"Ich habe es gern direkt"

Modedesigner Giorgio Armani stellt derzeit in Mailand die Fotografien von Larry Fink aus. Wir haben ihn gefragt, wieso.

© Larry Fink | Schirn PR

INTERVIEW : Herr Armani, warum stellen Sie die Fotografien von Larry Fink aus?

GIORGIO ARMANI : Ich finde sie faszinierend. Man bekommt das Gefühl, damals mit ihm dabei gewesen zu sein. Die Leute auf seinen Bildern wähnen sich unbeobachtet, die Kamera scheinen sie nicht bemerkt zu haben. Das finde ich erstaunlich, denn andererseits muss Larry Fink ihnen sehr nahegekommen sein.

INTERVIEW: Würden Sie sich selbst so aufnehmen lassen?

G A : Ich habe es gern direkt. So als ob mir der Fotograf in die Augen schaut.

 

© Larry Fink | Schirn PR

INTERVIEW: Man erzählt sich, Sie hätten Ihr Medizinstudium abgebrochen, um Fotograf zu werden – stimmt das denn?

G A : Mein Studium habe ich abgebrochen, weil ich unabhängig sein wollte. Ich habe dann als Schaufensterdekorateur und Fotoassistent für das Mailänder Kaufhaus La Rinascente angefangen. Danach ging ich zu Cerruti. Aber Kino und Fotografie sind die beiden Kunstformen, zu denen ich mich noch heute hingezogen fühle. Und dieses Gefühl ist möglicherweise über die Zeit noch stärker geworden.

I N T E R V I E W : Was fotografieren Sie selbst gern?

G A : Ich selbst mache eigentlich keine Fotos, ich knipse.

I N T E R V I E W : Gibt es Fotografien, die Ihnen besonders viel bedeuten?

G A : Meine erste Werbekampagne. Ich kann mich gut an das Glücksgefühl erinnern, aber auch, wie überrascht ich damals war, als ich die Aufnahmen zum ersten Mal sah, die Aldo Fallai damals gemacht hatte. Ich hatte die ganze Zeit neben ihm gestanden, und trotzdem sah ich auf den Abzügen etwas, das ich nicht erwartet hatte. Was zuvor nur in meiner Fantasie existiert hatte, war Wirklichkeit geworden.

Die Fotografien von Larry Fink werden bis zum 30. Juli in Mailand ausgestellt (armanisilos.com)

07.06.2017 | Kategorien Fashion, Interviews, Stil | Tags , , , ,

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