"Ich weine sehr leicht.
Ich liebe es zu weinen!"

Frankreichs Großschauspielerin Isabelle Huppert lässt sich von Sandra Hüller interviewen.

Isabelle Huppert ist ohne den Hauch eines Zweifels eine der größten Schauspielerinnen ihrer Generation. Mit 63 Jahren hat die Französin weit über 100 Filme gedreht, und der Großteil davon sind Meisterwerke wie etwa Die Spitzenklöpplerin (1977), Der Loulou (1980), Biester (1995), Die Schule des Begehrens (1998) und Die Klavierspielerin (2001). Weil sie bei der Auswahl ihrer Projekte stets nach dem Regisseur zu gehen pflegt, hat sie mit fast allen wichtigen europäischen Filmemachern gearbeitet, etwa Michael Haneke, Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Claire Denis, Bertrand Tavernier und Catherine Breillat. Und es gibt zum Glück keinerlei Anzeichen dafür, dass sie in Zukunft einen Gang runterschalten wird.

Foto: Sharif Hamza | Styling: Andreas Peter Krings | Mantel: Atelier Versace

Immer wenn ein neuer Film mit Huppert in die Kinos kommt, taucht am Horizont ein nächster auf. So startet im August in Deutschland Alles was kommt von Mia Hansen-Løve, in dem Huppert eine Philosophielehrerin spielt, die von ihrem Mann verlassen wird. Gleich danach dürfte Elle in die Kinos kommen, der neueste Film von Paul Verhoeven (Starship Troopers, Showgirls). Darin ist sie als Videospieleentwicklerin zu sehen, die eine spezielle Beziehung zu einem Mann entwickelt, der sie vergewaltigt hat. Als der Film dieses Jahr in Cannes gezeigt wurde, galt sie als eine der Favoritinnen auf den Preis für die beste weibliche Hauptrolle. Ebenso wie Sandra Hüller – ihrerseits eine der größten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation –, die für Toni Erdmann nominiert war. Die beiden hatten dann aber viel wichtigere Dinge zu besprechen.

Foto: Sharif Hamza | Styling: Andreas Peter Krings | Jacke & Rock: Azzedine Alaïa

Sandra Hüller Schön, mit Ihnen zu sprechen, Isabelle! Wo sind Sie gerade?

Isabelle Huppert In Paris! Und es ist mir wirklich peinlich, aber leider konnte ich mir Toni Erdmann nicht vor dem Interview anschauen. Der Link, den man mir gab, hat nicht funktioniert. Keine Ahnung warum, aber das tut mir sehr leid.

Hüller Überhaupt kein Problem, damit kann ich leben.

Huppert Wir können ja auch über andere Sachen sprechen, aber ich kann gar nicht abwarten, ihn zu sehen, weil ich so viele wunderbare Dinge über ihn gehört habe. Wissen Sie, wann der Film in Frankreich startet?

Hüller Ich glaube, am 16. August.

Huppert Kommen Sie zur Premiere nach Paris?

Hüller Ich versuche es, aber ich probe zu der Zeit gerade am Theater, deswegen weiß ich nicht, ob ich es schaffe.

Huppert Wo proben Sie denn?

Hüller In Marl im Rahmen der Ruhrtriennale. Kennen Sie das Festival?

Huppert Ja, ich habe davon gehört, war aber selbst nie dort. Das ist ein internationales Festival, nicht wahr?

Hüller Ja. Und es werden nur Premieren gezeigt, was die Sache sehr interessant macht.

Huppert Und wer ist der Regisseur?

Hüller Regie führt Johan Simons, bestimmt haben Sie schon von ihm gehört.

Huppert Ja, den kenne ich. Und welches Stück zeigen Sie?

Hüller Das Stück heißt Die Fremden und ist eine Adaption des Romans Der Fall Meursault von Kamel Daoud, der sich mit Camus’ Der Fremde auseinandersetzt.

Huppert Verstehe.

Hüller Aber Sie stellen so viele Fragen, dabei soll ich doch eigentlich Sie interviewen.

Huppert Ja, das liegt daran, dass ich von Natur aus einfach wahnsinnig neugierig bin (lacht).

Foto: Sharif Hamza | Styling: Andreas Peter Krings | Body: Atelier Versace - Strumpfhose: Privat

Hüller Drehen Sie gerade?

Huppert Ja, mit Michael Haneke.

Hüller Das Internet sagt, dass Sie gerade zwei Filme gleichzeitig drehen.

Huppert Nein, nein, das Internet liegt bei solchen Sachen oft falsch. Im Moment drehe ich nur mit Haneke. Der Film heißt Happy End.

Hüller Ihr wievielter Film mit Haneke ist das?

Huppert Warten Sie, mit ihm habe ich bislang Die Klavierspielerin, Wolfzeit und Liebe gedreht und jetzt Happy End. Es ist also der vierte Film.

Hüller Es heißt, dass er Ihr Lieblingsregisseur sei. Stimmt das?

Huppert Er ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingsregisseure, aber es gab natürlich auch andere, mit denen ich eine enge Arbeitsbeziehung habe und hatte. Claude­ ­Chabrol zum Beispiel und auch Benoît Jacquot, ein anderer französischer Filmemacher. Aber mit Michael drehe ich wirklich besonders gern. Er ist einfach brillant. Ich bin immer wieder von seiner Fähigkeit überrascht, filmisch außergewöhnliche Settings zu kreieren. Es ist wirklich beeindruckend.

Hüller Es gibt einfach Leute, denen es gelingt, Räume zu schaffen, in denen man kreativ sein kann. Ich erlebe das am Theater immer wieder. Bei manchen Leuten betritt man den Raum, und alles scheint möglich. Und bei anderen ist einfach gar nichts möglich.

Huppert Ganz genau!

Hüller Gibt es zwischen Ihnen und Haneke gelegentlich auch – ich will nicht sagen Streit, aber gibt es so etwas wie Reibung? Oder verstehen Sie einander immer sofort?

Huppert Manchmal verstehen wir uns sofort, was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch zu Spannungen kommt. Er kann sehr streng sein. Erst neulich, gleich an meinem ersten Drehtag von Happy End, musste ich zum Beispiel eine Szene wieder und wieder spielen. Es kann zwar vorkommen, dass er gleich mit dem ersten Take glücklich ist, aber an dem Tag war er alles andere als glücklich. Und ich konnte es nicht glauben. Es war ein Nachtdreh und bereits 2 Uhr morgens, und es nahm kein Ende. Irgendwann fragte ich ihn, ob er jetzt endlich zufrieden sei, und er meinte: „Na ja, es war okay!“ Und ich sagte: „Dann lass es uns eben noch mal drehen!“ Ich wollte mich ja nicht aus der Pflicht stehlen.

Hüller Wie ein Kapitän, der das Schiff immer als Letzter verlässt.

Huppert Exakt!

Isabelle Huppert: “Ich kann gar nicht abwarten, Toni Erdmann zu sehen, weil ich so viele wunderbare Dinge über ihn gehört habe”
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Hüller Wenn Sie ein Drehbuch lesen, wissen Sie dann immer gleich, wie Sie eine Figur anlegen? Oder entsteht das bei Ihnen im Arbeitsprozess mit den jeweiligen Regisseuren? Oft habe ich bei Ihnen den Eindruck, dass Sie bei der Gestaltung einer Figur nicht den naheliegenden Weg einschlagen.

Huppert Das hängt davon ab. Meistens weiß ich natürlich, welchen Weg ich beschreiten will, aber Film ist in seinem Wesen eben auch die Kunst des Unvorhergesehenen. Alles dreht sich darum, wie man die Sachen, die man geplant hat, mit den Dingen zusammensetzt, die man nicht planen konnte. Wie mein Freund Robert Wilson immer wieder betont, ist Schauspielerei per Definition die Kunst der Improvisation. Eigentlich ist das auch total offensichtlich, nur glaube ich nicht, dass jeder so über Schauspielerei denkt. Es gibt einfach so viele Dinge daran, die sich nicht planen lassen.

Hüller Ich bin gerade überrascht, dass ausgerechnet Robert Wilson das gesagt hat, weil seine Inszenierungen ja so streng und durchgeplant wirken.

Huppert Ich habe inzwischen ein paar Mal mit ihm gearbeitet, und Sie haben recht, bei ihm gibt es viele Einschränkungen. Man darf sich auf der Bühne nicht frei bewegen, weil das die Lichtchoreografie durcheinanderbringt, man muss sich auf eine ganz spezielle Art bewegen und viele Dinge mehr. Doch innerhalb dieses Rahmens ist man völlig frei zu tun, was man will. Weil es ihm nie um die Psychologie des Textes geht.

Hüller Ich verstehe. Gestern habe ich Ihren Film Elle gesehen, den Sie mit Paul Verhoeven gedreht haben, ein ganz fantas­tischer Film.

Huppert Danke. Verhoeven ist übrigens auch einer meiner Lieblingsregisseure.

Hüller Ich konnte es gar nicht glauben, dass ein Mann diesen Film gedreht hat, weil die Frau darin, obwohl sie vergewaltigt wurde, so ganz und gar nicht als Opfer dargestellt wird.

Huppert Ja, ganz genau.

Hüller Irgendwie habe ich mir gedacht, dass es im Drehbuch bestimmt Stellen gab, in der die Figur, die Sie spielen, einen Zusammenbruch hat und Sie dafür gekämpft haben, dass diese Szenen nicht im Film vorkommen. Kann das sein?

Huppert Nein, im Drehbuch kam das von Anfang an nicht vor. Es kann sein, dass es solche Stellen in der Romanvorlage von Philippe Djian gab, aber im Drehbuch nicht. Keine Tränen, kein Zusammenbruch. Es war wichtig, ihre Stärke zu zeigen. Sie ist eine Person, die immer weitermacht, egal was passiert. Im Gegenteil war es so, dass ich gegen meine eigenen Tränen ankämpfen musste. Ich weine nämlich sehr leicht, ich liebe es zu weinen. Ich glaube sogar, dass ich in einer Szene Tränen in den Augen hatte. Aber der Kameramann hat einen guten Job gemacht und einfach darüber hinweggeschwenkt.

Foto: Sharif Hamza | Styling: Andreas Peter Krings | Bustier & Hose: Valentino Haute Couture - Ring: Privat

Hüller Die härteste Szene fand ich, als die Frau des Vergewaltigers zu Ihrer Figur sagt: „Danke, dass Sie ihn haben tun lassen, was er wirklich brauchte.“ Und auch an der Stelle weint niemand, es gibt keine großen Emotionen, obwohl es wirklich vollkommen irre und grausam ist, so etwas zu sagen.

Huppert Auf jeden Fall! An dem Punkt realisiert man, dass sich mit der Figur von Elle und dem Mann zwei sexuell, wie soll ich sagen …

Hüller Nennen wir sie spezielle …

Huppert Ja, da haben sich zwei sexuell spezielle Menschen getroffen. Und dass die Ehefrau des Mannes sich dann auch noch bei Elle bedankt, macht es dann vollkommen verrückt.

Hüller Und dennoch kann man diesen Leuten folgen. Sie tun unfassbar unmoralische Dinge, und dennoch interessiert man sich für sie, und man möchte wissen, warum sie handeln, wie sie handeln. Es wird nicht über sie gerichtet – das ist die große Kunst, die Verhoeven und Sie mit diesem Film leisten.

Huppert Was mich wirklich gefreut hat, ist, dass in Cannes niemand versucht hat, den Film kontrovers zu lesen. Der Film geht über die Kontroverse hinaus. Gewiss, auf den ersten Blick handelt Elle von einer Frau, die vergewaltigt wird und eine seltsame Beziehung zu ihrem Vergewaltiger entwickelt, aber auf diesen möglichen Skandal ist keiner angesprungen. Ich denke, das liegt auch daran, dass Verhoeven sehr nah an der weiblichen Hauptfigur dranbleibt. Er manipuliert sie nicht, alles passiert aus ihrer Sicht der Dinge.

Hüller Wenn er versucht hätte, mit der Figur zu spielen, hätten Sie wahrscheinlich auch nicht mit ihm zusammengearbeitet.

Huppert Stimmt.

Hüller Kannten Sie vor Elle Verhoevens alte Filme?

Huppert Oh ja! Damit verbinde ich wunderbare alte Erinnerungen. Einer der ersten Filme, der bei mir als junge Cineastin große Emotionen ausgelöst hat, war ein ganz früher Verhoeven-Film, der noch aus der Zeit vor seiner Hollywoodkarriere stammt. Und zwar war das Türkische Früchte. Ich habe mich in den Film verliebt. Und wenn ich damals gewusst hätte, dass ich eines Tages mal mit ihm arbeiten würde, ich hätte mich gezwickt, weil ich gedacht hätte, dass ich träume. Aber es sind nicht nur seine holländischen Filme, ich bewundere auch seine großen amerikanischen Blockbuster wie ­Starship Troopers oder Showgirls, den ja manche Leute für den schlechtesten Film aller Zeiten halten. Aber ich sehe das anders. Er schafft wunder­bare Frauenfiguren und ist einer der wirklich ganz großen Filmemacher.

Hüller Er hat ja auch mit RoboCop eine Art Superheldenfilm gedreht, und als ich Elle sah, hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie eine Superheldin ist.

Huppert Ja, genau. Elle ist die europäische Antwort auf das Superhelden-Genre (lacht).

Sandra Hüller: “Als ich "Elle" sah, hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie eine Superheldin ist”
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Hüller Wir könnten noch ewig weiter über den Film reden, weil er so wahnsinnig viele Ebenen hat, aber ich glaube, das würde jetzt zu weit führen. Ich möchte ja noch über ein paar andere Dinge reden, denn ich habe auch noch eine Reihe von dummen Fragen!

Huppert Ja, super!

Hüller Ich habe mir Ihre Filmografie angeschaut, und mir ist aufgefallen, dass Sie manchmal bis zu fünf, mindestens aber einen Film pro Jahr gedreht haben. Und weil Sie auch noch drei Kinder haben, ist meine Frage, ob die Arbeit für Sie etwas Entspannendes hat, obwohl sie von außen betrachtet ja eher fordernd und anstrengend wirkt. Verstehen Sie, was ich meine?

Huppert Ja, das ist eine sehr gute Frage. Aber dazu muss ich sagen, dass es wirklich nur selten vorgekommen ist, dass es fünf Filme pro Jahr waren, im Durchschnitt waren es eher zwei. Und wenn es deutlich mehr Filme gewesen sind, dann hatte ich meist nur wenige Drehtage. Was meine Filmografie nicht zeigt, ist, dass ich in den letzten Jahren auch noch sehr oft auf der Bühne stand. Aber um zu Ihrer eigentlichen Frage zu kommen: Natürlich ist es anstrengend, Filme zu drehen. Wie Sie ja selbst wissen, muss man morgens früh aufstehen, lange in der Maske herumsitzen und all diese Sachen. Die Leute denken oft, dass die Schauspielerei der Schwerpunkt meines Lebens ist, und natürlich ist sie das auch, aber mein Leben hat etliche Schwerpunkte. Mein Privatleben ist mir zum Beispiel sehr wichtig und, ich weiß nicht, manchmal kommt es mir vor, als würde ich die ganze Filmerei eher nebenbei erledigen. Es ist schwer zu beschreiben. Zu spielen fällt mir relativ leicht. Natürlich muss ich mich dabei konzentrieren, aber ich muss mich nicht geistig darauf vorbereiten.

Hüller Und emotional?

Huppert Nein, emotional geht es wie von selbst. Wie sollte man sich auf so etwas vorbereiten? Aber das wissen Sie ja selbst. Was ich sagen will: Ich mag es zu arbeiten, und ich mag es, ein Leben mit meiner Familie, mit meinen Kindern zu haben. Meine Kinder sind inzwischen schon groß. Aber für mich war es auch früher nie ein Problem, Beruf und Familie zusammenzubringen. Es gibt einem auch eine gewisse Energie. Es hat viel damit zu tun, wie man seinen Alltag organisiert. Kinder beanspruchen Zeit, Filme beanspruchen Zeit. Also habe ich mir die Zeit so eingeteilt, dass ich wusste, wann was zu tun war. Ich habe das gemocht. Haben Sie Kinder?

Hüller Ja, ich habe eine fünfjährige Tochter.

Huppert Ach, wie toll!

Hüller Also haben Sie Ihre Kinder nie mit zur Arbeit genommen?

Huppert Nein, ganz im Gegenteil, ich habe sie immer mit zur Arbeit genommen, auch immer mit auf Reisen. Das wollte ich eben eigentlich sagen: Gerade weil ich gefilmt habe, konnte ich viel Zeit mit meinen Kindern verbringen. Als ich zum Beispiel Die Klavierspielerin gedreht habe, ging mein jüngster Sohn gerade in den Kindergarten, also habe ich ihn jeden Morgen vor der Arbeit dorthingebracht und hinterher wieder abgeholt. Für mich war das nie ein Problem.

Isabelle Huppert: “Die Leute denken oft, dass die Schauspielerei der Schwerpunkt meines Lebens ist, und natürlich ist sie das auch, aber mein Leben hat etliche Schwerpunkte”
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Hüller War Ihr Mann immer mit dabei, wenn Sie mit den Kindern unterwegs waren?

Huppert Nein, das habe ich immer alles allein gemacht.

Hüller Ach, wirklich?

Huppert Na sicher!

Hüller Ich habe neulich meine Tochter mitgenommen, als ich in Belgien Theater gespielt habe, also das war nicht so leicht.

Huppert Aber beim Theater ist es etwas anderes, Theater ist ja viel anstrengender. Mit der Zeit gewöhnt man sich ein wenig an die Anstrengung, aber nie so ganz. Wie sollte man sich auch daran gewöhnen, dass man jeden Abend vor vielen Leuten auf der Bühne steht?

Hüller Eine letzte Frage habe ich noch: Es gibt ein Buch über Sie, das ich auch zu Hause habe, und darin gibt es neben vielen tollen Bildern ein Zitat des französischen Regisseurs Patrice Chéreau, mit dem er sagt, dass er, als er Sie kennenlernte und spielen sah, realisierte, dass Schauspielerei auch eine Last sei, die man zu tragen habe. Es sei keine Aufgabe, die man sich aussucht, sondern eine Aufgabe, von der wir Schauspieler ausgesucht werden und mit der wir dann leben müssen. Haben Sie trotzdem jemals daran gedacht, aufzuhören und etwas ganz anderes zu machen?

Huppert Nein, schon deshalb nicht, weil mir nichts einfallen würde, was ich stattdessen machen könnte. Ich hätte gar nicht die Fähigkeiten, etwas anderes zu machen. Wahrscheinlich würde ich dann gar nichts tun. Aber zu dem, was Patrice über mich gesagt hat: Bestimmt meinte er, dass ich die Schauspielerei so sehr liebe, dass ich eine Abhängigkeit dazu entwickelt habe. Das mag vielleicht paradox klingen, aber so ist es nun einmal. In gewisser Weise ist man immer abhängig von den Dingen, die man liebt. Das ist einfach nur menschlich. Und so kann sich die Liebe zu einer Tätigkeit auch zur Last entwickeln, einer Last allerdings, die man gern trägt.

Hüller Was er auch meinte, war, glaube ich, dass man mit dem Talent, mit dem man geboren wurde, sein ganzes Leben lang leben muss. Und dann muss man dieses Talent auch zur Anwendung bringen, was sollte man auch sonst damit tun?

Huppert Ja, genau.

Hüller Wunderbar, ich glaube, das war’s.

Huppert Vielen Dank, San­dra! Und ich kann es nicht abwarten, Ihren Film zu sehen. In Cannes kannte ich Leute, die ganz aus dem Häuschen waren, als sie Toni Erdmann gesehen haben (Hüller lacht). Doch, das ist wahr. Es war meine Agentin, die mich angerufen hat und meinte: „Oh Gott, ich habe gerade diesen Film gesehen.“ Wirklich, die Reaktionen waren euphorisch, wie Sie ja selbst auch wissen. Ich hoffe, dass er ein großer Erfolg in Frankreich wird.

Hüller Ja, schauen Sie ihn sich an. Und dann unterhalten wir uns einfach weiter.

Haare

CHRISTIAN EBERHARD/JULIAN WATSON AGENCY

Make-up

ADRIEN PINAULT/MANAGEMENT+ARTISTS

Produktion

WHITE DOT PARIS

Set-Design

GAEL LEROUX/SWAN MANAGEMENT

Foto-Assistenz

HENRI DE CARVALHO

Set-Design-Assistenz

BAPTISTE COURTOIS
Styling-Assistenz

MARIE-THERESE HAUSTEIN



Alles was kommt startet am 18. August, für Elle ist noch kein Starttermin bekannt.

Wir verlosen 5×2 Tickets zum Filmstart von Alles was kommt! Einfach bis zum 17. August 2016 um 15 Uhr das unten stehende Gewinnspielformular mit einer gültigen E-Mail sowie einer aktuellen Postadresse ausfüllen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Dieses Gewinnspiel läuft zur Zeit nicht
15.08.2016 | Kategorien Interviews, Magazin | Tags , ,

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