"Homeland" gehacked

Seit Kurzem brilliert Hollywood-Schauspielerin Claire Danes wieder in ihrer Rolle als manisch-depressive CIA-Agentin Carrie Mathison in „Homeland“ – in den USA läuft bereits die fünfte Staffel der Paranoia-Agenten-Serie. Für die Dreharbeiten verschlug es Danes, Lewis und Co. im Sommer unter anderem nach Berlin, wo die Produzenten – wie sich jetzt herausstellte – von ein paar arabischen Streetartists bei der Set-Gestaltung ganz schön reingelegt wurden.

© Heba Amin

Um ein libanesisches Flüchtlingslager für die zweite Folge der aktuellen „Homeland“-Staffel so authentisch wie möglich aussehen zu lassen, engagierten die Produzenten der Show im vergangenen Juni mehrere arabische Streetartists aus Berlin. Jene sollten das Set – eine alte Futterfabrik in der Hauptstadt – mit arabischen Schriftzügen versehen, doch der Plan ging nach hinten los.
Bereits seit Längerem steht „Homeland“ in der Kritik, ein verzerrtes Bild von Arabien zu zeichnen. Die muslimische Welt werde falsch dargestellt, undifferenziert und voreingenommen, heißt es. Araber stellten stets eine potentielle Gefahr dar, ganz im Gegensatz zu weißen Amerikanern. Da verwundert es kaum, dass die meisten arabischen Künstler, welche die US-Amerikaner kontaktierten, eine Zusammenarbeit kategorisch ablehnten. Dahingegen sahen Heba Amin, Caram Kapp und Stone ihre Chance, durch ihre Graffitis öffentlich Kritik an den Machern von „Homeland“ zu äußern. Letztere gaben den Künstlern hauptsächlich Pro-Assad-Parolen, welche als Inspiration für die Gestaltung der Wände des Flüchtlingslagers dienen sollten. Doch für den Aufbau der Szenerie blieben nur zwei Tage Zeit, alles musste ganz schnell gehen und so schenkte die „Homeland“-Crew den Streetartists nur wenig Beachtung und ließ ihnen komplett freie Hand. Amin, Stone und Kapp schrieben daher einfach was sie wollten und machten ihrem Unmut über die Serie Luft. Das Ergebnis: Hinter den arabischen Schriftzügen verstecken sich Aussagen wie „Homeland ist rassistisch“ oder „Homeland ist fake“. Die Produzenten hinterfragten die Wandbemalung jedoch nicht und so landete eine Szene nach der anderen im Kasten, die arabischen Graffitis im Bild und die zweite Folge der Staffel jüngst „On Air“. In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen ein paar Eindrücke der Sabotage, mehr erfahren Sie auf der Homepage von Heba Amin.

16.10.2015 | Kategorien Berlin, Film, Serie | Tags , , ,