"Ich fühle mich alt,
wenn ich im Noma bin"

Regisseur Pierre Deschamps zeigt mit seinem Film „Noma“ ein ehrliches Porträt von René Redzepi, dem Genie hinter dem berühmten Restaurant. Vielleicht auch, weil Deschamps selbst einmal Koch war.

Regisseur Pierre Deschamps | Foto: Binniam Eskender

Sie haben eine Doku über einen der besten Sterneköche der Welt gedreht. Wie viel haben Sie dabei zugenommen?

Eigentlich gar nicht. Der Dreh zog sich über drei Jahre, die meiste Zeit davon war ich alleine. Da hat man nicht wirklich Zeit zu essen. Zugenommen habe ich eher danach, einfach weil ich mehr Zeit hatte.

Hat Sie Herr Redzepi denn nicht zum Essen eingeladen?

Doch. Ich habe insgesamt drei Mal im Noma gegessen. Und jedes Mal war es eine Offenbarung.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Dass René stets bereit ist, noch einen Schritt weiterzugehen. Die Gefahr für Köche auf solch hohem Niveau ist ja, dass sie nach der Karrierespitze stagnieren. Aber nicht so René.

Haben Sie auch mal gemeinsam gekocht?

Ja. Und dabei musste ich mir eingestehen, dass ich niemals so gut sein werde wie er.

Obwohl Sie selbst gelernter Koch sind?

Er kocht einfach auf einem ganz anderen Niveau. Vor allem fühle ich mich immer alt, wenn ich im Noma bin.

Woran liegt das?

Sein Team ist wahnsinnig jung, und sie arbeiten mit Techniken, von denen ich noch nie gehört habe. Als ich einmal mit René in Peru war und als sein Küchenjunge einsprang, nannte er mich immer Opa deswegen. Im Gegenzug frage ich ihn immer nach Rezepten, wenn ich beim Kochen nicht weiterkomme, etwa wie vor Kurzem nach Holunderblütenöl.

Das klingt nach einer Zutat, die René selbst gern verwenden würde.

Durchaus. Aber seine Gerichte sind noch raffinierter. Wie der Seeigel mit frischen Haselnüssen und Haselnussöl. Danach war ich wie benommen. Diese makellose und nahezu unberührte Frische haut einen einfach um.

 

von Inga Krieger

14.12.2016 | Kategorien Food, Interviews, Magazin | Tags , , , ,

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