Naomi Campbell interviewt Jeff Koons

Dieser Mann verkauft keine italienischen Sportwagen in New Jersey. Dieser Mann heißt Jeff Koons und ist der Popeye der amerikanischen Pop-Art. Seine Kunst ist grell, glatt und glänzend. Genau wie Jeff Koons selbst 

Jeff Koons in his studio, 1997. Photo: Ellen Von Unwerth/Art+Commerce

Naomi Campbell: Ich mochte deine Ausstellung Popeye Series gerne, die du vor ein paar Jahren in ­London hattest.

Jeff Koons: Danke.

Campbell: Wieso ausgerechnet Popeye?

Koons: Ich fühlte mich zu Popeye hingezogen. Vielleicht wegen meiner Eltern. Für diese Generation ist Popeye ein Symbol männlicher Kraft, analog zum Priapos in der griechischen Mythologie. Bei Popeye sorgt der Spinat für Stärke, in unserer Gesellschaft entspricht das der Kunst, die Transzendenz ins Leben bringt. Verstehst du, wie ich das meine? Ich mag die Parallelen, die Erhöhung der Empfindsamkeit. Kunst kann das leisten. Sie lehrt uns, zu fühlen und unsere Parameter zu justieren, sie hilft, engagierter zu leben.

Campbell: Eines deiner Werke, Balloon Flower, wurde für zwölf Millionen Pfund verkauft. Ist solch ein Wert für dich ein Zeichen der Anerkennung oder rein akademischer Natur?

Koons: Ich werte das als Zeichen unserer Gesellschaft. Zumindest ein paar Menschen scheinen zu denken, dass meine Objekte diesen Preis wert und darüber hinaus im Sinne der Gesellschaft zu schützen seien – weil sie einen Wert für die Gesellschaft darstellen. 

Campbell: Wie exzessiv darf Kunst werden? Was treibt dich an? Deine berühmte Puppy-Skulptur, die du vor dem Guggenheim Museum in Bilbao errichtet hast, ist 13 Meter hoch. Und man braucht 25 Tonnen Erde und 70 000 Pflanzen, um sie zu erhalten. Interview-Verleger Peter Brant, der ebenfalls einen Puppy besitzt, kostet der Unterhalt der Skulptur im Jahr gerüchtweise knapp 100 000 Euro.

Koons: Damit Kunst funktioniert, muss man offen bleiben. Das gilt für jede Art der Kunst. Puppy entstand nach meiner Serie Made in Heaven. Ich beschäftigte mich eingehend mit Barock und Rokoko, irgendwann entdeckte ich diese gigantischen Blumen-Arrangements, die man im Norden Italiens und im Süden Deutschlands, in Bayern, findet. Da kam ich auf die Idee, ein lebendes Kunstwerk zu schaffen, eine Skulptur, die einen eigenen Lebenszyklus beheimatet, in diesem Fall den der Pflanzen. Und das ist gar nicht so einfach. Ursprünglich wollte ich Puppy im Winter bauen. Als gigantische Skulptur aus Eis. Das wäre zwar dann sehr temperaturabhängig gewesen. Aber ich dachte, dass es einfacher sei – man kennt ja diese Skulpturen, die in den Alpen in den Skiresorts rumstehen. Einfach ein bisschen Wasser draufsprühen, fertig. Kennst du diese Skulpturen?

Campbell: Ja, klar.

Koons: Puppy wäre ein riesiger Eishund geworden. Aber da sich das Klima so rasant schnell ändert …

Campbell: Bepflanzt du Peter Brants Puppy jede Saison aufs Neue?

Koons: Ich habe Peter und seine Familie darin unterrichtet, wie man Puppy pflegt. Er war immer ein großer Fan der Skulptur – und als er seinen eigenen Puppy kaufte, erarbeiteten wir ein Programm dafür. Ich bin mehrere Saisons vorbeigekommen und habe ihn mit Peter neu bepflanzt, alles wurde dokumentiert, und jetzt wissen sie, wie man alleine weitermacht. Eigentlich kann man auch gar nichts falsch machen. Wenn man hundert Schulkindern eine Hundezeichnung zum Ausmalen gibt: Alle sind unterschiedlich, aber alle sind auf ihre Art auch richtig.

Campbell: Man kann also gar nichts falsch machen mit dem Riesenhund?

Koons: Ich sitze oft da, schaue mir irgendwelche Pläne an und stelle mir vor, ich wäre nicht involviert. Und denke dann oft: Wow, das ist toll, sie haben es fantastisch hinbekommen. Alles ist schön, wie es ist.

Campbell: Ein anderes wichtiges Werk deiner Karriere ist die Skulptur Michael Jackson and Bubbles. Wie wichtig ist Humor als Schlüssel zu deiner Arbeit? Ich habe Bubbles nie getroffen …

Koons: … und ich habe Bubbles getroffen, aber nie Michael!

Campbell: Den habe ich wiederum kennenlernen dürfen.

Koons: Yin und Yang, Naomi. Als ich die Skulptur anfertigte, war ich ziemlich eingeschüchtert vom überbordenden Talent, das Michael ausstrahlte. Er war so voller Energie und Leben, und das wollte ich mit der Skulptur einfangen. Genau das ist es, was ich eingangs meinte, als ich von der Erhöhung der Empfindsamkeit sprach. Das macht es leichter für Leute, sich, ihre Kultur und ihre Geschichte zu akzeptieren. Deswegen brauche ich diese spirituellen und autoritären Figuren – um den Menschen das Gefühl geben zu können, dass es okay ist. Wenn man es so sehen möchte, war Michael Jackson die Jesus-Figur unserer Zeit. Er hat den Menschen vergeben und sie als das angenommen, was sie sind.

Campbell: Ich hätte nicht erwartet, dass du dich um das Wohlergehen deiner Mitmenschen so sehr sorgst. Dass du so sensibel ihnen gegenüber bist. Es ist schön, das zu hören.

Koons: Danke, Naomi. Es ist interessant: Die meisten Menschen schauen sich meine Kunst gern an und deuten sie auf eine bestimmte Weise. Wenn du mich fragst, ist sie vor allem eins: Sie kritisiert nicht, will auch nicht richten. Sie ist antikritisch. Auch wenn manch einer sie für oberflächlich hält, sie als Kitsch bezeichnet.

Jeff Koons: “Bei Popeye sorgt der Spinat für Stärke, in unserer Gesellschaft entspricht das der Kunst, die Transzendenz ins Leben bringt. Kunst lehrt uns zu fühlen, sie hilft, engagierter zu leben”
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Campbell: Ein Wort, das ich nicht mag.

Koons: Ich auch nicht. Schon der Gebrauch des Wortes alleine ist ein Urteil. Sie vergessen, was für ein mächtiges Medium Kunst ist. Kunst kann berauschen. Genau wie Alkohol. Deshalb fing ich auch an, mich mit Luxus und spiegelnden Oberflächen zu beschäftigen, mir gefällt die berauschende Wirkung. Genau wie der proletarische Aspekt daran. Auch auf die Gefahr hin, dass manche Leute es als irgendein doofes Bling-Bling abschreiben.

Campbell: (lacht)

Koons: Hey, ich komme aus Pennsylvania. Mir geht es um Attraktion. Nicht viele Menschen in dieser Gegend haben eine Gartenkugel im Vorgarten liegen. Aus reflektierendem Glas!

Campbell: Das haben wir in London auch nicht.

Koons: Aber es gab sie im 19. Jahrhundert in Deutschland und Österreich. König Ludwig II. von Bayern setzte sich sehr für die Gartenkugeln ein. Einfach nur, um seinen Nachbarn einen schönen Anblick zu bieten.

Campbell: Wirklich?

Koons: So hörte ich.

Campbell: Du hast in Chicago studiert. An derselben Schule wie Walt Disney und Orson Welles. Hast du auch einen Mann namens Barack Obama in der windy city getroffen?

Koons: Nein, ich war ja nur mein letztes Schuljahr wirklich dort. Davor habe ich in Baltimore studiert. Dann bin ich nach Chicago gegangen, weil ich von Künstlern wie Ed Paschke und Jim Knott etwas über Ikonografie lernen wollte. Sie brachten mir bei, wie man fühlt und wie man andere Leute dazu bringt, etwas zu fühlen. Das ganze Vokabular. In Paschkes Bildern ist alles so unterschwellig angelegt wie bei den alten Meistern. Er entfernt nur später die Farbe, um dieses Flackern des Lichtes zu erzeugen. Jim Knotts Arbeiten beziehen sich mehr auf den dadais­tischen Surrealismus. Eigentlich verhält es sich ähnlich wie bei Pop, wobei es sich mehr auf die persönliche Ikonografie bezieht und Pop mehr auf Objekten basiert. Irgendwann habe ich mich jedoch in Chicago gelangweilt und beschlossen, nach New York zu ziehen.

Campbell: Dort hast du erst einmal als commodity trader an der Wall Street gearbeitet. Ist Kunst eine gute commodity?

Koons: Ich bevorzuge die Vorstellung, dass Kunst eine Erfahrung ist. Sie ist sehr bedeutungsvoll, codiert, voller Informationen, wie das Internet oder eine Bibliothek. Sie hilft uns, lebendig zu bleiben. Deshalb finde ich es sehr schade, wenn der wirtschaftliche Aspekt zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Campbell: Dabei hast du schon als Kind deine gemalten Werke im Laden deines Vaters verkauft.

Koons: Das stimmt. Er war Dekorateur und hatte einen Laden für Inneneinrichtung in Pennsylvania. Er war es, der meine ersten Bilder rahmte und im Schaufenster ausstellte. Da war ich gerade mal neun Jahre alt.

Campbell: Weißt du noch, für wie viel er dein erstes Bild verkauft hat?

Koons: Ich glaube, es waren 900 Dollar.

Campbell: Wow! 900 Dollar sind viel für einen Neunjährigen!

Koons: Vielleicht waren es auch nur 300, aber ich denke, es waren 900.

Campbell: Was hast du dir von dem Geld gekauft? Einen Popeye?

Koons: Wir haben ein ziemlich beschauliches Leben gelebt. Aber wenn ich etwas wirklich wollte, bekam ich es. Auch den Popeye.

Campbell: Du hast wirklich sehr jung angefangen.

Koons: Ja, und mein Dad hätte viel bessere Bilder ausstellen können. Aber er wollte mich unterstützen. Später, als ich nach New York ging, war es Patrick Lamnon, der mein erstes erwachsenes Kunstwerk kaufte: den Hoover Celebrity Vacuum Cleaner, den ersten Hoover, den ich überhaupt gemacht habe. Lamnon ist leider schon gestorben, aber ich erinnere mich noch genau, wie er in mein Studio kam. Er sagte: „Weißt du, Jeff, als ich angefangen habe, ging ich von Tür zu Tür und habe Staubsauger verkauft.“

Campbell: Er konnte deine Kunst mit seiner eigenen Erfahrung aufladen.

Koons: Genau wie ich, schließlich habe ich auch damit gesaugt. Zudem mag ich die Reverenz, dass die reisenden Handelsvertreter eigentlich an der Frontlinie unserer Kultur arbeiten. Ich habe ebenfalls Dinge von Tür zu Tür verkauft.

Campbell: Wirklich?

Koons: Ja, als Kind bin ich durch die Viertel gezogen, um Geschenkpapier, Schleifchen und Schokolade zu verkaufen. Meine Eltern fuhren mich extra in andere Vororte und warteten dann am Auto, bis ich alles verkauft hatte. Ich habe es geliebt: an eine fremde Tür zu klopfen, ohne zu ahnen, wer gleich aufmacht – eine tolle Erfahrung. Man wusste ja nie, was kommt: Ist der Mensch attraktiv? Ist er freundlich? Oder schlampig? Bittet er dich rein? Oder ist das Sofa mit Plastikfolie überzogen?

Campbell: Und du hast dein eigenes Geld verdient.

Koons: Ja, und noch mehr gelernt. Über Produkte, über das Verkaufen an sich. Über mich und mein Selbstvertrauen. Und vor allem über Menschen und ihre Bedürfnisse. Davon profitiere ich noch heute.

Jeff Koons: “Wenn man es so sehen möchte, war Michael Jackson die Jesus-Figur unserer Zeit. Er hat den Menschen vergeben und sie als das angenommen, was sie sind”
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Campbell: Du hast oft gesagt, Salvador Dalí habe großen Einfluss auf deine Arbeit gehabt. Was inspiriert dich am meisten? Die Formen, die Farben oder allgemein die surrealistische Natur seines Werkes?

Koons: Die surrealistische Natur. Dalí war der erste Künstler, den ich als Kind für mich entdeckte, der mir auf der Reise zu mir selbst beibrachte, was Kunst ist und was Kunst sein kann.

Campbell: Wie hast du ihn entdeckt?

Koons: Meine Eltern kauften mir ein großes Coffee-Table-Book, eine Werkschau. Und als ich 17 war, rief ich ihn an und fragte, ob ich ihn treffen dürfe. Er willigte sofort ein. Daraufhin besuchte ich ihn in seinem Hotel in New York, wir redeten über Kunst, er nahm mich mit in seine Ausstellung, erklärte mir die Bilder und posierte für Fotos. Salvador war ungemein großzügig.

Campbell: Wow, das hat sicher großen Eindruck auf dich gemacht.

Koons: Ja, ein Kid aus Baltimore, das den großen Dalí treffen darf! Dalí war so innovativ. Viel von dem, was später Pop-Art ausmachte, basiert auf seiner Arbeit. Die Idee, dass Maschinen Kunst fertigen, hatte er 1958. Und als der Papst nach New York kam, nahm er ein Foto, das er in einer Zeitung gefunden hatte, vergrößerte es und malte Maria und ihr Kind in sein Ohr. Heute kann man das Bild in der Sammlung des Mets bewundern … Dalí experimentierte gerne, er las Wissenschaftszeitungen, interessierte sich für Illusionen und Mathematik.

Campbell: Starb Dalí eigentlich in Amerika?

Koons: Nein, er verbrachte hier eine gewisse Zeit. Gestorben ist er in Spanien, in seinem Haus, soviel ich weiß …

Campbell: Ich liebe dieses Haus. Mit den Eiern auf dem Dach.

Koons: Hast du auch den Garten gesehen? Und den Glaspavillon?

Campbell: Nein, leider nicht. Ich hatte nicht genug Zeit. Wir standen nur davor. Mehr ging nicht, da wir eigentlich eine Titelgeschichte für Sports Illustrated schießen mussten.

Koons: Die Leute der Dalí Foundation erzählten mir, dass das Haus ohne Strom war, als Dalí einzog.

Campbell: Ich habe gelesen, dass er viele Bilder von seinen Assistenten hat malen lassen. Du hast ja auch eine eigene Factory, um Dinge schneller umsetzen zu können.

Koons: Es ist aber nicht so, dass andere malen und ich nur vorbeikomme und unterschreibe. Es dauert einfach immens lange, ein großes Bild zu malen. Ich schaffe zwischen sechs und acht Bilder pro Jahr. Gleichzeitig arbeite ich an anderen Dingen, Skulpturen, Projekten. Ich könnte auch den ganzen Tag nur malen. Letztendlich geht es darum, ein System zu kontrollieren, in dem Dinge entstehen, die in ihrer Absolutheit so sind, als hätte ich sie selbst gemacht.

Campbell: Eine ähnliche Arbeitsweise wie die von Andy Warhol. Hat er dich inspiriert?

Koons: Alles inspiriert, die ganze Welt um einen herum. Ed Paschke sagte damals in Chicago immer: „Junge, alles ist schon da, alles liegt ausgebreitet vor dir. Du musst es nur sehen.“

Campbell: Deine Partnerin ist ebenfalls Künstlerin. Arbeitet ihr oft zusammen oder ist es besser, die Kreativität unabhängig voneinander auszuleben?

Koons: Unser ganzes Leben ist ein Zusammenspiel. Wir haben vor fünf Wochen unser sechstes Kind bekommen.

Campbell: Oh mein Gott! Meine Glückwünsche! Das ist auch eine Form der Kunst!

Koons: Ja, ist es. Wir haben anfangs zusammen Schmuck designt, mittlerweile ist sie jedoch vor allem mit der Familie beschäftigt.

Antiquity 2 (Dots), Oil on canvas 2009-2012. Courtesy of The Jeff Koons Studio.

Campbell: Haben die Kinder eine künstlerische Begabung? Hast du sie schon an deine Farbtöpfe gelassen?

Koons: Meine Tochter scheint sich eher für dein Metier zu interessieren. Sie ist sehr weiblich. Ihr Lieblingsbuch ist Shoe-La-La.

Campbell: Ich kenne das Buch.

Koons: Ja? Es geht um ein junges Mädchen, das Schuhe und Shopping liebt. Genau wie meine Tochter. Sie kommt immer zu mir und zeigt mir irgendwelche Klamotten, die sie in Katalogen sieht. Daraus soll ich ihr dann vorlesen (lacht). Nein, meine Kinder sind sehr typische Kinder. Sie lieben die Familie, das Mädchen geht ins Ballett, die Jungs spielen Fußball.

Campbell: Jeff, wer versteht Kunst eigentlich besser: Amerikaner oder Europäer?

Koons: Ach, Naomi, das ist …

Campbell: … eine schwierige Frage, ich weiß.

Koons: Die Antwort fängt mit einer Gegenfrage an: Wie versteht der Mensch? Eine Spielart des Verstehens ist bewusstes Verstehen. Und im bewussten Verstehen von Kunst sind Europäer wahrscheinlich besser. Aber es gibt so viele Arten, Dinge zu verstehen, einzuordnen, zu fühlen … Was man mit Sicherheit jedoch festhalten kann, ist, dass Europa und Kunst eine gemeinsame Vergangenheit haben. Kunst wurde als politische Kraft benutzt, teilweise auch missbraucht. Beispielsweise von der Kirche.

Campbell: Aber Kunst wird in Europa auch institutionell geehrt – du wurdest 2002 in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

Koons: Ja, ich besitze einen Verdienstorden.

Campbell: Ebenso wie Paul McCartney und David Bowie.

Koons: Ich verehre David Bowie wie kaum einen anderen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er ist eine Gottheit, er ist Apollo. Und Paul McCartney, herrje, ich kann mich noch an den Auftritt der Beatles in der Ed Sullivan Show erinnern. Später, mit 16, hörte ich dann eher Led Zeppelin, Jimmy Page und Robert Plant. Damals träumte ich davon, ein interessantes Leben zu leben. Ich fuhr mit dem Auto durch die Gegend, hörte ihre Musik und malte mir die Zukunft aus. Als ich Robert Plant vor einem Jahr zum ersten Mal traf, sagte ich ihm, dass er mir beigebracht hat, zu fühlen. Heute kann man Musik gar nicht mehr so laut hören wie damals. Schon gar nicht in meinem Studio.

Campbell: Weil heute alle ihre weißen Kopfhörer aufhaben?

Koons: Ja. Früher habe ich selber welche getragen, aber heute nervt mich das. Weil ich wissen und mitkriegen will, was um mich herum geschieht.

Campbell: Deine Kunst ist sehr kostspielig. Die Celebration-Serie hat dich an den Rand des Bankrotts geführt. Was ist der größte Luxus, den du dir leistest, abgesehen von deiner Kunst?

Koons: Die Möglichkeit, Dinge einfach zu machen, sie einfach umzusetzen. Das gilt sowohl für die Kunst als auch für mein Leben. Meine Familie und ich besitzen eine Farm in Pennsylvania, die ich sehr liebe. Dort können meine Kinder wirklich frei sein, sie können rumrennen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das gönne ich mir. Dafür habe ich keine Sportwagen.

Campbell: Aber einen großen Geländewagen, oder?

Koons: Ja, das schon.

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