Kris Van Assche x DIOR x Skater Boys

Anton und seine Freunde Luis, Basti, Paul, Steffen und Moritz: Sie sehen gut aus, sie stehen auf Dior. Und auf Skateboards.

Foto: Vitali Gelwich, Skateboard: DIOR

Kris Van Assche, Sie haben Dior-Skateboards entworfen, fahren Sie?

KVA: Was Skate-Künste betrifft, halte ich mich besser daran, Larry Clarks Skatern von Weitem zuzuschauen.

Zu welcher Szene gehörten Sie als Teenager?

Kris Van Assche, Foto: Patrick Demarchelier

KVA: Es gab eine klare Trennung: New Waver oder Club Kid. Wenn ich auszogusging, zog ich mich „New Wave“an. Was aber nicht heißt, dass ich nicht allein in meinem Zimmer Dancemusik gehört hätte. Man kann aber davon ausgehen, dass ich mit meinen engen Jeans und knielangen Strickpullovern, Armeestiefeln und langen Haaren nicht in die Rave-Clubs reingekommen wäre, für die Belgien berühmt ist.

Wie darf man sich denn Londerzeel vorstellen, die kleine Stadt in Belgien, in der Sie aufgewachsen sind?

KVA: Sie liegt zwischen Brüssel und Antwerpen. Weniger als 20 000 Einwohner. Sie hat sich immer zu klein und konservativ angefühlt. Meine Eltern leben noch dort, der einzige Grund für mich zurückzufahren.

Foto: Vitali Gelwich, Styling: Alisa Vornehm, Look: DIOR HOMME

Heute ziehen Designer von einem Modehaus zum nächsten. Sie sind seit einem Jahrzehnt bei Dior. Wie haben Sie das geschafft?

KVA: Ich habe kein Geheimnis für Langlebigkeit, aber eine recht klare Vorstellung von dem, was ich sagen will und wie. Andererseits bin ich nicht nostalgisch, was meine Arbeit betrifft. Ich denke nicht groß über die Dinge nach, die ich früher gemacht habe.

Um 2000 stand Dior Homme für ultraschmale Anzüge. Wollten Sie danach Männlichkeit zurückbringen?

KVA: Nein, das würde ja bedeuten, dass sie vorher gefehlt hätte.
In meine erste Schau habe ich einen gewissen Klassizismus eingebracht, der seitdem ein wichtiger Teil meiner Designs ist. Aber ich habe Männlichkeit aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Von Subkulturen über Uniformen bis zu historischer Männerkleidung, wie man sie in Monsieur Diors Kleiderschrank gefunden hätte.

“In meine erste Schau habe ich einen gewissen Klassizismus eingebracht, der seitdem ein wichtiger Teil meiner Designs ist.”
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Selbst das Tribal-Tattoo, eine Art Non-grata-Symbol der letzten Jahrzehnte, hatte gerade auf Ihrem Laufsteg ein Comeback.

KVA: Mich hat interessiert, wie Gruppen sich Symbole aneignen. Je nachdem, ob sie in einen Crew-Cut einrasiert oder als Tattoo getragen werden, sind sie mal Clubkultur, mal Gangster oder Punk. Interessant, mit einem Hauch Nostalgie auf diese Phänomene zurückzublicken.

Foto: Vitali Gelwich, Styling: Alisa Vornehm, Look: DIOR HOMME

Alle Looks aus der Spring/Summer-2018-Kollektion von DIOR HOMME

Credits:

Fotos: VITALI GELWICH, Styling: ALISA VORNEHM
Haare: SIMONE ERL mit Produkten von SASSOON PROFESSIONAL, AMERICAN CREW, BUMBLE AND BUMBLE und DUSHAN PETROVICH mit Produkten von ORIBE
Make-up: MISCHELE ARIUNA
Models: ANTON JÄGER/TIAD, PAUL HERRMANN/TIAD, STEFFEN GRAP/TIAD, MORITZ ALTE/TIAD, BASTI ECKERT/THE SQUIRE, LUIS WATERKAMP
Produktion: GESA RUSCH und KATJA HORVAT
Foto-Assistenz: LUKAS WENNINGER
Styling-Assistenz: HELENA KUHNEN

07.03.2018 | Kategorien Fashion, Interviews, Magazin | Tags , , ,

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