EXKLUSIV-INTERVIEW
Wie ist es, Yves Saint Laurent zu sein?

Fotos: Craig McDean/Art + Commerce; © 2012 Universum Film

Von Katharina Böhm

Pierre Niney, 25, hat die Rolle seines Lebens ergattert: Yves Saint Laurent im gleichnamigen Film, der am 17.4. in den Kinos startet.

 

Interview: Wie nähert man sich Yves Saint Laurent?

Pierre Niney: Das war nicht sehr leicht. Ich musste mich fünf Monate auf den Dreh vorbereiten. Ich habe seine engsten Mitarbeiter und Vertrauten getroffen, auch Pierre Bergé, seinen Freund und Partner.

Interview: Konnte er Ihnen helfen?

Niney: Er hat immerhin mehr als 50 Jahre mit Yves zusammengelebt! Er hat mir erzählt, wie er hinter verschlossenen Türen war. Wenn Yves Saint Laurent zum Beispiel von Leuten umgeben war, denen er vertraute, soll er sogar richtig lustig gewesen sein.

Interview: Wie hat Pierre Bergé der Film gefallen?

Niney: Als er ihn zum ersten Mal gesehen hat, musste er weinen. Und bei der Premiere war es genauso. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das sein muss. Mit dem Film kommen viele Erinnerungen wieder hoch. Wenn er darin nur einen Moment lang seinen alten Freund wiedererkennen kann, bedeutet mir das schon alles.

Interview: Angeblich haben Sie das Kürzel „YSL“ vor dem Film für eine Kleidergröße gehalten. Was hat Sie sonst noch an Yves Saint Laurent überrascht?

Fotos: Craig McDean/Art + Commerce; © 2012 Universum Film

Niney: Zum Beispiel, dass er extrem unterkühlt sein konnte. Und ein sehr verzweifelter Mensch war. Andererseits hat er immer einen Weg gefunden, seinen Schmerz in etwas Kreatives umzuwandeln. Das ist eigentlich das Schönste, was ich an ihm entdeckt habe.

Interview: Sie kommen eigentlich vom Theater. Werden Sie jetzt mehr Film machen?

Niney: Seitdem ich diese Rolle gespielt habe, bekomme ich jedenfalls viel mehr Angebote für reifere Rollen. Es ist schön, dass die Leute erkennen, dass man nicht nur Studenten spielen muss, bloß weil man 25 ist.

Interview: In Yves Saint Laurent spielen Sie am Ende sogar einen Mann um die 40.

Niney: Ja, für die letzten Szenen des Films saß ich vier Stunden in der Maske. Man sollte sehen, dass er wirklich am Ende ist, gezeichnet von Medikamenten, Alkohol und Drogen. Er hatte Schmerzen und war völlig ausgelaugt.

Interview: Liebesszenen mit Männern zu drehen hat Ihnen hoffentlich keine Probleme bereitet, oder?

Niney: Nein, das hat sich alles sehr natürlich angefühlt. Wir waren alle so bewegt von der Geschichte.

„Yves Saint Laurent“ startet am 17. April

Fotos: Craig McDean/Art + Commerce; © 2012 Universum Film

 

17.04.2014 | Kategorien Film, Interviews | Tags

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