"Warum fühlen Sie sich schuldig,
Jared Leto?"

Der Hollywoodstar spielt gerne extreme Rollen. Das macht ihn zum idealen Gesicht für den neuen „Gucci Guilty Absolute“-Duft.

Interview: Herr Leto, die meisten Amerikaner sollen Düfte mögen, die eine Vanillenote haben. Das erinnert sie daran, wie sie als Kinder mit ihren Müttern gebacken haben. Gilt das auch für Sie?

Jared Leto: Wow, das wusste ich gar nicht. Klingt aber schön. Wer liebt es nicht, mit der Mutter zu backen? Ich mochte immer den Duft von Bäckereien. Besonders zur Weihnachtszeit. Das hat etwas sehr Nostalgisches. Daher kann ich verstehen, wenn man diesen schönen Moment zurückholen will.

Welcher Duft weckt bei Ihnen diese Erinnerungen?

J L : Der Geruch von einem Kamin. Das ist immer magisch. Ich mag holzige, erdige Düfte. Vielleicht weil ich als Kind viel im Wald gespielt habe.

Woran erinnert Sie „Gucci Guilty Absolute“?

J L : Ich denke an den Kurzfilm zum Duft, den wir vor einem Jahr in Venedig gedreht haben. Wir waren im Dezember in der Stadt. Das war so eine coole Erfahrung. Der Ort ist einfach magisch. Dass die Stadt über dem Wasser schwebt, ist doch nicht möglich. Ich war schon ein paar Mal da, aber noch nicht im Winter. Es war geisterhaft leer.

Sie haben sehr eng mit Alessandro Michele, dem Gucci-Designer, zusammengearbeitet. Konnten Sie sich riechen?

J L : Oh ja, er riecht sehr gut. Sehr sauber. Er hat mir nicht verraten, welchen Duft er trägt. Aber es ist auf jeden Fall ein Cologne. Mit einer holzigen Note.

Wie muss eine Frau riechen?

J L : Sauber.

Also eher seifig.

J L : Es muss nicht unbedingt seifig sein. Ich mag generell schwere, moschusartige Düfte. Blumige, pudrige gefallen mir nicht. Sie darf einfach nicht schmutzig riechen. Obwohl das manchmal auch okay ist.

Was finden Sie schmutzig?

J L : Sägespäne, den Geruch von Chemikalien. Ich habe ein sehr sensibles Näschen. Alles, was synthetisch riecht, stresst mich. Auch Umweltschmutz.

Apropos: Riecht Alessandro Michele auch ein bisschen ­„guilty“?

J L : Die Frage ist: Wie riecht „guilty“?

Ihre Antwort?

J L :  Ich würde sagen: gut. Sehr gut.

Können Sie das genauer beschreiben?

J L : „Guilty“ riecht nach Spaß, nach Regelbruch. Dass etwas unsicher, vage ist.

Und? Fühlen Sie sich schuldig, wenn Sie „Gucci Guilty Absolute“ mal nicht tragen?

J L : Nein. Weil es manchmal schön ist, etwas zur Seite zu legen, und wenn man es wieder benutzt, Freude daran zu haben.

Verraten Sie uns Ihre „guilty pleasures“?

J L : Ich habe einige. Gerade heute wieder. Ich hatte ein Stück von einem sehr mächtigen Kürbiskuchen. Für gewöhnlich esse ich so was nicht und habe mich wirklich schuldig gefühlt.

Sind Sie auf Diät?

J L : Ja.

Was dürfen Sie essen?

J L : Ich ernähre mich „clean“, das heißt, ich vermeide weiterverarbeitete Lebensmittel.

Warum machen Sie das?

J L : Ich mache das schon lange, weil es wichtig ist, gesund zu leben. Ich bin sportverrückt und treibe ihn am liebsten im Freien. Dafür muss ich stark sein.

Fotos: Courtesy of Gucci

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