Berlins junge Künstler:
Raphaela Vogel

Hüa! Künstlerin Raphaela Vogel kam zum Interview geritten und erklärt uns direkt, wieso nur ein Pferd sie verstehen kann.

Raphaela Vogel, in Ihren Videoarbeiten filmen Sie sich selbst mithilfe von Drohnen. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Ich war sehr einsam, gleichzeitig wollte ich aber sehr gerne alleine sein. Gleichwohl interessieren mich Dialektiken, so habe ich die Aufklärung aus dem Himmel herbeigesehnt.

Dafür sehen die Drohnen bei Ihnen aber ziemlich unheimlich aus.

Das mag in den Augen von Kindern so erscheinen, doch ins Innere eines Erwachsenen, dessen Seele keine Heimat kennt, fällt selten Licht hinein. Das Ich verrottet, Blüten welken, Äste brechen und die Erde kocht.

Interessant ist auch, welche Musik Sie für Ihre Videos und Skulpturen auswählen: In der Motorenhalle Riesa haben Sie zwei bronzenen Löwen, die von der Hallendecke hingen, Milva vorgesungen, in anderen Videoskulpturen waren Hubert von Goisern oder die Gipsy Kings zu hören. Eigenwilliger Musikgeschmack.

Musik ist wie gute Essen. Eine ausgewogene Ernährung ist noch nicht alles, und Geschmäcker streiten von alleine.

Es geht also nie um Sie selbst?

Es ist nicht ganz wahr, denn in allem was Sie sehen steckt auch ein bisschen Vogel drinnen. Beim Anblick werden Wimpern zu Flügeln und die Gedanken nisten im Bauch.

Wie meinen Sie das?

Jeder muss sich eine Meinung bilden, auch die ungebildeten und weil ich Vogel heiße, fliegen meine Arbeiten durch die Gegend. So etwas kann nur ein Pferd verstehen.

Wie ist es denn mit Ihnen und den Pferden?

Der Wilko wärmt mir die Schenkel, das zahle ich zurück mit einer sanften Führung.

von Beate Scheder | Fotos: Kira Bunse | Styling: Anna Schiffel

17.05.2017 | Kategorien Berlin, Interviews, Kunst | Tags , , ,

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