Mit David Bowie und Iggy Pop durchs
Berlin der Siebziger

Sieben Jahre lang war die Deutsche Esther Friedman die Freundin von Iggy Pop. Mit der Kamera dokumentierte sie ihre Zeit mit Pop, Bowie & Co.

Esther and Iggy Pop, 1978 © Esther Friedman / Hubertushoehe Art + Architecture

Esther Friedman ist 19 als sie 1974 von Mannheim nach Berlin zieht. Gerade hat sie eine Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen, schon hat Friedman ihre Sachen gepackt und ist mit einem Freund nach Osten gefahren. In Berlin lernt sie den Amerikaner James Osterberg kennen – der sich, wenn er oberkörperfrei auf der Bühne steht, Iggy Pop nennt und sich gerade von den Stooges getrennt hat. Es ist die Zeit der großen Rockstars in West-Berlin: Pop ist hier und sein Freund David Bowie, auch Nick Cave und Joy Division kommen immer wieder in die Stadt.

Esther Friedman und Iggy Pop werden ein Liebespaar. Gemeinsam mit Bowie wohnen sie in Schöneberg in der Hauptstraße 155: Bowie im Vorderhaus, Friedman und Pop im Hinterhaus. Die beiden Musiker stecken in einer Krise und wollten sich eigentlich in Berlin von ihrem Rock’n’Roll-Leben in Los Angeles erholen. An Drogen und Exzess mangelte es in der eingemauerten Stadt, die in den siebziger und achtziger Jahren Künstlern, Hausbesetzern und Hedonisten aus aller Welt als Anlaufstelle diente, zwar nicht. Dafür gab so viel künstlerische Freiheit wie kaum irgendwo anders.

DB smiling right © Esther Friedman / Hubertushoehe Art + Architecture

Der Musik tat es jedenfalls gut: In Berlin hatten David Bowie und Iggy Pop eine ihrer wichtigsten Schaffensphasen. Bowie nahm in den Hansa-Studios seine Alben Heroes, Low und Lodger auf, Iggy Pop spielte die Alben The Idiot und Lust For Life ein. Einige von Pops bekanntesten Hits entstand in den Aufnahmeräumen nahe der Berliner Mauer: The Passenger etwa (eine Hommage an die Berliner S-Bahn) und China Girl (das Bowie später coverte und zum Hit machte).

Sieben Jahre lang dokumentiert Esther Friedman ihren gemeinsamen Alltag: Iggy Pop in der U-Bahn, Abende in der Transenbar, David Bowie auf der Bühne und immer wieder die graue Kulisse West-Berlins, das noch mehr nach Nachkriegszeit als Achtziger-Jahre-Boom aussieht.

40 Jahre später werden Friedmans Bilder nun in der Ausstellung No Idiot 2 zum ersten Mal in Berlin gezeigt.

 

Esther Friedman: No Idiot 2

Hubertushoehe Art + Architecture

Karl-Marx-Alle 98, Berlin

Bis 12. März