Die Berlin Art Week 2017

Berlin wird wieder der Mittelpunkt der Kunstszene, die Berlin Art Week startet heute

me Collectors Room /Stiftung Olbricht Portrait of a Nation Mohammed Kazem, Fotografien mit einer Fahne, 1997 © Mohammed Kazem / Gallery Isabelle van den Eynde, Dubai

Für jeden ist etwas dabei, die internationale Kunstszene trifft sich wieder in Berlin. Zwei große Kunstmessen- die art berlin und die Positions Art Fair 2017- über 200 beteiligte Galerien, 40 Ausstellungen, zahlreiche Veranstaltungsorte, Gesprächsrunden und noch viel mehr erwartet Euch bei der 6. Berlin Art Week. Ein vielfältiges Programm wird präsentiert, wir haben einen kleinen Überblick:

 

art berlin

Die neu gegründete art berlin ist eine Kooperation der abc art berlin contemporary und der Art Cologne. Als Weiterentwicklung der abc findet die Kunstmesse im September 2017 erstmalig statt: Unter der Leitung von Maike Cruse, die bereits Direktorin der abc war, präsentiert die art berlin rund 110 internationale und nationale Galerien aus 16 Ländern in der Station am Gleisdreieck. Neben junger sowie etablierter zeitgenössischer Kunst gibt es auf der art berlin Kunst der Moderne und Nachkriegszeit zu entdecken. Viele Galerien führen das Prinzip der abc weiter und präsentieren Einzelpositionen oder kuratierte Stände.

Am Freitagabend bieten die, an der art berlin teilnehmenden Berliner Galerien, die Möglichkeit ihre Ausstellungen bis 21 Uhr zu besuchen. Viele dieser Ausstellungen werden an diesem Abend eröffnet und ergänzen das Wochenendprogramm der Berlin Art Week.

artberlinfair.com | Station Berlin | 14—17 SEP 2017

Luckenwalder Straße 4—6|10963 Berlin

abc art berlin contemporary, Installationsnasicht, 2016, Foto: Stefan Korte

POSITIONS Berlin Art Fair

Für ihre vierte Ausgabe kehrt die POSITIONS Berlin Art Fair in die Arena Berlin zurück. Vom 14. – 17. September zeigt die Messe erneut, was der internationalen Kunstszene wichtig ist: Entdecken und Wiederentdecken, Qualität und ein Diskurs, der sowohl etablierte Sammler als auch ein junges kunstinteressiertes Publikum erreicht. Bei den ausgestellten Kunstwerken geht es um Relevanz und Aktualität: Starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne werden nebeneinander präsentiert. 84 Aussteller aus 15 Ländern zeigen auch dieses Mal ihre prägnantesten künstlerischen Positionen. Ausgewählt wurden hierfür Newcomer genauso wie Galerien mit langjähriger Ausstellungstradition.

positions.berlin 14—17 SEP 2017

Arena Berlin Eichenstraße 4 | 12435 Berlin

POSITIONS Berlin Art Fair Messe / Fair Foto: Oana Popa

Akademie der Künste

Sagen Sie’s den Steinen. Zur Gegenwart des Werks von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub Ausstellung, Filmretrospektive, Rencontres, Schönberg-Woche

In fast 50 Jahren gemeinsamer Arbeit haben Danièle Huillet (1936-2006) und Jean-Marie Straub (geb. 1933) eines der einflussreichsten, zugleich kontroversesten Werke des modernen Kinos geschaffen – stets in der Auseinandersetzung, oft im Konflikt mit ihren Vorlagen: Texten von Hölderlin, Kafka, Brecht, Pavese oder Malraux, der Musik von Bach und Schönberg, der Malerei Cézannes. Ein Werk, dem das Missverständnis anhängt, es sei hermetisch, erweist sich heute als offen, verspielt und radikal zeitgenössisch. Die Ausstellung widmet sich der Arbeitsweise Straub/Huillets und setzt Bezüge zu aktuellen künstlerischen Positionen. Drei Rencontres befragen das Werk aus der Gegenwart, eine Retrospektive beginnt im Oktober. Kuratoren Annett Busch, Tobias Hering. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

adk.de| Eröffnung 13 SEP, 19 Uhr

Ausstellung 14 SEP—19 NOV 2017 | Hanseatenweg 10|  10557 Berlin

Akademie der Künste, Sagen Sie‘s den Steinen. / Tell it to the Stones, Danièle Huillet und Jean-Marie Straub, in den Gärten des Palais de Chaillot, Paris, 1990er Jahre © BELVA Film

Hamburger Bahnhof –Museum für Gegenwart – Berlin  

Festival of Future Nows 2017 →∞ Eine Kooperation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin mit dem Institut für Raumexperimente e.V.

Zur Berlin Art Week 2017 findet im Hamburger Bahnhof die 2. Ausgabe des Festival of Future Nows statt. Die diesjährige Kooperation der Nationalgalerie mit Olafur Eliasson und seinem Institut für Raumexperimente e.V. versammelt wie schon 2014 ganz unterschiedliche künstlerische Arbeiten von über 100 internationalen Künstlern. Im Zentrum des viertägigen Festivals stehen dabei disziplinübergreifende Formate wie temporäre Setzungen, kollektive Performances, improvisierte Installationen, situative Lesungen, poetische Klangdarbietungen oder spielerische Interaktionen getreu dem Motto: Die Herausforderung liegt im Moment. Der Zeitpunkt ist immer jetzt. Das Projekt wird unterstützt durch die Volkswagen Aktiengesellschaft und ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie.

www.smb.museum/hbf  Festival 14—17 SEP 2017| Eröffnung 14 SEP, 19 Uhr

geöffnet täglich bis 23 Uhr, Eintritt frei

Invalidenstraße 50—51 | 10557 Berlin

Hamburger Bahnhof— Museum für Gegenwart—Berlin, Festival of Future Nows 2017, Alvaro Urbano, Skin and Bones, Performance, Festival of Future Nows, 2014 Foto: Institut für Raumexperimente, UdK Berlin

Sammlung Boros

Die Sammlung Boros ist eine Privatsammlung zeitgenössischer Kunst. Sie umfasst Werkgruppen internationaler Künstler von 1990 bis heute. In einem umgebauten Bunker werden auf 3000 qm Ausschnitte der Sammlung in wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit gezeigt. In der dritten Werkpräsentation zeigt die Sammlung Boros neu erworbene und raumspezifische Arbeiten im Verbund mit Werken der 1990er und 2000er Jahre. Seit 2008, als der umgebaute Bunker als Ausstellungsort eröffnet wurde, haben 300.000 Menschen das historische Gebäude aus dem Jahr 1941 in Berlin-Mitte besucht.

Sammlung Boros |Bunker

Sonderöffnungszeiten zur Berlin Art Week
16, 17 SEP 10—18 Uhr

Reinhardtstraße 20| 10117 Berlin

www.sammlung-boros.de

Sammlung Boros, Privatsammlung / Private Collection, Katja Novitskova, Pattern of Activation, 2014 © NOSHE

C/O Berlin Danny Lyon  Message to the Future

1963 – Szenen mit jungen afroamerikanischen Demonstranten, in die Hände klatschend, einer reckt den Arm nach oben, Rassenkampf und brutale Polizeigewalt. Danny Lyon, Sohn jüdischer Einwanderer, ist 21 Jahre jung, furchtlos und Student an der University of Chicago, als er diese Aufnahmen des Protestes und den historischen Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit fotografiert. Jene bewegenden Bilder machen den Fotografen und Filmemacher später zu einem der wichtigsten Chronisten der US-amerikanischen Bürger- rechtsbewegung.

Als einzige Station in Deutschland präsentiert C/O Berlin diese umfangreiche Retrospektive mit rund 175 Fotografien, darunter die wichtigsten Serien der späten 1960er- und 1970er-Jahre als auch die weniger bekannten Filme, Collagearbeiten und Materialien aus Danny Lyons privatem Archiv. Die Ausstellung wurde von Julian Cox kuratiert und von den Fine Arts Museums of San Francisco organisiert.

Danny Lyon  Message to the Future

Eröffnung 15 SEP, 19 Uhr 16 SEP—3 DEZ 2017

C/O Berlin  Amerika HausHardenbergstraße 22—2410623 Berlin

C/O Berlin, Danny Lyon, Message to the Future, Danny Lyon, The March on Washington, August 28, 1963 © Danny Lyon / Magnum Photos, Courtesy Gavin Brown‘s Enterprise

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht

Portrait of a Nation
Zeitgenössische Kunst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit Werken aus der ADMAF Art Collection

„Portrait of a Nation“ gibt einen Einblick in das Schaffen von 50 zeitgenössischen Künstlern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Besucher sind eingeladen, das Land durch die individuellen Sichtweisen der teilnehmenden Künstler auf ihre Heimat zu erkunden. Die Ausstellung ist in sieben Themenräume gegliedert: Nation & Einheit, Geographie & Natur, Architektur & Urbanismus, Porträt & Identität, Religion & Spiritualität, Sprache & Kalligraphie, sowie Tradition & Erbe. Die Ausstellung zur zeitgenössischen emiratischen Kunst zeigt unter anderem Werke aus der Kunstsammlung der Abu Dhabi Music & Arts Foundation (ADMAF). Im Jahr 1996 gegründet, ist sie eine der ältesten, non-profit Kulturorganisationen des Arabischen Golfes.

www.me-berlin.com

13 SEP, 13—20 Uhr| 14—17 SEP 12—19 Uhr

Ausstellung 13 SEP—29 OKT 2017

Auguststraße 68| 10117 Berlin
me Collectors Room, Portrait of a Nation, Lamya Gargash, Diana, 2012, aus der Serie ‚Im Spiegel‘, Diptychon C-Print, je 114 x 76 cm, Credit: Lamya Gargash / Galerie The Third Line

KW Institute for Contemporary Art Willem de Rooij. Whiteout

Das KW präsentiert in der Ausstellung ausgewählte Werke des Künstlers Willem de Rooij (*1969, NL) aus den letzten 20 Jahren. Zentral für de Rooijs Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den ethischen und politischen Folgen der massenhaften Verbreitung visueller Medien sowie mit der Repräsentation von angeeigneten Bildern kultureller und historischer Artefakte und mit künstlerischen Quellen. Die Ausstellung in den KW zeigt zudem bedeutende Arbeiten, die de Rooij mit seinem früheren Partner Jeroen de Rijke während einer zwölfjährigen Kollaboration unter dem Namen de Rijke/de Rooij (1970—2006) realisierte.

www.kw-berlin.de

Eröffnung 13 SEP, 19—22 Uhr| Ausstellung 14 SEP—17 DEZ 2017

Auguststraße 69| 10117 Berlin

KW Institute for Contemporary Art, Willem de Rooij, Willem de Rooij, Bouquet VI, 2010, 100 schwarze Tulpen, 100 weiße Tulpen / 100 black tulips, 100 white tulips, Vase, Sockel / plinth, Sammlung / Collection Stedelijk Museum, Amsterdam

Werkschau Miet Warlop

Im HAU Hebbel am Ufer gibt es eine Werkschau der belgischen Künstlerin Miet Warlop. In ihren performativen Arbeiten entwickelt Warlop mit Mitteln von Theater und Bildender Kunst “lebende Bilder”, die zwischen absurdem Theater und ausgefallenen Tableaux Vivants angesiedelt sind. Am HAU war sie erstmals im November 2012 im Rahmen der Wiedereröffnung des Hauses zu Gast, bei der sie szenische Elemente ihrer Produktion “Mystery Magnet” zeigte. 2015 wurde sie mit “Dragging the Bone” und zuletzt im April 2017 mit der Performance “Fruits of Labor” vom HAU nach Berlin eingeladen. Zum ersten Mal sind die drei Arbeiten, die Miet Warlop selbst als “portraits of a decade” bezeichnet, nun gemeinsam in einer Werkschau zu sehen.

HAU Hebbel am Ufer

Performances 14—16 SEP 2017 HAU1 HAU 2 HAU 3

HAU Hebbel am Ufer Werkschau / Performances, Miet Warlop, Dragging the Bone, Foto: Reinout Hiel

Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.) 

Harun Farocki Retrospektive Mit anderen Mitteln — By Other Means

Harun Farocki (1944–2014) gilt als einer der wichtigsten und international einflussreichsten deutschen Filmemacher. Sein OEuvre umfasst mehr als 100 Filme und Produktionen: Experimental- und Dokumentarfilme, Essay-, Kurz- und Spielfilme. Sein Gesamtwerk geht aber weit darüber hinaus, auch im Bereich bildende Kunst als Video- und Installationskünstler war er international erfolgreich, ebenso als Dozent und Medien- theoretiker. Farocki war ein Ethnograf kapitalistischer Lebenswelten, die er intellektuell sezierte und analysierte. Entscheidend für seinen Ansatz und sein Gesamtwerk ist die Untersuchung der Bedeutung von Bildern, ihrer Entstehung und insbesondere der ihnen eingeschriebenen Machtstrukturen.

Eröffnung 13 SEP, 18 Uhr

Ausstellung 14 SEP 2017—28 JAN 2018

Chausseestraße 128 / 129| 10115 Berlin

Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.), Harun Farocki Retrospektive, Harun Farocki, 2009, © Markus J. Feger

Haus am Lützowplatz Thomas Feuerstein — Prometheus Delivered

Das Haus am Lützowplatz zeigt in Berlin die erste institutionelle Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Thomas Feuerstein (*1968, lebt in Wien). Der an der Schnittstelle von angewandter und theoretischer Wissenschaft arbeitende Künstler verschränkt in seinen Projekten Episteme aus Philosophie, Kunstgeschichte und Literatur mit Biotechnologie, Ökonomie und Politik zu einem künstlerischen Narrativ, welches Fragen nach existentiellen Grundparametern und dem Ursprung von Leben eröffnet. Ein wesentlicher Aspekt von „Prometheus Delivered“ ist die Dekonstruktion des griechischen Mythos über die menschliche Schöpferkraft und Hybris. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Eres Stiftung München und wird realisiert durch die Berliner Schering Stiftung.

Eröffnung 13 SEP, 19 Uhr| Ausstellung 14 SEP—19 NOV 2017

Lützowplatz 9| 10785 Berlin

Haus am Lützowplatz, Thomas Feuerstein, PROMETHEUS DELIVERED, Marmor, 2017 © Thomas Feuerstein

MUSEUM FRIEDER BURDA SALON BERLIN

NATHALIE DJURBERG & HANS BERG mit Werken von Willem de Kooning aus der Sammlung Frieder Burda 

Mit der aktuellen Präsentation erweitert der Salon Berlin seine Ausstellungsfläche und initiiert eine außergewöhnliche Korrespondenz. Die mit hypnotischen Soundtracks unterlegten Animationsfilme und Installationen des schwedischen, in Berlin lebenden Künstlerpaares Nathalie Djurberg und Hans Berg (beide *1978) begegnen einigen ausgewählten Arbeiten aus dem Spätwerk Willem de Koonings, eines Meisters des abstrakten Expressionismus und der amerikanischen Nachkriegskunst. Djurbergs & Bergs „schreckliche“ Frauen, Verführerinnen, Dämonen, Hexen und Übermütter erinnern an de Koonings berühmten „Woman“- Zyklus aus den frühen 1950er Jahren. Wie auch bei de Kooning bildet der künstlerisch transformierte und deformierte Körper den Zugang zu unterdrückten psychischen Zuständen – allerdings unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen. Denn Djurberg nutzt die Deformation, um ganz bewusst die Rollenbilder und Machtverhältnisse in einer männlich dominierten Welt zu reflektieren. Djurbergs & Bergs künstlerischer Prozess ist wie bei de Koonings durch Intuition, den unmittelbaren Umgang und physischen Umgang mit dem künstlerischen Medium bestimmt.

www.museum-frieder-burda.de

Sonderöffnungszeiten zur Berlin Art Week| 13 SEP, 12—22 Uhr, 14—17 SEP, 10—18 Uhr

Ehemalige Jüdische Mädchenschule| Auguststraße 11—13| 10117 Berlin

Museum Frieder Burda / Salon Berlin, Privatsammlung / Private Collection, NATHALIE DJURBERG & HANS BERG mit Werken von Willem de Kooning aus der Sammlung Frieder Burda, Ausstellungsansicht / Installation view 2017, Foto: Roman März © Nathalie Djurberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Das komplette Programm findet ihr unter berlinartweek.de. Und zur weiteren Einstimmung auf kunstvolle Tage, hier noch der offizielle Trailer der BERLIN ART WEEK 2017: