Ausstellungshighlights im November!

Andreas Gursky, Paris, Montparnasse, 1993, C-Print © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Haben Sie den Überblick der sehenswertesten Ausstellungen verloren? Dann sind unsere Kunsthighlights für diesen Monat genau das Richtige für Sie. Welche Schauen Sie unbedingt noch sehen müssen und welche neu eröffnen, erfahren Sie in unseren Ausstellungstipps.

Agnes Martin

Die Kunstsammlung NRW widmet der Malerin Agnes Martin eine umfassende Retrospektive und ehrt damit ein malerisches Werk, das im Umfeld des abstrakten Expressionismus entstanden ist, sich aber ebenso durch minimalistische Tendenzen auszeichnet. In Kooperation mit der Tate Modern London, dem LACMA Los Angeles und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York werden in der Ausstellung Gemälde und Zeichnungen einer der bemerkenswertesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts zu sehen sein. Versprochen werden außergewöhnliche Seherlebnisse.

Agnes Martin,

07.11.2015 – 06.03.2016,

Kunsthalle Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Portraitfotografie heute

Das Interesse am menschlichen Abbild ist uralt, seit der Erfindung der Fotografie ohnehin ungebrochen. In der Ausstellung DAS SIND WIR  werden nun relativ junge Fotografien aus dokumentarischen als auch experimentellen Kontexten präsentiert. In diesem Zuge werden zugleich aktuelle Strategien, Haltungen und Methoden aufgezeigt, mit denen sich künstlerisch arbeitende Fotografen dem Genre heute nähern. Der Einfluss des Internets wird dabei ebenso beleuchtet wie Genderthemen. Unbedingt anschauen!

DAS SIND WIR – Porträtfotografie 1996 bis 2013

20.11.2015 – 21.03.2016

Berlinische Galerie

Kunst & Tanz: William Forsythe

William Forsythe gilt als Erneuerer des Balletts und hat Generationen von Tänzern geprägt. Sein Ansatz ist multidisziplinär – er erarbeitet klassische Ballettchoreographien, experimentelle Tanztheaterstücke, digitale Tanzpartituren als auch raumbezogene Installationen, die den Zuschauer mit einbeziehen. Das MMK Frankfurt widmet dem international bekannten Künstler nun eine umfangreiche Werkschau. Im Fokus der Ausstellung stehen vor allem raumgreifende Installationen wie die interaktive Videowand City of Abstracts (2000) oder der Ringe-Parcours The Fact of Matter (2009), bei dem die Besucher Künstleranweisungen erhalten, den Raum zu durchqueren ohne dabei den Boden zu berühren.

William Forsythe. The Fact of Matter

Oktober 2015 bis 31. Januar 2016

Museum für modern Kunst (MMK1)

Die große Anton Corbijn Retrospektive

„I was always looking for inner beauty and struggle.“ sagte der Fotograf Anton Corbijn einmal. Auch beruflich hielt er sich immer an dieses Credo. In seinen Portraits berühmter Persönlichkeiten und Ikonen der Popkultur verweigert er in konsequenter Weise eine rein oberflächliche Darstellung. Stattdessen feiert er in seinen Bildnissen Anti-Posen und Anti-Stars. In gewisser Weise dekonstruiert Corbijn den distanzierten Glamour und setzt sowohl formal als auch inhaltlich auf Verletzbarkeit und enge Beziehungen zu seinen Modellen. In seiner Arbeitsweise ähnelt eher allerdings eher einem typischen Straßenfotografen als einem klassischen Porträtisten. Anlässlich seines 60. Geburtstages zeigt die C/O Berlin nun eine umfassende Ausstellung (im engeren Sinne sind es sogar zwei: Hollands Deep & 1-2-3-4) mit rund 600 Fotografien Anton Corbijns, die sein umfangreiches Werk der letzten 40 Jahre würdigt. Nicht verpassen!

Anton Corbijn. Retrospektive. Hollands Deep & 1-2-3-4

7. November 2015 bis 31. Januar 2016

 C/O Berlin, Amerika Haus, Berlin

Die märchenhafte Welt der Sarah Moon

Ende November eröffnet im Haus der Photographie eine Ausstellung, die sich dem Gesamtwerk der Modefotografin Sarah Moon zuwendet. Bekannt wurde die Künstlerin durch zahlreiche Kampagnen, die sie für große Modehäuser wie Dior, Chanel, Comme des Garcons oder Issey Miyake schoss. Ihr Stil zeichnet sich durch Unschärfen und blassen Farbnuancen aus, wodurch ein Spiel mit märchenhaften und traumhaften Elementen entsteht. Moon wird daher oftmals auch in die Nähe der so genannten Mood-Fotografie gestellt. Daneben hat sich die Fotografin aber auch einen Namen als Kurz- und Dokumentarfilmerin frei von Auftragsarbeiten gemacht. In Hamburg wird nun ihr gesamtes Euvre –von Porträts, Stillleben, Stadt- und Landschaftsstücken – mit rund 350 Fotografien und fünf filmischen Werken präsentiert.

Sarah Moon – Now and then

27. November 2015 bis 21. Februar 2016

     Haus der Photographie, Hamburg

Metro Mattresses

Der in Los Angeles lebende Künstler Ed Ruscha beschäftigt sich mit den typischen Landschaften des amerikanischen Westens und arbeitet in verschiedenen Medien. Für seine neue Serie Metro Matttrasses, die ab dem 31. Oktober in Berlin bei Sprüth Magers ausgestellt wird, hat Ruscha sich dem Motiv der Matratze gewidmet. Gefunden hat der diese in verschiedenen Stadien der Verwahrlosung auf den Straßen L.As. Welch „zinnträchtiges“ Objekt hinter einer Matratze stecken kann, das zeigt der Künstler nun mit dieser Ausstellung. Zeitgleich läuft in der Galerie die Einzelausstellung Parallel Planar Panels von Andrea Zittel. Ein Besuch lohnt sich also gleich doppelt!

Ed Ruscha. Metro Mettrasses

3. November 2015 bis 16. Januar 2016

Sprüth Magers Berlin

Daniel Turner

In der KÖNIG GALERIE werden im November zwei herausragende Arbeiten des New Yorker Künstlers Daniel Turner ausgestellt. Zum einen das Skulpturenpaar Britannica (2012) – zwei Objekte, in deren Oberfläche Edelstahlspülbecken mit Wasserhähnen eingelassen sind. Zum anderen eine Heftmappe, R-2271 (2015), deren Inneleben offenbar entfernt wurde. Gemeinsam ist den uns vertrauten, aber aus ihren originalen Kontexten entrissenen Gegenständen, dass sie über sich hinaus verweisen. Turner Arbeiten waren in den letzten Jahren weltweit in verschiedenen Ausstellungsprojekten zu sehen.

Daniel Turner

31. Oktober 2015 bis 6. Dezember 2015-10-28

König Galerie | St. Agnes Chapel

Daniel Turner, Britannica (2012), Foto via Koenig Galerie

Germaine Krull – eine Avantgardistin der Fotografie

Der Martin Gropius Bau zeigt seit Mitte Oktober eine Retrospektive über das vielseitige und außergewöhnliche Werk der Fotografin Germaine Krull, die eine der bedeutendsten Fotografinnen im Paris der 1920er und -30er Jahre war. Im Stile des Piktorialismus hielt Perosnen, Interieurs mit der Kamera fest. Ihre Fotoreportagen wurden damals in Magazinen wie der VU, der Variété und Jazz veröffentlicht – Krull gehörte zu einer der wichtigsten Protagonistinnen der modernen Fotografie. Zum ersten mal wird ihr bisher wenig erforschtes Werk nun in Deutschland präsentiert.

Germaine Krull – Fotografien

15. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016

Martin-Gropius-Bau, Berlin

„Outsider-Kunst“, die sich sehen lassen kann

Kasper König und Falk Wolf haben zusammen die Ausstellung Der Schatten der Avantgarde kuratiert, in der sie 13 Künstler zeigen, deren Kunst in den letzten Jahrzehnten nahezu ausschließlich als „Naive“ oder „Outsider-Kunst“ kategorisiert wurde. Zu Unrecht, wie die Schau belegt. Die ausgestellten Werke der Moderne stehen den großen Vorreitern in nichts nach. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Henri Rousseaz, André Bauchant, Séraphine Louis, Martin Ramírez sowie Bill Traylor. Ebenso allerdings auch berühmte Schlüsselwerke von bekannten Vertretern wie Paul Gaugin, Blinky Palermo der Mike Kelley. Eine Schau, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Der Schatten der Avantgarde

Rousseau und die vergessenen Meister

2. Okt. 2015 bis 10. Januar 2016

Museum Folkwang, Essen

Brennpunkte der modernen Lebenswelt

Im Museum Frieder Burda wird zur Zeit die von Udo Kittelmann kuratierte retrospektive Ausstellung Andreas Gursky gezeigt. Präsentiert werden seine bekannten und großangelegten Gesamtkompositionen, die sich durch technische (digitale Bildbearbeitung) als auch bildnerische Qualität auszeichnen. Der in Düsseldorf lebende Künstler fängt in seinen Motiven bildet in seinen Fotografien nicht nur reale gesellschaftliche und politische Brennpunkte ab, sondern arrangiert immer wieder auch fiktive Phatasiewelten, die herrschenden Machtstrukturen und Weltordnung bloßlegen.

Andreas Gursky

3. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016

Museum Frieder Burda, Baden-Baden