Filmmaking 2.0

In „Grosse Fatigue“ stellt Camille Henrot eine völlig neue Dimension des Filmemachens vor. In ihrem Multimedia Werk, das bei der diesjährigen Biennale in Venedig den silbernen Löwen gewann, thematisiert sie naturwissenschaftliche Wunder, Urzeitmythen, Religion und Anthropologie, unterlegt mit feinstem Hip Hop

Kennen Sie das Inception Phänomen? Ein Bild, in einem Bild, in einem noch kleineren Bild und so weiter. Mit Grosse Fatigue hat Camille Henrot eine solches Verschachtelungswunder geschaffen. Durch den Gebrauch von etlichen Medien, wie Film, Fotografie, Musik, Illustrationen, Installationen und Skulpturen erklärt sie die anthropologische und naturwissenschaftliche Evolution im Laufe der Jahrhunderte und beleuchtet dabei vor allem alte Mythen, religiöse Sonderbarkeiten und kosmische Einflüsse.

Für ihr Projekt hat sich Henrot monatelang mit alten Sammlungen in der Smithsonian Institution in Washington D.C. beschäftigt und ist vielen verschiedenen Lehren und Evolutionsstrategien auf den Grund gegangen.
Das Ergebnis ist eine Projektion der Masse an Informationen, der wir täglich ausgesetzt sind – ein Bild, ein Wort, eine Information folgt auf die Nächste und wird zusätzlich mit schnellen Voice-Beats eines Slammers unterlegt.

Seit dem großen Erfolg auf der Biennale in Venedig, tourte der Kurzfilm der 36 jährigen Französin bereits durch die ganze Welt und wird aktuell im  Gucci Museo in Florenz gezeigt.

Das Making-Of des Films, mit der Künstlerin im Gespräch, gibt es hier.

 

Von: Katja Andreae