Hollywoods next Superstar:
Jack O'Connell

Er liebt seinen Fußballverein und Muttis Küche – Schauspieler Jack O’Connell im Interview mit Jodie Foster.

Womöglich kennen Sie ihn noch nicht, aber das wird sich bald ändern. Jack O’Connell ist ein Star. Als Angelina Jolie ihn sah, gab sie ihm gegen alle Bedenken (zu unbekannt, zu britisch, zu vorbestraft) die Hauptrolle in ihrem Epos Unbroken. Und als er sich bei Jodie Foster für Money Monster bewarb, war auch sie sofort hin und weg. Selbstverständlich zögerte sie auch nicht, den Star ihres Filmes für uns zu interviewen.

Er ist erst 25 Jahre alt, aber seine Filmografie ist mehr als beachtlich: Mit 15 spielte Jack O’Connell in dem vielfach prämierten Drama This Is England einen fiesen Skinhead, mit 17 ruinierte er in Eden Lake das romantische Wochenende von Michael Fassbender, mit 18 bezeichnete ihn Michael Caine beim Dreh zu Harry Brown als Star. 2013 spielte er die Hauptrolle in dem brutalen Knastdrama Starred Up, geriet ein Jahr später im Wettbewerb der Berlinale in ’71 als britischer Soldat in Nordirland hinter feindliche Linien und wurde dann von Angelina Jolie als Hauptdarsteller für ihre zweite Regiearbeit Unbroken besetzt. Nebenbei konnte man O’Connell, der aus einfachen Verhältnissen kommt, auch in der beliebten britischen Serie Skins als den hart feiernden und ständig in irgendwelche sexuelle Dramen verstrickten Cook erleben – die Figur, die ihm nach eigenen Angaben bislang am ähnlichsten war. Dass er mit Jodie Fosters Money Monster erst jetzt den ersten Dreh in den USA hatte, lag nur daran, dass O’Connell in seiner tatsächlich wilden Jugend einige Vorstrafen gesammelt hatte, die das verhinderten. Im Gespräch mit Foster aber zeigt er sich von seiner freundlichsten und demütigsten Seite.

Foto © Stefan Heinrichs | Styling: Darcy Backlar

Jodie Foster: Hallo, Jack! Stehst du gerade auf dem Laufband?

Jack O’Connell: Nein, wieso?

Foster: (lacht) Du klingst ein wenig außer Atem.

O’Connell: Ja, weil ich draußen in der Natur bin.

Foster: Wo bist du genau?

O’Connell: Zu Hause in Derby. Es ist schön, zu Hause zu sein, Jodie. Und wo bist du?

Foster: In Los Angeles. Hier ist es eigentlich wie immer. Wir haben schönes Wetter, und ich habe viel zu tun, weil der Film bald rauskommt. Solltest du nicht eigentlich in Sheffield auf der Bühne stehen?

O’Connell: Das Stück lief nur einen Monat lang. Aber ich glaube, dass wir The Nap im Januar auch in London zeigen werden, was natürlich gut ist. Es geht darin um Snooker, weswegen wir einen Snooker-Tisch auf der Bühne haben und auch Snooker spielen, und zwar so, dass die Zuschauer sehen, um was es geht.

Foster: Möchtest du in Zukunft häufiger Theater spielen?

O’Connell: Unbedingt. Ich liege meinem Agenten schon seit Jahren damit in den Ohren, etwas Passendes für mich zu finden. Dann kam das Angebot zu dem Snooker-Stück und es fühlte sich richtig an. Ich freue mich, dass es Anfang nächsten Jahres damit weitergeht.

Foster: Ich habe Millionen Gründe, warum ich nie Theater mache, vor allem entspricht es einfach nicht meinem Wesen. Und dann muss man ja auch jeden Abend rauf auf die Bühne.

O’Connell: Ja, wegen der Matinee-Vorstellungen muss man an manchen Tagen sogar zweimal spielen. Das ist einerseits total anstrengend, andererseits fand ich die Erfahrung auch sehr lehrreich. Die Leute, mit denen ich arbeiten durfte, haben mir viele Dinge beigebracht. Ich habe ja keine richtige Ausbildung, Jodie, also habe ich mir alles aufmerksam angeschaut und in mich aufgesogen.

Foster: Und jetzt bist du zu Hause und wohnst bei deiner Mutter?

O’Connell: Ja, das ist ein ganz neues Haus. Es wurde gebaut, als wir zusammen an Money Monster gearbeitet haben. Jetzt steht es und ist trocken und bewohnbar.

Foster: Wenn du nach langen Dreharbeiten nach Hause kommst, fühlt es sich für dich dann so an, als würdest du dort hingehören oder ist es zunächst ein wenig seltsam?

O’Connell: Beides. Ich mag es, für die Arbeit wegzugehen. Aber wenn ich wieder zurück bin, erinnert mich vieles daran, warum ich die Arbeit mache, die ich mache – und wer ich war, als ich damit anfing. Meine Mutter wohnt jetzt in einer netteren Gegend der Stadt, meine alte Schule ist nicht weit von unserem neuen Haus entfernt, weshalb ich hier viele schöne Erinnerungen an meine Teenagerzeit habe. Mir gefällt es, diese Verbindung zu haben.

 

Foto © Stefan Heinrichs | Styling: Darcy Backlar

Foster: Lass uns über Money Monster reden! Du spielst darin einen jungen Mann aus Queens, weshalb niemand, der dich nicht kennt, glauben kann, dass du aus dem Norden Englands stammst. War das für dich eine große Herausforderung?

O’Connell: Ich finde es immer aufregend, eine Figur zu spielen, die gewisse Seiten hat, die man von sich selbst nicht kennt und die man trotzdem zeigen kann, um der Figur gerecht zu werden. So etwas macht mir Spaß. Das war natürlich ein bisschen schwierig, und auch den Akzent so zu kopieren, dass er glaubwürdig klingt, war nicht leicht, aber ich hoffe, dass mir das gelungen ist. Ich habe mir Kyle, also die Figur, die ich spiele, durch seine Art zu sprechen erarbeitet. Er ist ja nicht wie ich und kommt aus einer anderen Gegend, obwohl es davon abgesehen eine Menge Schnittmengen geben mag.

Foster: Welche Schnittmengen meinst du?

O’Connell: Den sozialen Hintergrund. Vielleicht klingt es banal, wenn ich sage, dass es mit der finanziellen Situation zusammenhängt, in der er steckt. Aber vielleicht ist genau das die passende Beschreibung, die passende Parallele.

Foster: Ich muss dir jedenfalls sagen, dass du der engagierteste Schauspieler bist, mit dem ich je gearbeitet habe.

O’Connell: Ach komm!

Foster: Doch. Es war eine Freude, morgens zum Dreh zu kommen und zu wissen, dass du hundertprozentig anwesend bist. Manchmal habe ich mir sogar Sorgen um dich gemacht: Hoffentlich bekommt er genug Schlaf, hoffentlich nimmt er seine Vitamine! Weil du für die Rolle so viel aufs Spiel setzt, was man auf der Leinwand auch wunderbar sieht.

O’Connell: Vielen Dank, Jodie! Ich bin sofort bereit, das zu wiederholen. Ruf mich an, und ich bin da!

Foster: (lacht) Kyle ist ja eine sehr komplexe Figur, ein wenig instabil, wenn man so will. Er ist wahnsinnig wütend, aber auch liebenswürdig, und er weiß eigentlich gar nicht so genau, was er da macht. Diese vielen verschiedenen Stimmungslagen als Schauspieler auszubalancieren ist nicht leicht.

O’Connell: Außerdem ist er in einem schwierigen Alter, in dem viel passiert, in dem einen die Wut auch überwältigen kann.

Foster: Wie du wahrscheinlich bemerkt hast, arbeite ich gern schnell, damit die Schauspieler nicht so viel Zeit zum Nachdenken haben, sondern einfach weiter- und weiter- und weiter- und weitermachen müssen. Sie können also die Entscheidungen, die sie instinktiv beim Spielen getroffen haben, gar nicht erst analysieren. Und so ist es auch mit deiner Figur. Kyle ist dem Geschehen mehr emotional als intellektuell verbunden, obwohl er interessanterweise klüger zu sein scheint als der Rest der Figuren. Er ist derjenige, der die richtigen Fragen stellt und den richtigen Instinkt hat.

O’Connell: Ja, er hat gute Instinkte. Aber der Vorteil einer akademischen Ausbildung ist, dass man die Fähigkeit erwirbt, sich gut auszudrücken und komplexe Zusammenhänge zu benennen – eine Chance, die Kyle nie bekommen hat. Mit der Weisheit der Straße mag man zwar gut über die Runden kommen, aber Kyle muss sich mit Fragen und Themen wie Geldwirtschaft auseinandersetzen. Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum er so handelt, wie er handelt.

 

Jodie Foster: “Du bist der engagierteste Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe. Ich habe mir manchmal Sorgen um dich gemacht.”
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Foster: Hast du eigentlich eine Schauspielausbildung?

O’Connell: Das war keine richtige Schauspielschule, aber als ich 13 war, bin ich zu so einer Einrichtung in Nottingham gegangen, wo wir viel Improvisationstheater gemacht haben. Egal ob es um Komödie oder Drama ging, man musste sich in den Situationen, in die man geworfen wurde, zurechtfinden. Das war so eine Art permanenter Workshop, alles immer ganz spontan, und von den Älteren in der Gruppe haben wir Jüngeren enorm viel gelernt – die strahlten so eine Aura der Furchtlosigkeit aus. Den Workshop habe ich mehrere Jahre besucht und hatte dadurch auch die Möglichkeit, zu Castings zu gehen, weil er Teil eines Netzwerks war. Für den Workshop selbst musste man eine Aufnahmeprüfung bestehen. Die ganze Sache war also keine Frage des Geldes, was ich bewundernswert finde, weil dadurch auch Kinder aus ärmeren Familien mitmachen konnten.

Foster: Wow!

O’Connell: Die Ausbildung, die man uns gegeben hat, war jedenfalls ziemlich avanciert, würde ich sagen. Schauspieler wie Samantha Morton, Paddy Considine und Toby Kebbell haben ebenfalls dort angefangen, was für uns ein Ansporn war. Die Idee, selbst einmal Schauspieler zu werden, kam uns dadurch nicht ganz so irreal vor.

Foster: Würdest du sagen, dass du in deiner Arbeit einem System folgst, das man dir damals beigebracht hat? Oder hast du ein eigenes System, wenn du dir eine Rolle erarbeitest?

O’Connell: Ich denke, dass ich immer noch lerne und mir bei jedem Job neue Techniken aneigne. Ich sage immer, dass ich noch Praktikant bin. Ich lerne bei der Arbeit.

Foster: (lacht) Und was hast du bei Money Monster gelernt?

O’Connell: Nun, ich habe zwar schon mit amerikanischen Teams gearbeitet und kenne die Effizienz, die sie an den Tag legen, aber ich hatte noch nie zuvor in den USA gedreht. Die Erfahrung, dass für einen Dreh in Downtown New York Straßen abgesperrt werden und die NYPD das überwacht, war auf jeden Fall neu für mich.

Foster: Fühlte sich das komisch an?

O’Connell: Eigentlich war es die Art von Dreh, nach der ich mich schon eine Weile gesehnt habe, das, wovon man als junger Schauspieler träumt.

Foster: Wie war es für dich, mit George (Clooney) zu drehen? War es so, wie du es erwartet hast?

O’Connell: Ja! Er ist jemand, der einem die Nervosität nimmt. Bei unserer Arbeit ist es ja so, dass wir ständig mit neuen Leuten zu tun haben, weshalb man immer ein wenig unter Spannung steht. Aber George ist daran bereits so sehr gewöhnt, dass er einem die Spannung komplett nimmt. Man fremdelt in seiner Gegenwart nicht, was gut ist und auch wichtig für die Figuren war, die wir spielen.

Foster: Ich glaube, ihr seid in fast jeder Szene zusammen, fast so, als würdet ihr ein Pärchen spielen.

O’Connell: Ein überzeugendes Pärchen, hoffe ich (lacht).

Foster: Was hast du gemacht, als wir mit dem Dreh fertig waren?

O’Connell: Ich bin ein wenig in New York geblieben, Jodie!

Foster: Wie war das?

O’Connell: Das war gut. Ich wollte ein Gefühl für die Stadt entwickeln und ein bisschen dort leben. Jetzt kann ich sagen, dass ich das gemacht habe.

Foster: Würdest du das wiederholen wollen?

O’Connell: Oh ja, dort arbeiten und dort ein wenig Zeit verbringen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich dort für längere Zeit leben könnte.

Foster: Warum?

O’Connell: Weil ich mein Zuhause vermissen würde, meinen Fußballverein, meine Kumpels.

Foto © Stefan Heinrichs | Styling: Darcy Backlar

 

Foster: (lacht) Hast du dich einsam gefühlt in New York?

O’Connell: Ja, ich denke schon. Aber das ist eine Sache, mit der man als Schauspieler oft zu kämpfen hat. Es ist ein Gefühl, das ich bereits als Kind hatte, wenn ich längere Zeit für einen Dreh fortmusste. Obwohl man stets von vielen Leuten umgeben ist,sind es keine Leute, die einen kennen. Das waren alles Fremde. Und wenn ich den Leuten heute wieder begegne, mit denen ich damals gearbeitet habe, sind sie, obwohl wir uns irgendwie kennen, wieder Fremde. Unser Job ist einsam, man muss Verantwortung für sich selbst übernehmen, damit man darüber nicht verrückt wird.

Foster: Und wie machst du das?

O’Connell: Ich pflege meine Hobbys und meine Interessen, bin meiner Familie gegenüber loyal, meinem Fußballverein und meinen Freunden. Ich versuche mir ein Umfeld zu schaffen, das Sicherheit und Bodenhaftung gibt. Dabei würde ich nie behaupten, dass dies eine Sache ist, die nur Schauspieler betrifft. Ich glaube, das Problem kennt jeder, der wegen seiner Arbeit für eine gewisse Zeit aus seinem Alltag gerissen wird.

Foster: Ich weiß noch, wie ich als Teenager zu meinen ersten Drehs gefahren bin und zunächst immer meine Mutter dabeihatte. Aber irgendwann war sie dann eben nicht mehr dabei, und ich habe wirklich lange gebraucht, um damit klarzukommen. Man hat natürlich sein Hotelzimmer, in das man sich zurückziehen kann, aber es gibt auch die Hotelbar und all die Kollegen, die ebenfalls im Hotel wohnen. Und man denkt: „Ich habe eigentlich keine Lust, allein aufs Zimmer zu gehen.“ Die Vorstellung hat mir irgendwie Angst gemacht. Um mit der Situation klarzukommen, habe ich in den darauffolgenden Jahren dann immer so getan, als wäre ich zu Hause bei meiner Familie. Ich habe Suppen gekocht und so. Hotelzimmer kamen deswegen für mich nicht mehr infrage. Für Drehs habe ich mich in Wohnungen und Häuser eingemietet. Alles andere hätte mich verrückt gemacht.

O’Connell: Ja, das sind Dinge, vor denen man als Kind von erfahreneren Schauspielern gewarnt wird, auch wenn man das natürlich nicht so wirklich wissen will. Aber im Nachhinein hatten die natürlich vollkommen recht.

Foster: Als Teenager hast du die Serie Skins gedreht und musstest deswegen für lange Zeit von zu Hause fort, oder?

O’Connell: Ja, genau. Zwei lange Jahre haben wir jeweils das halbe Jahr lang in Bristol gedreht – und wenn wir für den Dreh nicht gebraucht wurden, konnten wir nach Hause fahren. Wegen des Budgets war aber nur Zugfahren drin. Also habe ich unglaublich viel Zeit in der Bahn verbracht. Ich war 17 und bin dabei fast wahnsinnig geworden, ständig allein im Zug zu sitzen. Aber daran muss man sich in unserem Job einfach gewöhnen. Und ich hatte das Glück, dass ich mich schon sehr früh gewöhnen musste.

Foster: Hattest du Vorbilder?

O’Connell: Ja, aber ich habe das nie groß betont, weil es auch nicht sonderlich originell ist: Als Kind habe ich immer zu Leonardo DiCaprio aufgeschaut. The Beach und natürlich Titanic, das waren einfach großartige Arbeiten, das hat mich wahnsinnig beeindruckt. Und Gary Oldman natürlich.

Foster: Was machst du eigentlich in deiner Freizeit, von Fußball einmal abgesehen?

O’Connell: Momentan versuche ich es gerade mit Golf.

Foster: (lacht) Du machst Witze! Trägst du dabei auch niedliche Golf-Outfits, gelbe Hosen und so?

O’Connell: Ja, was Golf angeht, ist das Tragen von gelben Hosen die einzige Sache, die ich momentan besonders gut kann. Aber ich arbeite daran. Es dauert allerdings, bis man darin besser wird. Für mich ist Golf eine gute Sache, mit der man sich zwischen den Jobs beschäftigen kann. Und ich boxe gern, Jodie.

Foster: Wo machst du das? Bist du in einem Verein?

O’Connell: Es gibt ein Gym in Derby und eins in London, in das ich, wenn ich Zeit habe, gehe. Ich mag es, bekannte Gesichter zu -sehen, mir gefällt die soziale Komponente beim Sport. Weil ich ständig unterwegs bin, ist es mit der praktischen Ausführung leider meist ein wenig schwierig.

Foster: Erzähl mir, wie dein perfekter Tag in Derby aussähe!

O’Connell: Also, an meinem perfekten Tag wache ich früh am Morgen auf, weil der Tag sonst ja schon gleich verschwendet wäre. Dann gehe ich mit einem Freund für eine halbe Runde auf den Golfplatz und versuche, neun Löcher zu schlagen. Hinterher würde ich irgendwo auf dem Land in einen Pub gehen und etwas essen. Wahrscheinlich ist es dann bereits Nachmittag, weshalb es sozial akzeptabel wäre, etwas zu trinken. Ich würde mit Freunden und meiner Familie ein paar Pints trinken. Danach müsste auf jeden Fall das Essen meiner Mutter auf den Tisch. Und zum Abschluss würden wir alle in einem Laden landen, in dem es einen Billardtisch gibt. Alle meine Freunde wären da, und idealerweise wäre es Freitag, und alle hätten am nächsten Tag frei, weshalb keiner früh nach Hause muss.

Foster: Das klingt gut. Deine Mutter kocht also für dich?

O’Connell: Oh ja, das tut sie! Gott segne sie!

Foster: Was ist dein Lieblingsgericht?

O’Connell: Ach, da gibt es viele Sachen. Sie macht ein tolles Irish Stew, sie war nämlich mal mit einem Iren verheiratet, meinem Vater. Und sie kocht ein gutes Lamm.

Foster: (lacht) Glaubst du, dass Komödien etwas für dich wären?

O’Connell: Ja, ich habe jedenfalls nichts dagegen. Ich habe auch für ein paar lustige Sachen vorgesprochen, nur ist es schwierig, da einen Fuß in die Tür zu bekommen, weil ich ja nicht gerade für meine Komödien bekannt bin. Aber ich versuche es. Um die Sachen, die man wirklich will, muss man ja oft am härtesten kämpfen. So wie es für mich bei Money Monster war.

Foster: Na komm, so richtig kämpfen musstest du eigentlich nicht. Nach nur einem Vorsprechen waren wir ganz hingerissen von dir, und du hattest uns überzeugt.

O’Connell: Danke, Jodie!

 

Jack O'Connell: “Unser Job ist einsam, man muss Verantwortung für sich selbst übernehmen, damit man darüber nicht verrückt wird”
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Foster: Musstest du für Unbroken vorsprechen?

O’Connell: Ja, erst habe ich mich mit einem Video beworben, dann kam Angelina nach England, und wir haben uns getroffen. Und dann mussten wir einen Screentest für Universal machen.

Foster: Wie war es eigentlich, mit zwei Regisseurinnen zu arbeiten, die auch Schauspielerinnen sind? Ich hoffe, du weißt, wie selten das ist?

O’Connell: Ich schätze mich auf jeden Fall glücklich. Ich glaube, dass Regisseure, die selbst Schauspieler sind, die Arbeit von Schauspielern mehr wertschätzen. Mir ging es bei der Arbeit jedenfalls sehr gut, und ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben.

Foster: Das hoffe ich auch. Das war eine ganz wunderbare Erfahrung, und ich könnte mit dem Ergebnis nicht zufriedener sein. Es sind ganz besondere Dinge passiert, und als sie passierten, hatte ich das Glück, dass meine Kamera an der richtigen Stelle stand. Kann es sein, dass wir uns bereits kommende Woche bei Presseterminen in Los Angeles sehen werden?

O’Connell: Ja, ich glaube.

Foster: Was hältst du von Interviews? Kommst du damit klar?

O’Connell: Na ja, man hat schon oft das Gefühl, sich ständig zu wiederholen, weil ja immer die gleichen Fragen gestellt werden. Aber es ist schön, wenn es dabei um einen Film geht, auf den man stolz ist.

Foster: Stimmt. Für mich sind Interviews eigentlich der schwierigste Aspekt an unserem Job. Es ist einfach so unglaublich seltsam, im Mittelpunkt zu stehen und Fragen zu beantworten, bei denen es um einen selbst geht. Aber egal, wir werden schon unseren Spaß haben. Ich kneife dich unter dem Tisch, wenn dir zu langweilig wird und du sonst einschläfst.

O’Connell: (lacht) Ja, sonst fange ich an zu schnarchen.

Foster: Ich kann gar nicht abwarten, das zu hören.

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