Andi Gáldi Vinko: Paradisco

Was macht eigentlich die heutige Jugend aus? Und wie sehen sich die Protagonisten selbst? Die aus Ungarn stammende Fotografin Andi Gáldi Vinko untersucht diese Fragen und stellt ihre mitunter surrealen Inszenierungen nun zum ersten Mal in London aus.

Die in Ungarn geborene und in London lebende Fotografin Andi Gáldi Vinkó zeigt in ihrer Debut-Ausstellung das Fotoprojekt Paradisco, eine seit 2010 fortlaufende Portraitserie, die einer soziologischen Studie ähnelt. Ihre Bilder, so sagt die Fotografin, sind der Versuch ihre Generation, die sie auch als desillusionierte Jugend bezeichnet, abzubilden. Der Titel der Show spielt dabei auf die Dualitäten und verschiedenen Welten an, in der sich die Jugendlichen häufig wieder finden – zwischen existenziellen Ängsten und völligen Absurditäten.

Andererseits wird in ihren Fotografien auch ersichtlich, wie sehr sich die Protagonisten einen festen Platz in der Welt wünschen. Ohne Unterlass und mit scheinbar unendlicher Energie demonstrieren sie, wie sie sich selbst sehen. Sie positionieren sich, setzen sich in Szene und sharen ihre Inszenierungen anschließend auf Social Media Plattformen wie Instagram oder Facebook. „The 15 minutes of fame have become five seconds, and recognition comes from social media. Everybody knows it, talks about it but nothing really changes“. Vinkós Motive und Themen changieren dabei zwischen Extravaganz und Melancholie, inhärieren oft das surreale Moment. Gerade diese Dichotomien geben ihren Aufnahmen etwas Besonderes, das in Zeiten von unaufhörlichen Bilderfluten oft und gern übersehen wird. Auf ihren Fotografien zeigt Vinkó auch private Objekte und Freunde.

Wir zeigen eine Bildauswahl:

Alle Bilder © Andi Gáldi Vinkó

 

Paradisco by Andi Gáldi Vinkó

05.06.2015 – 29.06.2015

Stour Space, London

 

Von: INSA GRÜNING