Oh, wie schön ist Panama!

Sie haben Fernweh, aber können oder wollen nicht weit reisen? Seit gestern liegt Panama zumindest für Berliner nur noch einen Katzensprung entfernt. In der Potsdamer Straße eröffnete nach dem Katz Orange und dem Deli Candy on Bone nun das dritte Restaurant von Ludwig Cramer-Klett. Damit ist die Hauptstadt pünktlich zum Sommeranfang um eine kulinarische Oase reicher.

© Philipp Langenheim & Corina Schadendorf

Wer seine Sehnsucht nach der Ferne stillen, aber trotzdem in vertrauter Umgebung bleiben möchte, muss nur ins Panama auf die Potsdamer Straße. Das neue Restaurant des „Contemporary Food Lab“-Betreibers Ludwig Cramer-Klett lockt mit exotisch modernem Ambiente in einem frisch sanierten Hinterhof, der praktischerweise genau neben dem Conceptstore Andreas Murkudis gelegen ist.

Im Erdgeschoss lassen sich auf dunkelgrünen und sonnengelben Sofaecken sommerliche Drinks wie den Berliner Retox genießen, oben im lichtdurchfluteten ersten Stock findet der Restaurantbetrieb statt. Man sitzt auf Thonet-Klassikern aus heller Esche an massiven Holztischen, die vereinzelten Kakteen erinnnern charmant an Mittelamerika. Die Kunst im Raum, wie die Neoninstallation in Knochenform des Schweizer Künstlers Kerim Seiler oder die auffällig gesteckte Deckenleuchte von Björn Dahlem, verrät aber: Wir sind in Berlin.

So ist auch das Essen eine Mischung aus Vertrautem und Exotischem, für das die Köchin Sophia Rudolph verantwortlich ist. Nachdem die geborene Berlinerin ihre Jugend in Lyon verbrachte und einen Abschluss am Institut Paul Bocuse machte, kehrte sie 2012 in ihrer Heimat zurück und kochte zuletzt in der Weinbar Rutz. Weil inzwischen selbst in der deutschen Hauptstadt die Idee des food sharing angekommen ist, kommt man am besten zu mehreren und bestellt die Karte rauf und runter. Unbedingt probieren sollte man das Tatar von Richard’s Reh, das mit eingelegten Shiitake-Pilzen einen Hauch Japan versprüht. Auch das angeflämmte Felchen (ein Fisch) mit Granola, Rote-Bete-Creme und Wacholder-Birne ist ein Muss. Unvergesslich bleibt der lauwarme Spinatsalat mit Tahini und fermentierten Zwiebeln. Für den süßen Abschluss sollte man Platz lassen. Dann kann man zum Beispiel das Camp Fire aus geflämmten Marshmallows, Rauchpaprika und Kaffee-Karamell probieren.

Das Schöne am Panama ist nicht nur, dass man in großartiger Atmosphäre das Leben feiern kann. Es ist auch eine Einladung, sich an das zu erinnern, was uns einst schon Janosch beibrachte: Nämlich das Paradies im Hier und Jetzt zu finden.

Von Inga Krieger

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