Die letzte Rolle für Harry Dean Stanton: "Lucky"

Als Eigenbrötler „Lucky“ ist Harry Dean Stanton ab heute in den deutschen Kinos zu bewundern, nach den Dreharbeiten verstarb der Schauspieler und hat in einer kraftvollen Hauptrolle seinen letzten Auftritt.

Luckys Tage verlaufen stets gleich: aufstehen, Yoga machen, zum Kaffee ins nächste Diner gehen, im Diner zum Spaß den Besitzer des Diners beleidigen, dort Kreuzworträtsel lösen, sich auf den Heimweg begeben, Zigaretten kaufen, ohne Ton fernsehen und dabei mehr Kreuzworträtsel lösen. Abends trifft er sich dann mit Leuten in der Kneipe. Zum Beispiel mit Howard (David Lynch), dessen Schildkröte President Roosevelt ausgebüxt ist. Howard sagt: „Es gibt Dinge im Universum, die größer sind als wir. Und eine Schildkröte gehört dazu.“ Howard ist traurig. Der Barkeeper empfiehlt Lucky, sich die Gameshow

Deal or No Deal“ anzuschauen. Lucky hält das Konzept der Gameshow für bekloppt und hat auch für Schildkröten nur wenig übrig. Eines Tages fällt Lucky dann um. Der Arzt sagt, er sei gesund, aber alt. Lucky ist 91. Kurz bekommt er Angst, erkennt aber, dass wir aus dem Nichts kommen und ins Nichts gehen. Eine tröstliche Vorstellung. Er lächelt und raucht eine Zigarette. In der letzten Einstellung sehen wir President Roosevelt durchs Bild laufen. Was aus Lucky wird, bleibt indes ungewiss, vielleicht geht er weiter jeden Tag ins Diner. Von dem Hauptdarsteller, dem großartigen Harry Dean Stanton, wissen wir, dass er kurz nach dem Dreh im September 2017 starb. Er wurde 91 Jahre alt.

„Lucky“ läuft ab dem 8. März im Kino.

08.03.2018 | Kategorien Daily Dust, Film | Tags , , ,