Herr Ronson, kennen
Sie nur coole Leute?

Produzent und DJ Mark Ronson, 39, kann beim Sex keine Musik hören

© Action Press

INTERVIEW: Tanzen Sie zu Ihren Songs?

RONSON: Ich bin nicht wirklich der Tänzer. Fairerweise muss man sagen, ich hatte auch nie wirklich Gelegenheit zum Üben. Als DJ steht man ja nur hinter dem Pult. Ich mache ungern Dinge, in denen ich nicht gut bin.

INTERVIEW: Stellen Sie darum auch immer andere vors Mikrofon?

RONSON: Ich kann ja nicht singen.

INTERVIEW: Glauben Sie an Karma?

RONSON: Ja. Gott, Karma, das kann man nennen, wie man will. Aber es geht nichts über harte Arbeit. Es gibt dieses Klischee von Mozart, der sich hinsetzt, und plötzlich schlägt der Blitz ein, und das Meisterwerk ist vollendet. Das passiert vielleicht einmal alle Schaltjahre. Bei mir läuft es jedenfalls nie so.

INTERVIEW: Wann hatten Sie zum letzten Mal einen richtig schlechten Tag?

RONSON: Ich bin ziemlich dünnhäutig, also wird’s nicht allzu lange her gewesen sein. Das Schöne am Arbeiten ist ja, dass man keine Zeit für solchen Mist hat. Meistens kommt es erst hoch, wenn ich boxen gehe.

INTERVIEW: Sie boxen?

RONSON: Zweimal die Woche. Ich bin in einem wilden Haushalt aufgewachsen und nicht wirklich der konfrontative Typ. Das Boxen hilft mir dann. Den letzten wirklichen Scheißtag hatte ich übrigens vor ein paar Wochen. Ich hatte diesen Song mit A$AP Rocky und Miguel auf meinem Album, und in der letzten Minute sagten die Typen, dass ich das Sample nicht verwenden dürfe.

INTERVIEW: Und dann?

RONSON: Da kann man nicht viel machen. Eine Tragödie ist das, der Song ist großartig. Ich hoffe, ich kann die Sache retten.

INTERVIEW: Hängen Sie eigentlich nur mit coolen Leuten ab?

RONSON: Wieso, Bruno Mars ist der einzige coole Typ, den ich kenne.

INTERVIEW: Ach.

RONSON: Beim Rest bin ich froh, dass uns niemand zu sehen kriegt.

INTERVIEW: Warum?

RONSON: Wir sind ja alles Streber. Als Produzenten haben wir einen Beruf gewählt, bei dem wir mindestens zwölf Stunden am Tag allein in einem dunklen Raum sitzen. Wissen Sie, ich kann in kein Flugzeug steigen, ohne die ganze Zeit zu überlegen, woran mich die Pieptöne erinnern.

INTERVIEW: Dann ist es also nie still in Ihrem Kopf.

RONSON: Doch, aber bestimmt nicht mehr als zwei Prozent des Tages.

INTERVIEW: Was läuft denn da so?

RONSON: Das kann alles sein. Ich kann auch keine Musik hören beim Sex. Das lenkt mich nur ab. Ich überleg mir dann Sachen wie: „Was haben die für Mikrofone verwendet?“

 

Von: Roberta Fischli

28.12.2015 | Kategorien Interviews, Musik | Tags , , ,

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