"Lasst uns die Welt umarmen"

Sie feiert Weihnachten in Argentinien und ist in der ganzen Welt zu Hause: Dorothee Schumacher. Wir haben mit der „Weltbürgerin“ und Designerin gesprochen.

INTERVIEW: Frau Schumacher, gibt es in der Familiengeschichte jemanden der als Schuhmacher gearbeitet hat?

DOROTHEE SCHUMACHER: Haha, nicht dass ich wüsste, mein Name wird ja auch anders geschrieben.

INTERVIEW: Die Capsule Collection heißt ‚Citizen of the World’. Was trägt der Weltbürger?

D S : Wir haben eine Kollektion gemacht, die unsere Roots mit den schönsten Erlebnissen und Inspirationen, die ich auf der ganzen Welt gesammelt habe, kombiniert. Vor allem sind das handwerkliche Details aus Südamerika oder Afrika. Ich bin erstmal offen, möchte mit dieser Kollektion die Welt umarmen und dann schauen was passiert.

INTERVIEW: Solche Details findet man zum Beispiel in Form von Stickereien…

D S : Ja, traditionelles Handwerk gibt es überall auf der Welt. All diese Traditionen kennenzulernen und wertzuschätzen ist meine Herzensangelegenheit. Wenn sie zusammenkommen, passiert etwas Magisches…

 

INTERVIEW: Sie sagen, sie versuchen Weiblichkeit mit ihrer Mode zu unterstreichen.

D S : Vielleicht ist es eine Lieblingsbluse oder ein Lieblingskleid, das man trägt, um sich selbst zu spüren, um zu wissen, dass es einen schön macht und strahlen lässt. Oder es ist dieser Moment, indem man eine Seite, eine Nuance an sich entdeckt, die man schon immer einmal unterstreichen wollte. Ich hoffe mit diesem Spirit kann ich dazu beitragen, dass die Trägerin etwas Neues kennenlernen kann, etwas, das sie vorher noch nicht gespürt hat und offen durchs Leben geht.

INTERVIEW: Wie setzen Sie diesen Spirit um?

D S : Das können strahlende Farben oder verspielte Schnitte sein. Ich liebe es beispielsweise, die Taille zu betonen. Aber auch Stickereien einfach in einen Look, vor allem einen klassischen Look, einzuarbeiten.

INTERVIEW: Ich habe gelesen, Sie feiern Weihnachten in Argentinien. Wie kommt das?

D S : Zu der Zeit gibt es dort immer ein großes Polotunier. Ich selbst liebe Pferde und freue mich, dass meine Kinder sich nun auch mit dem Pferdesport verbunden fühlen. Wenn sich eine internationale Polocrowd in Argentinien Anfang Dezember trifft, kennt diese Zusammenkunft keine Grenzen, oft gibt es noch nicht mal eine gemeinsame Sprache – und trotzdem funktioniert es. Inspirierend oder?

INTERVIEW: Absolut. Sie engagieren sich auch für Hilfsorganisationen, die zum Beispiel Projekte in Nepal und Marrakesch für Frauen umsetzen.

D S : Manchmal ist man so ergriffen von einer Situation, wie zum Beispiel nach dem Erdbeben in Nepal 2015. Die deutsche Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale hat eine Auswahl an Projekten, die wir regelmäßig unterstützen. Ein klarer Bezug zu dem, was die Organisation vor Ort realisiert ist uns wichtig.

INTERVIEW: Warum bleibt Deutschland ein wichtiger Standort für Mode?

D S : Ich lebe hier und begegne fantastischen Frauen. Aber der Spirit, den ich spüre ist keinesfalls nur auf Deutschland begrenzt, es gibt ihn in Europa, in der ganzen Welt, und wenn diese Energie noch weiter strahlen kann, dann lasst uns die Welt ein Stückchen schöner machen – gemeinsam!

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