An der Bar mit
Martin Kippenberger

Ein neuer Bildband zeigt die wahre Passion des Fotografen Nic Tenwiggenhorn und gewährt Einblicke in die rheinische Kunstszene der 70er Jahre.

v. l. n. r.: Köln, Bar des Hotel Chelsea, 1989. Wolfgang Bauer, Luis Claramunt, Ulrich Strothjohann, Martin Kippenberger, Michael Krebber, Sven-Åke Johansson | (c) Nic Tenwiggenhorn / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / courtesy Schirmer/Mosel

Nic Tenwiggenhorns Karriere startete in den 1960er Jahren. Mit einem Abschluss der renommierten Folkwang-Schule in der Tasche, sicherte er sich zunächst mit kommerziellen Arbeiten als Werbefotograf seinen Lebensunterhalt. Später eröffnete er in Düsseldorf ein eigenes Studio. Zu seinen Auftraggebern gehörten die großen Marken der Automobilindustrie wie VW oder Daimler Benz.

Daneben aber war er auch immer wieder als freischaffender Fotograf unterwegs, seine Reportagefotografien der 60er Jahre sowie späteren Porträt-Dokumentationen der lebhaften rheinischen Kunstszene der siebziger Jahre, zeigen seine wahre Berufung: Nic Tenwiggenhorn, ein heruasragender Reportagefotograf und kenntnisreichen Beobachter seiner Zeit.

Seit den 1950er Jahren begab Tenwiggenhorn sich immer wieder auf neues Terrain, hielt auf zahlreichen Reisen mit seiner Kleinbildkamera das öffentliche Leben fest. Ob Köln, Marokko, Japan oder Russland – immer wieder war er auf der Suche nach besonderen Situationen, die den Alltag und den Zeitgeist anderer Kulturen, aber auch bedeutende Momente des politischen Weltgeschehens dokumentierten. Ein großer Teil seines umfangreichen Werkes ist jedoch in seiner Heimat, dem Rheinland, entstanden, das in den 60ern und 70ern eine lebhafte Kunstszene hervorbrachte.

Tenwiggenhorn mischte sich unter das Volk und kam dem Who is Who der Düsseldorfer und Kölner Kunstlandschaft dabei außergewöhnlich nahe. Die Liste der Künstler, Socalities und Fotografen, die er getroffen hat, scheint endlos. Zu Gast auf Joseph Beuys‚ privater Geburtstagsfeier oder an der Hotelbar mit Martin Kippenberger – seine spontanen und körnigen Schwarz-Weiß Aufnahmen geben einen authentischen Einblick in das Leben der damaligen Kunstszene wieder.

Alle Bilder: (c) Nic Tenwiggenhorn / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / courtesy Schirmer/Mosel

Ein neuer Fotoband präsentiert jetzt die zum großen Teil bisher ungesehenen Aufnahmen von Nic Tenwiggenhorn, die in ihrer Gesamtheit nicht nur ein Stück Kunstgeschichtsschreibung dokumentieren, sondern auch das künstlerische Werk des Fotografen würdigen. Parallel werden die rund 230 Fotografien noch bis zum 15.1.2017 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf ausgestellt.

Nic Tenwiggenhorn Fotografien 1951-2012. Mit Texten von Kay Heymer, Anne Rodler und Beat Wismer 286 Seiten, 230 Abbildungen in Duotone

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