Verliebt ins Verliebtsein

Ab morgen läuft „Call Me By Your Name“ im Kino – schon jetzt der womöglich beste Film des Jahres.

Wir schreiben das Jahr 1983. Der 17-jährige Elio Perlman verbringt die Sommerfrische mit seinen Eltern in der familieneigenen Villa in Norditalien, wo er zum Zeitvertreib mit den ortsansässigen Mädchen flirtet und klassische Musik transkribiert. Das ändert sich, als Oliver auftaucht, ein Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter seines Vaters, eines Professors für griechisch-römische Geschichte. Während nun im Hause Perlman kenntnisreiche Gespräche über die Wortstämme diverser Südfrüchte geführt werden, glitzert die Sonne im Wasser, und die Pfirsiche hängen schwer von den Bäumen.

Wie man von seinen Filmen „I Am Love“ und „A Bigger Splash“ weiß, ist Regisseur Luca Guadagnino ein Meister darin, selbst die banalsten Alltagsgegenstände mit packender Sinnlichkeit aufzuladen, wobei es natürlich hilft, dass die beiden Hauptdarsteller Timothée Chalamet und Armie Hammer stets sehr kurze Hosen tragen. Guadagnino bereitet in „Call Me By Your Name“ quasi das Feld für einen erotischen Ernstfall, aus dem sich die schönste und rührendste Liebesgeschichte entspinnt, die es wahrscheinlich je im Kino zu sehen gab. Die Kamera von Sayombhu Mukdeeprom und die Songs von Sufjan Stevens tun ihr Übriges, dass man hinterher ganz verliebt ist in diesen Film. Und ins Verliebtsein an sich.

„Call Me By Your Name“ läuft ab dem 1. März im Kino.