Wolfgang Tillmans designt Poster gegen EU-Austritt

„What is lost is lost forever“: Mit einer Posterkampagne will Wolfgang Tillmans britische Jugendliche dazu bringen, gegen einen EU-Austritt Großbritanniens zu stimmen.

© Wolfgang Tillmans

Als erster Nicht-Brite gewann der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans einst den Turner Prize – nun setzt er sich gegen einen Austritt Großbritanniens aus der EU ein. Gemeinsam mit seinen Teams in London und Berlin hat Tillmanns 25 Poster entworfen, die die Briten dazu aufrufen, gegen einen solchen Austritt zu stimmen. Sie tragen Aufschriften wie „What is lost is lost forever“ oder „Rupert Murdoch can buy the British government. But not a union of 28 countries“ und sollen vor allem Jugendliche dazu bringen, am 25. Juni zum Volksentscheid zu gehen – dann stimmen die Briten darüber ab, ob Großbritannien in der EU bleibt oder nicht.

Tillmans, der in den Neunzigern durch seine rohen Aufnahmen von Jugend- und Clubkultur berühmt wurde, hat in Großbritannien studiert und lebt seit langem in London (auch wenn er seinen Wohnsitz mittlerweile zusätzlich wieder in Berlin hat). Er beobachte die Anti-Europa-Bewegung, die vor allem von rechten Strömungen betrieben wird, mit Entsetzen, schreibt Tillmans in einem offenen Brief auf seiner Website – wo sämtliche Poster als pdf heruntergeladen werden können. Deshalb wolle er aktiv werden. Er ruft dazu auf, die Plakate auszudrucken oder über Social Media zu verbreiten: „I consider them open-source, you can take my name tag off if more appropriate.“