Smalltalk mit Chester Bennington

2014 hat unsere Redakteurin den jüngst verstorbenen Linkin Park-Sänger zum Interview getroffen.



INTERVIEW: Stimmt es, dass dieses Hotel Ihr Lieblingshotel in Berlin ist?

CHESTER BENNINGTON: Ja! Eigentlich mein Lieblingshotel auf der ganzen Welt. Es gibt nur eines, was ich auszusetzen habe: Das Zimmerservice-Menü ist zu klein.

INTERVIEW: Was fehlt Ihnen denn?

BENNINGTON: Ein Thunfischsandwich wäre toll. Ich bin mir aber sicher, ich bekäme mein Thunfischsandwich, würde ich freundlich danach fragen.

INTERVIEW: Wie schade, dass Sie nur einen Tag hierbleiben können, weil Sie an diesem Wochenende gleich zwei Auftritte mit Linkin Park haben, einmal bei „Rock im Park“ und einmal bei „Rock am Ring“. Haben Sie verschiedene Outfits für die beiden Konzerte?

BENNINGTON: Eigentlich nicht. Allerdings habe ich gestern Abend bei einem Gig mein T-Shirt in die Massen geworfen, um dann zu bemerken, dass es eines meiner Lieblings-T-Shirts war. Ziemlich doof gelaufen!

Foto via Getty Images

INTERVIEW: Was war es denn für ein T-Shirt?

BENNINGTON: Ein schwarzes T-Shirt von John Varvatos. Aus sehr feiner Baumwolle, so dass man fast durchsehen konnte.

INTERVIEW: Und warum haben Sie es dann weggeschmissen?

BENNINGTON: Ich habe ungefähr drei Plakate gesehen, auf denen stand: „Wirf mir dein T-Shirt zu!“ Und dann ist es einfach passiert (lacht).

INTERVIEW: Für Porsche Design haben Sie eine eigene Kollektion entworfen. Wie fühlt es sich an, in Klamotten herumzulaufen, die man selbst gestaltet hat?

BENNINGTON: Gar nicht so seltsam. Peinlich wäre es nur, wenn ich in einem Linkin-Park-T-Shirt herumliefe. Bands in ihrem eigenen Merchandise-Zeug gehen gar nicht. Iron Maiden macht das zum Beispiel sehr gern.

Foto via Getty Images

INTERVIEW: In Ihre 24-Stunden-Tasche passt ein Paar Schuhe. Wie viele Schuhe würden Sie für eine Woche mitnehmen?

BENNINGTON: Hätten Sie mich vor 15 Jahren gefragt, wäre die Antwort ganz klar gewesen: alle, die ich habe! Ich war der Typ im Bus mit den drei riesigen Taschen. Ich bin ein Mode-Opfer. Ich liebe Schuhe, ich liebe Klamotten, ich liebe Schmuck.

INTERVIEW: Und was war Ihr größter Faux-pas in Sachen Mode?

BENNINGTON: Mein größter? Ich würde sagen, mein gesamtes Leben zwischen 23 und 27. So ziemlich jedes Foto von mir und der Band, das in dem Zeitraum aufgenommen worden ist, beweist es.

INTERVIEW: Da müssen Sie mir jetzt kurz auf die Sprünge helfen.

BENNINGTON: Eines meiner „Lieblingsbilder“ zeigt mich mit Piercing in der Unterlippe, einer schwarzen Hornbrille, Armbändern bis zu den Schultern und zu Spitzen gegelten, kolorierten Haaren. Und dazu dann ein von zu viel Bier aufgedunsenes Gesicht.

INTERVIEW: Ah, ich erinnere mich!

BENNINGTON: Sehen Sie?!

von Raha Emami Khansari

21.07.2017 | Kategorien Interviews, Musik | Tags , ,

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