Essengehen in Berlin -
Lauter funkelnde Köstlichkeiten

Im Shiori darf man nichts entscheiden. Gar nichts. Und das tut freilich extrem gut

Bei diesem Wetter gibt es doch nichts schöneres als kalten Fisch. Sushi gibt es ja mittlerweile bei Penny, aus dem rosa Rucksack des Foodora-Boys und auch an immer mehr Tankstellen. In Japan selbst, wo es im Sommer auch mal gut 40° Grad warm werden kann, schwört man zur Abkühlung auf gegrillten Aal. Allerdings auf eine spezielle Art Aal aus dem Meer, den es hierzulande nicht gibt. Genausowenig wie den Fisch namens Ayu, der sehr klein ist, aber angeblich ganz zauberhaft riecht, weshalb er als Duftfisch verehrt wird.

Im Berliner Restaurant Shiori gibt es also weder Duftfisch noch gegrillten Aal, aber dafür werden die delikaten Gänge des Menüs dort auf eine speziell japanische Weise zubereitet und den Gästen gereicht: Omakase, das bedeutet Anvertrauen. Worum geht’s? Um eine Art Essengehen als Urlaub vom Essengehen. Um ein ganz reizendes Gegenprogramm zum Neoliberalen Wahnsinn der Burgerbaukästen und Chia-Bowls-mit-dreißig-verschiedenen-Toppings-Ideologie.

Das sieht Chef Shiori übrigens genau so. Wie alle Ehrenleute aus dem Land des Lächelns ist er ein schweigsamer Typ, aber, gefragt, wo man sonst noch gut japanische essen könnte in Berlin, lächelte er prompt »Nirgends«.

“Im Shiori darf man nichts entscheiden. Gar nichts. Und das tut freilich extrem gut”
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Wer an Shiori Arais Tresen Platz nimmt, das Restaurant nimmt pro Abend maximal zehn Reservierungen an, der kommt bitte pünktlich und ißt ab 19 Uhr 30 auf, was ihm Shiori Arai über diesen Tresen reicht. Aber das – zum Anvertrauen gehört die vertrauensbildende Maßnahme – tut jeder dort liebend gern und das mit nimmermüdem Appetit, denn die vielen vielen Gänge sind raffinierterweise auch sehr kleinteilig, geradezu winzig, so dass das Wertschätzen dieser Kostbarkeiten über drei Stunden zu keinem Zeitpunkt in barbarische Völlerei ausufert. Was allerdings manchmal auch schade ist, also als bedauerlich empfunden werden dürfte, weil vor allem das Sashimi von der Stachelmakrele, also kalter Fisch in Ponzu-Sauce dort auf das ganze Berliner Stadtgebiet bezogen einmalig köstlich schmeckt (Düsseldorf und Frankfurt laufen außer Konkurrenz).

Und bei seinen Ansprüchen hat er da vermutlich auch Recht.

 

Reservierung ist obligatorisch! Online: info@shioriberlin.com

Sonntag ist Ruhetag im Shiori, Max-Beer-Straße 13, 10119 Berlin

13.06.2017 | Kategorien Berlin, Film, Food, News | Tags , ,

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