"Wie klingt Ihre Uhr, Lang Lang?"

Der Klavier-Star bricht gern mit Traditionen und erfindet Klassiker neu. Jüngst hat er zwei Uhren der Schweizer Marke Hublot mitgestaltet.

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INTERVIEW: Herr Lang, Sie reisen für Ihre Konzerte ständig um die Welt: Welchen Tipp haben Sie gegen Jetlag?

LANG LANG: Meistens habe ich gar keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen (lacht). Wenn ich mal müde werde, hilft mir Wasser mit Zitrone. Und: in Bewegung bleiben.

INTERVIEW: Sie üben oft tagelang. Vermutlich sind Sie daran gewöhnt, wenig zu schlafen.

L L : Ich übe täglich! Als Kind habe ich oft den ganzen Tag gespielt. Jetzt sind es vielleicht noch zwei Stunden. Nur für Bach muss ich mir auch mal die Nacht um die Ohren hauen. Nach ein paar Tagen habe ich das Stück dann aber drauf.

INTERVIEW: In Ihren Hochzeiten gaben Sie 150 Konzerte im Jahr. Wofür hätten Sie gern mehr Zeit?

L L : Für meine Freunde. Die bekomme ich nicht so oft zu Gesicht. Deshalb habe ich jetzt übrigens auch Klavier-Camps gegründet: damit Kinder nicht, wie ich früher, immer allein spielen müssen. Ich war sehr einsam. Dafür hat mir Klavierspielen sehr geholfen, meine Schüchternheit zu überwinden. Ich hatte endlich ein Mittel gefunden, mit dem ich mich ausdrücken konnte.

INTERVIEW: Wie viele Stunden könnten Sie theoretisch spielen, ohne auf ein Notenblatt zu schauen?

L L : 20. Ich habe viele Stücke in meinem Gedächtnis abgespeichert.

INTERVIEW: Haben Sie die Zeit wirklich mal gestoppt?

L L : Nein, ich weiß einfach, wie lang die Stücke sind.

INTERVIEW: Ansonsten haben Sie ja jetzt Ihre eigene Hublot-Uhr. Sind Sie vertraglich verpflichtet, sie bei Ihren Auftritten zu tragen?

L L : Absolut! Daher habe ich auch dafür gesorgt, dass sie federleicht ist. Sie wiegt fast nichts. Und sie hat einen guten Sound.

INTERVIEW: Wonach klingt sie?

L L : Der Timer macht einen kathedralen und zackigen Gong: ding, ding, ding. Oder ding, dong, ding. Je nachdem welche Zeit angezeigt wird.

14.06.2017 | Kategorien Interviews, Musik, Stil | Tags , , ,