Tom Wlaschiha:
„Das sieht ja aus wie das Berghain!“

In Game of Thrones spielt der Deutsche Tom Wlaschiha den Mann ohne Gesicht – mit uns hat er über die Türpolitik der Fantasy-Serie gesprochen.
Foto: BREUEL-BILD/ABB

Interview: Ich war überrascht, Sie als Jaqen H’ghar, den Mann ohne Gesicht, in Game of Thrones wiederzusehen. Sie auch?

Tom Wlaschiha: Ja, also jein, bei der Serie weiß man ja nie so richtig. Ich hatte die Hoffnung, zurückkehren zu dürfen, wusste aber, dass in den bisher veröffentlichten Büchern meine Figur nicht mehr auftaucht. Mein Glück war, dass der Autor (George R. R. Martin) so langsam schreibt, dass die Produzenten somit freie Hand hatten.

Interview: Jaqen spricht von sich selbst und anderen Leuten in der dritten Person. Können Sie das auch privat? Ich würde das Interview gern in der Form weiterführen.

Wlaschiha: (lacht) Ein Mann könnte es gewiss, aber dann werden die Sätze so lang.

Interview: Das macht nichts. Da klingt gleich alles, was man sagt, viel weiser. Die Sätze bekommen so eine Tiefe.

Wlaschiha: Total. Es hören einem die Leute auch zu, das ist man sonst ja gar nicht gewohnt (lacht). 

Interview: Ist das beim Spielen umständlich?

Wlaschiha: Nee, da ist man im Flow drin. Nur in der deutschen Synchro werden die Sätze so wahnsinnig lang. Da muss man entweder schneller sprechen, oder man wird nicht fertig.

Interview: Sie drehen relativ viel international. Wie kam das?

Wlaschiha: Weil es in Deutschland anfangs wahnsinnig schwer ist, einen Fuß in die Tür zu kriegen, habe ich mir parallel eine Agentur im Ausland gesucht, und nach zwei Jahren kamen die ersten Jobs. Das war auf jeden Fall die beste Entscheidung, die ich beruflicher Art getroffen habe.

Interview: Sie drehen gerade in Kroatien die Serie Crossing Lines?

Wlaschiha: Ja, da geht es um eine Polizeieinheit beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Interview: Also im Grunde so ähnlich wie Game of Thrones – nur ohne Drachen.

Wlaschiha: Und ich wechsele auch nicht mein Gesicht (lacht).

Interview: Macht es eigentlich Spaß, in historischen Kostümen zu spielen?

Wlaschiha: Total. Und wenn man dann in diesen Kulissen steht und so ein Kostüm anhat, geht es sowieso fast wie von selbst.

Interview: Gibt es das Gebäude mit der schwarz-weißen Tür eigentlich wirklich? Steht das irgendwo rum?

Wlaschiha: Nee, das gibt es nicht, das ist Greenscreen. Aber als ich die zweite Folge gesehen habe, dachte ich: „Das sieht ja aus wie das Berghain!“

Interview: Vielleicht wäre das eine Idee für ein Redesign.

Wlaschiha: Aber das sieht doch ein bisschen wie das Berghain aus, oder?

Interview: Jetzt, wo Sie es sagen. Nur stehen weniger Leute davor und warten auf Einlass. Allerdings ist die Tür ähnlich streng.

Wlaschiha: (lacht) Ja, die Tür ist ähnlich streng. Aber die Musik ist leider scheiße.

“Mein Glück war, dass der
Autor so langsam schreibt

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Die fünfte Staffel „Game of Thrones“ läuft seit April.

 

Von: Harald Peters

16.06.2015 | Kategorie Interviews | Tags , , , ,

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