JAMEL SHABBAZ im Andy Warhol Questionnaire

Jamel Shabazz: Man and Dog The Lower East Side, NYC 1980

Am 6. März eröffnet in der Kölner Hadittha Gallery die Solo-Show des amerikanischen Fotografen JAMEL SHABAZZ (*1960). Wir haben uns gedacht: Einem waschechten New Yorker kann nur ein New Yorker die richtigen Fragen stellen. Also her mit dem Andy Warhol Questionnaire.

Interview: Träumen Sie?

Jamel Shabazz: Ja, vor allem dann, wenn ich einen Blattsalat mit viel Pfeffer gegessen habe.

Interview: Führen Sie Tagebuch?

Shabazz: Ja, seit 1980.

Interview: Was hatten Sie zum Frühstück?

Shabazz: Ein Glas Wasser mit zwei Teelöffeln Apfelessig, eine Schüssel Haferflocken mit einem Schuss Weizenkeim Öl, sowie zwei Orangen und eine Banane.

Interview: Wollen Sie für Ihre Schönheit respektiert werden?

Shabazz: Nein, ich möchte für meine Leistung respektiert werden.

Interview: Ein Traum-Dinner: Sie Andy Warhol – und…?

Shabazz: Muhammad Ali und Harry Belafonte.

Interview: Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Shabazz: Braun.

Interview: Was lesen Sie gerade?

Shabazz: Harry Belafonte – My Song: Die Autobiographie

Interview: Wie kommt es, dass Sie kein Erfinder geworden sind?

Shabazz: Ich verstehe mich als Erfinder.

Interview: Würden Sie jemals einen Ihrer Fans heiraten?

Shabazz: Das habe ich bereits getan.

Interview: Wie wurden Sie entdeckt?

Shabazz: Ich wurde noch nicht entdeckt. Viele kennen mich nicht.

Interview: Was war Ihr erster Job?

Shabazz: Ich habe mit 16 Jahren in einem Supermarkt die Lebensmittel aufgestockt.

Interview: Wer war die netteste Person für die Sie je gearbeitet haben?

Shabazz: Meine Mutter.

Interview: Was war das verrücktest, was Ihnen ein Fan je geschickt hat?

Shabazz: Darauf warte ich noch.

Interview: Sind Sie ein gute Koch?

Shabazz: Auf jeden Fall.

Interview: Gibt es etwas, dass Sie bereuen?

Shabazz: Es gibt viele Dinge, die ich bereue, aber man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Daher habe ich mir angewöhnt, jeden falschen Schritt als eine konstruktive kritische Erfahrung zu verstehen.

Interview: Wann werden Sie nervös?

Shabazz: Wenn zu Beginn eines 14 Stunden Flugs die Batterie meines I Pods leer geht und hinter mir ein zahnendes Baby sitzt, dass mich vielversprechend anlächelt.

Jamel Shabazz: Radio Man Flatbush, NY 1982

Seit seinem 15. Lebensjahr zeichnet Jamel Shabbaz ein Porträt des New Yorker Lebens: Die Jugend auf der Straße, die unterschiedlichsten Lebensumstände, den Lifestyle und die Musikkultur. Über die Jahre hinweg ist eine Serie an Bildern entstanden, die einen authentischen Blick auf die Straßenkultur der amerikanischen Metropole bietet und ein Gefühl für die Stadt aufleben lässt, das längst zu einem Mythos geworden ist.

 

Jamel Shabazz: Reflections from the 80 ́s

Eröffnung: Freitag, 6. März 2015, 18 – 21.00 Uhr. Der Künstler ist anwesend.

Laufzeit: 7. – 28. März 2015

Ort: Hardhitta Gallery, Limburger Straße 21, 50672 Köln

von: Anneli Botz