FILMREIHE
Susan Sontag Revisited

Geist und Glamour war für sie nie ein Widerspruch: Eine Filmreihe zeigt die Filme von Susan Sontag.

Regarding Susan Sontag, 1979

Susan Sontag war eine Frau mit vielen Gesichtern: Sie war Schriftstellerin, Theoretikerin und politische Aktivistin, Beobachterin der Popkultur und zugleich eine ihrer Ikonen. Sontag schrieb über Fotografie und Baudelaire, sie berichtete aus den Kriegen in Vietnam und Bosnien und über den Glamour der New Yorker Subkultur. Geist, Pop und Dissidenz waren für sie nie Widerspruch.

Doch während Bücher und Essays wie Against Interpretation, On Photography, Regarding The Pain Of Others oder Notes On Camp Sontag als Intellektuelle weltberühmt machten, blieben ihre Filme weitgehend unbekannt. Dabei gehörte das Kino zu Sonntags großen Leidenschaften, sie besuchte es exzessiv. Manchmal verbrachte sie ganze Tage im Dunkel der New Yorker Kinosäle.

Den Film betrachtete Sontag als eine der wichtigsten und lebendigsten Kunstformen ihrer Zeit – kein Wunder, dass sie unbedingt selbst welche drehen wollte. 1969 stand sie zum ersten Mal als Regisseurin hinter der Kamera. Den Film Duett För Kannibaler, nach Sonntags Worten ein „groteskes Kammerspiel“, drehte sie in Schweden. Der New York Times sagte sie dazu: „Ich hätte jedes Angebot angenommen, nur um zu beweisen, dass ich es kann. Ich wäre sogar nach Afghanistan gegangen.“

© Renate von Mangoldt

Es folgten weitere Filme wie Broder Karl, Promised Land, A Primer for Pina oder Waiting for Godot … In Sarajevo. Das Berliner Kino Arsenal zeigt nun eine Werkschau ihrer Filme und zusätzlich einige, die Sonntags Leben beleuchten (etwa Nancy Kates Regarding Susan Sontag aus dem Jahr 2014). Zu sehen gibt es übrigens auch einen von Andy Warhols Screentests mit Susan Sontag aus dem Jahr 1964.

Von: Frauke Fentloh

Susan Sontag Revisited

20.01. – 05.02.2015

Kino Arsenal

Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Zum Programm geht es hier.

21.01.2015 | Kategorien Film, Tipp | Tags , , , ,