Farbexplosionen
von Filippo Minelli

Der italienische Künstler Filippo Minelli lässt bunte Farbwolken in einsamen Landschaften explodieren und übt damit politischen Protest.

Filippo Minelli, Courtesy of Somerset House

Falls Ihnen einmal ein abstraktes Farbgebilde im nächst gelegenen Naherholungsgebiet entgegen wehen sollte, handelt es sich vermutlich nicht um unbekannte Alien im Landeanflug. Dann könnte es vielleicht sein, dass Filippo Minelli irgendwo in der Nähe war und eine seiner bunten Farbwolken losgelassen hat.

Der italienische Performance-Künstler flutet seit 2009 regelmäßig die Natur mit Farbbomben, die sich in der Luft zu mystischen Gebilden verformen. Mit seiner Serie Silence/Shapes möchte Minelli der Ruhe dieser verlassenen Orte eine Form geben – meistens setzt er seine Arbeiten deshalb in den Bergen, an Seen oder in leer stehenden Gebäuden um.

Die Idee zum Projekt entstand bereits 2001, dem Jahr, als der G8-Gipfel in Genua/Italien tagte. Begleitet wurde die Veranstaltung von ruhigen Demonstranten, die von der Polizei unter Einsatz von Tränengas zurückgedrängt wurden. Minelli, der aus der Protest- und Graffiti-Kunstszene kommt, dekontextualisierte die Tränengaswolken von damals und verwandelt sie immer wieder in farbintensive, künstlerische Artefakte. So wie er der Stille durch seine Farbexplosionen einen Körper verleiht, übt er mit seinen Performances auch stillen Protest.

Mehr von Filippo Minellis Arbeiten sehen Sie in der Galerie:

Alle Bilder © Filippo Minelli 

Filipp Minellis Serie Silence/Shapes ist Teil der Ausstellung

Venturing Beyond: Graffiti and the Everyday Utopias of the Sreet

3. März bis 2. Mai 2016

Somerset House, London

 

Von: Insa Grüning