FREYA DALSJØ

 Nachdem die Dänin Freya Dalsjø ihr Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen abbrach, kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, um ihr eigenes Label zu gründen. Mittlerweile ist sie fester Bestandteil der Kopenhagener Modeszene und schreckt mit ihrer skulpturalen Mode auch vor neuen Technologien nicht zurück.

Freya Dalsjø

von: Cara Lerchl

Ihre erste Kollektion entstand eher aus einer persönlichen Krise heraus, erzählt uns die 28-jährige Freya Dalsjø im Gespräch: Als sie an der renommierten Talentschmiede, der Royal Academy of Fine Arts, in Antwerpen studierte und eine studieninterne Prüfung nicht bestand, quälten sie plötzlich Selbstzweifel und sie kehrte 2011 nach Dänemark zurück. Nach einem inspirierenden Gespräch mit einem engen Freund, entschieden sich die Beiden, eine Kollektion zu entwerfen. “I was completely hooked by the process of creating a collection, it was incredibly exciting.”, erklärt sie ihren Karrierestart.

Freya Dalsjø, Herbst/Winter Kollektion 2018

Kurz nach dem Durchbruch ihrer ersten Kollektion bei der Kopenhagener Fashion Week folgte mit dem Jahr 2012 bereits die Gründung ihres Modelabels Freya Dalsjø. Bei ihrer von femininen Formen und ungewöhnlichen Schnitten geprägten Mode geht es darum, Frauen zu stärken und die weibliche Psyche zu erforschen. „I like proposing new constructions and perspectives and creating tension between fragile and strong elements“, beschreibt Freya Dalsjø ihre skulpturale, dekonstruierende Herangehensweise, die sie von den meisten dänischen Modelabels differenziert. Wie formt uns Kleidung und wie formen wir Kleidung? Diese Fragen liegen ihrem Designprozesses zugrunde.

Freya Dalsjø: “My focus in fashion is not necessarily to please, but to express an emotion which often is not immediately understood by people. It's always about a counterbalance of creating tension between familiar and unfamiliar elements.

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Dass die Jungdesignerin auch vor neue Technologien nicht Halt macht, beweist sie einerseits mit Virtual Reality-Videos, die ihre Kollektionsteile zum Leben erwecken, andererseits mit eigens gedruckten 3D-Keilabsätzen. To me, it is essential to keeping fashion relevant and finding new, smart approaches of presenting it.“ Doch auch Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der bei Freya Dalsjø auf Selbstverständlichkeit trifft. „It has always felt natural to me to think in a sustainable way“, erklärt sie. Ihre hochqualitativen Teile, die sich nur wenig nach aktuellen Trends richten, sieht sie selbst wie Möbel – Objekte, von denen man lange etwas haben soll. Auch ihre Produktion in Litauen nimmt Rücksicht auf die Umwelt: dort gibt es weder Stofflager noch Überproduktionen.

Freya Dalsjø, Herbst/Winter Kollektion 2018

Bei ihren aktuellen Herbst/Winter 2018 Designs springen vor allem Mäntel ins Auge: verschobene Gürtel- und Schulterlinien, verschiedene Knöpfgrößen und ungewöhnliche Materialmischungen durchdringen die Kollektion. Die Überarbeitung einer klassischen Silhouette und die Fokussierung auf eine feminine Ausstrahlung sind Kern der Kollektion, während ein interessantes Gleichgewicht zwischen Farben und Materialen beibehalten wird. Anhand ihres surrealistisch-architektonischen Schmucks, den Freya mit einer italienischen Goldschmiedin konzipiert, lässt sich am Ende der Kern ihrer Herangehensweise an Ästhetik wohl am Besten zusammenfassen: „I think there is beauty in everything. My focus in fashion is about creating a balance or tension between familiar and unfamiliar elements.“

Mehr über die Mode von Freya Dalsjø finden Sie hier.

26.06.2018 | Kategorien Fashion, Interviews | Tags , , , ,

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