Eine Eisprinzessin am Abgrund

Für die Rolle der kaltherzigen Mutter in „I, Tonya“ gewann Allison Janney den diesjährigen Oscar für die beste weibliche Nebenrolle. Das Eiskunstlauf-Drama läuft ab dem 22. März im Kino.

Nur wenige Sportler können von sich behaupten, dass ihr Name als Redewendung Eingang in den Sprachgebrauch gefunden hat. Tonya Harding kann. „To pull a Harding“ bedeutet so viel wie: die Konkurrenz erbarmungslos aus dem Weg räumen. Harding war einmal eine der besten Eiskunstläuferinnen der Welt, Weltruhm erlangte sie aber dadurch, dass ihr Mann ihrer Konkurrentin Nancy Kerrigan mit einer Eisenstange das Knie zertrümmern ließ. Das sollte Tonyas Chancen auf einen Platz im US-Olympiateam erhöhen. Unglücklicherweise beendete der Schlag Hardings

Karriere. Der fantastische Film „I, Tonya“ macht aus dem vermurksten Leben der Eisprinzessin eine knallbunte Pop-Pirouette mit Eins-a-Soundtrack. Tonya, gespielt von Margot Robbie, wird von ihrer kettenrauchenden und emotionsbefreiten Mutter (Allison Janney) als Kleinkind auf dem Eis platziert. Während die anderen Schlittschuhmädchen gute Manieren mitbringen, ist Tonya der Spross einer dysfunktionalen Hillbilly-Familie, die hinterm Haus ein paar Hasen schlachtet, wenn eine Pelzjacke gewünscht ist. Trotzdem schafft sie als erste Amerikanerin den dreifachen Axel, einen der schwierigsten Sprünge überhaupt. Als sie ihren späteren Ehemann Jeff Gillooly kennenlernt, entspinnt sich eine absurde Lovestory in White Trash – mit bekanntem Ausgang.

„I Tonya“ läuft ab dem 22. März im Kino.

 Fotos: ©DCM