, die selbst im Sommer Lust auf Kino machen.
Darunter mit Toni Erdmann auch endlich wieder ein deutscher Beitrag, der große Chancen auf die Goldene Palme hat.

© Getty Images

Toni Erdmann von Maren Ade

Sandra Hüller alias Ines reist als Unternehmensberaterin um die Welt und erfüllt dabei die gängigen Klischees einer Karrierefrau (permanentes Emailschreiben, Meetings in Hotelbars, kaum Privatleben). Konfrontiert wird sie mit ihrem Lebensstil, als sie ihr 65-jähriger Vater Winfried in Bukarest besucht, der bis zum Tod seines Hundes kein anderes Hobby kannte, als Gassi zu gehen.

In zerlotterten Jeans begleitet er sie zu ihren Businessmeetings und kritisiert sie unterschwellig, Ines übt sich derweil in Geduld. Doch anstatt wie angekündigt, Bukarest zu verlassen, verwandelt sich Winfried in sein Alterego Toni Erdmann, der sich nun noch freier – als vermeintlicher Coach von Ines‘ Chef – in das Berufsleben seiner Tochter einmischt.

Als der deutsche Beitrag von Maren Ade vor ein paar Tagen in Cannes gezeigt wurde, unterbrach das Publikum mit viel Gelächter und Zwischenapplaus. Laut einer großen deutschen Tageszeitung hat Toni Erdmann große Chancen, den Wettbewerb zu gewinnen.

Elle von Paul Verhoeven

Elle erzählt von einer starken Frau, gespielt von Isabelle Huppert, die erfolgreich ihre Firma für Videospiele leitet. Die Attacke eines Einbrechers und damit der Eingriff in ihr Privatleben lässt sie beinahe aus der Bahn geraten.

Bevor Michèle jedoch Hilfe sucht, geschweige denn welche annimmt, übt sie sich lieber in Selbstverteidigung und geht ein fragwürdiges Spiel mit dem vermeintlichen Einbrecher ein.

Paterson von Jim Jarmusch

Adam Driver spielt den gutmütigen Busfahrer Paterson (inspiriert vom Leben des amerikanischen Dichters William Carlos Williams), der, wenn er seine weiter schlummernde schöne Frau mit einem Kuss verabschiedet hat, ein paar poetische Zeilen in sein Notizbuch schreibt. Erst dann fährt er wie jeden Tag mit dem Bus durch die gleichnamige Kleinstadt in New Jersey.

Auch wenn der Film kaum Handlung hat, überzeugt er gerade mit vielen rührenden Alltagsbeobachtungen. Und ganz beiläufig erzählt Jarmusch mit großem Gespür die Liebesgeschichte zweier Menschen, die sich für das akzeptieren, was sie sind.

Personal Shopper von Olivier Assayas

Von ihrem Job als personal shopper gelangweilt, wartet Maureen alias Kirsten Stewart sehnsüchtig auf ein Zeichen aus dem Jenseits ihres Zwillingsbruders Lewis, der vor Kurzem in Paris an einem Herzinfarkt gestorben ist.

Plötzlich bekommt sie mysteriöse Nachrichten – ob diese von ihrem Bruder sind? Neben der Kontroverse aus oberflächlicher Modewelt und der Kommunikation mit dem Jenseits, ist Personal Shopper auch ein Film über das Loslassen.

Juste la fin du monde von Xavier Dolan

Ein Schriftsteller kehrt nach zwölf Jahren in seine Heimat zurück, um seiner Familie mitzuteilen, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Jedes der Familienmitglieder (u.a. gespielt von Léa Seydoux, Marion Cotillard und Vincent Cassel) geht anders mit der Konfrontation um.

Ein Film über große Gefühle wie Einsamkeit und Zweifel, und wie jeder auf seine Weise, mit Schicksalsschlägen umgeht.