Der radikal-materialistische
Fragebogen

…beantwortet von Sasha Grey. Die DJane und Autorin über Horrorfilme, ihr Work-Out und Schuhe.

Sasha Grey | Foto: PR, M. Schwartz

Sasha Grey, 28, eigentlich Marina Ann Hantzis, beschloss bereits zu Highschool-Zeiten in Sacramento, Karriere in der Pornoindustrie zu machen – und zwar nach allen Regeln der Kunst und mit Nietzsche im Bücherregal. Ein Plan, den sie an ihrem 18. Geburtstag umgehend umsetzte. Grey brach mit den Regeln der Branche. Sie war nicht blond wie alle anderen, aber härter drauf, und propagierte die Befreiung der weiblichen Sexualität durch Autorität und Intellekt. Sie verdiente Millionen. Mit 23 stieg sie aus, schrieb einen Roman und war plötzlich auch für die Feuilletons interessant. Seitdem hat die Kalifornierin einen Film mit Steven Soderbergh gedreht, noch ein Buch geschrieben und Erfolg als Industrial-DJ. Mit der Band Death In Vegas hat sie gerade das Album „Transmission“ veröffentlicht.

In der Garage Mein 1968er Cadillac Coupe DeVille in Blauviolett. Schimmert in der Sonne.

In der Filmsammlung Alles von Jean-Luc Godard und John Carpenter. Die Klapperschlange. Dazed and Confused von Richard Linklater ist der beste Teen-Angst-Film. Und völlig unterschätzt: Mud mit Matthew McConaughey.

Horrorfilme Halloween, Der Exorzist, Misery mit Kathy Bates, Profondo rosso von Dario Argento.

Haustier Ein riesiger Dobermann namens MacReady, benannt nach Kurt Russells Rolle in The Thing. Ich bin ein Filmfreak.

Sonnenbrille Gucci.

Im Schuhschrank Springerstiefel von Saint Laurent, die auf wundersame Weise immer schön bleiben. Trage ich selbst zu Sommerkleidern.

Drink Espresso, Mineralwasser, Whisky.

Whisky Ardbeg, weil er so rauchig schmeckt. Und Lagavulin.

In der Beauty Bag Eyeliner und Mascara sind ein Muss. Ich verwende zwei übereinander, den Gel-Liner von MAC und den Flüssigeyeliner von YSL, denn dadurch wird das Schwarz noch dunkler. Weil ich sehr lange und gerade Wimpern habe, versuche ich mich gerade an japanischer und koreanischer Mascara. Funktioniert! Außerdem biege ich sie wie verrückt mit der Wimpernzange.

Kochspezialität BBQ! Ich mache sehr gute Rippchen.

Dessert Dunkle italienische Schokolade mit getrockneten Erdbeeren.

Club Georgio’s in West Hollywood, Disco im alten Stil. Der neue Clubsound ist wahrscheinlich das Undergroundigste, was man in Los Angeles findet. Die Stadt braucht wirklich ein bisschen guten Techno und House.

Turntables Pioneer CDJ-2000.

Auf dem Nachttisch Wecker.

Work-out Jeden Tag wandern in den Hügeln von Los Angeles. Außerdem habe ich mir gerade Class Pass heruntergeladen, eine Membership-App, mit der man unzählige Fitnessstudios nutzen kann – gut, da ich mich schnell langweile. Ich mache Kickboxen, Pilates und Yoga.

Gesichtscreme Mische ich selbst. Ansonsten benutze ich die italienische Marke Villa Paradiso, die sehr gute Cremes ohne üble Chemikalien herstellt.

Urlaubsziel Mexiko.

Restaurant Sushi Nozawa in Los Angeles bereitet das beste Sushi zu, das ich je gegessen habe. Für mexikanisches Essen gehe ich zu „El Coyote“, ein toller kitschiger Laden. Ich empfehle die American Style Tacos.

Dichter William S. Burroughs: ehrlich und brutal. Außerdem Gabriele D’Annunzio und Pier Paolo Pasolini – ich liebe nicht nur seine Filme, sondern auch seine Gedichte.

Geheimrezept Kokosnussöl im Kaffee. Wie ein bulletproof coffee, aber ohne Butter.

von Frauke Fentloh