Die schöne Einsamkeit der Elite-Studenten

Melancholische Sommer und ein schaler Nachgeschmack nach dem Exzess: Paddy Summerfield fotografierte in den Siebziger-Jahren Studenten in Oxford.

© Paddy Summerfield

Ach, in den alterwürdigen Hallen von Oxford zu studieren! Diese Vorstellung ist, wenn man der Schriftstellerin Silvia Plath glauben darf,  zugleich „eine beängstigende und wundervolle Sache“. Das zumindest schreibt Plath im Sommer 1952 in ihr Tagebuch.

Ganz ähnlich muss es Paddy Summerfield empfunden haben, als er in den Sechziger- und Siebziger-Jahren mit seiner Kamera über den Campus der Elite-Universität streunte. „Ich fühlte mich wie ein Außenseiter. Ich hatte das Gefühl, dass immer etwas los war, dass es Partys und Trinkgelage gab. Aber stets anderswo“, erinnert sich Summerfield. „Diese Einsamkeit habe ich oft bei den Studenten wahrgenommen, die ich fotografierte. Wir waren alle zusammen einsam.“

Passend dazu zeigen Summerfields Bilder, die nun im Fotoband The Oxford Pictures erschienen sind, Sommer voller sonnengetränkter Melancholie. Jugendliche, die träge im Gras liegen (oder auf den Tischen der historischen Studierzimmer), in die Sonne blinzeln, Tennis spielen. Trotzdem durchzieht eine Dunkelheit das ausgelassenen Sommertreiben, die Atmosphäre wirkt fast surreal. Man feiert in theatralischer Ausgelassenheit und in voller Kostümierung. Anschließend bleibt ein trauriges Chaos.

Ach, in Oxford zu studieren.

Paddy Summerfield: The Oxford Pictures. 1968-1978. Dewi Lewis Publishing

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