Unser Guide zum
Gallery Weekend 2016
– Teil II

Vom 29. April bis zum 1. Mai findet zum zwölften Mal das Gallery Weekend in Berlin statt. Wir haben unsere Highlights zusammengestellt und schicken Sie mit nützlichem Wissen präpariert durch die Hauptstadt!

Künstler: Adriano Costa

Galerie: Supportico Lopez

Ort: Kurfürstenstraße 14b, 10785 Berlin

Das Wort portugiesische Wort “caipira“ ist in manchen Fällen ein abwertender Begriff für die Bewohner, Dialekte und kulturellen Manifestationen der südlichen Staaten von Brasilien. Im Allgemeinen bezeichnet es die ländlichen Gebiete des Staates Sao Paulo. Der brasilianische Künstler Adriano Costa belebt das Wort für den Titel seiner ersten Einzelausstellung mit der Galerie neu: STORYTELLINGCAIPIRA. Costas Methoden sind impulsiv und rhythmisch, schon allein durch seinen Einsatz von populärer Ikonographie.

“peacock “, 2016 Courtesy of the artist and Supportico Lopez

Galerie: Klemm’s

Künstler: Bernard Piffaretti

Ort: Prinzessinnenstraße 29, 10969 Berlin

Seit den 1980er Jahren konzipiert Bernard Piffaretti Bilder mit Bezug auf die Ideen von „Neustart“ und „Erinnerung“.  Dabei präsentiert sich jedes seiner Werke als eine ganzheitliche Betrachtung der Malerei. Der Maler schafft einen antiautoritäre Aspekt durch eine vertikale Linie auf der Mittelachse der Leinwand, durch die Trennung der Leinwand in zwei Hälften schafft er den Ausgangspunkt für sein Verfahren: Vervielfältigung als Methode. Nach der Fertigstellung der ersten Hälfte setzt er seine Arbeit auf der anderen Seite der Trennlinie fort. Was auf den ersten Blick schlicht und einfach erscheinen mag, entpuppt sich als essenzieller Bestandteil seines Schaffens.

Untitled, 2016 Courtesy the Artist and Klemm’s, Berlin

Galerie: Daniel Marzona

Künstler: Olaf Holzapfel

 Ort: Friedrichstraße 17, 10969 Berlin

Holzapfels neue Bilder aus Stroh und Kakteenfasern beschreiben die Beziehung von Mensch und Landschaft, sie übersetzen Raum in Flächen. Es sind Materialbilder der Peripherie – Strohbilder aus der Lausitz und Brandenburg, Chaguarbilder aus den Trockenwäldern des Chaco Nordargentiniens, Bilder und Falten ineinandergesteckten Strohs, Linienräume, in denen sich das Licht bricht, netzartige gewebte Textilbilder aus Kakteenfasern gefärbt mit Stoffen, die aus umgebenden Pflanzen gewonnen werden. In ihnen verbinden sich traditionelle Motive mit zeitgenössischen Kompositionen aus Pfaden, Spiralen, Feldern zu landschaftlichen Bildräumen. Die nach uralten Handwerkstechniken gemachten Arbeiten Holzapfels verunklären innerhalb der zeitgenössischen Kunst die strikte Trennung von Natur und Kultur.

Chaguarbild (13), 2012-2015

Galerie: Société

Künstler: Petra Cortright

Ort: Genthiner Straße 36, 10785 Berlin

Petra Cortright gilt als eine der erfolgreichsten Post-Internet-Künstlerinnen unserer Zeit. Mit ihrem ersten Video Webcam, das als unmittelbare Reaktion auf die Selfie-Welle zu verstehen ist, feierte sie einen riesigen Erfolg. Ihre Medien: das Internet, YouTube-Videos, Bildschirmschoner und Computergrafiken. Kurzum: Kunst der Generation Selfie. In Berlin präsentiert die 29-jährige Artdirektorin nun noch bis Ende Mai ihre Ausstellung Die Rose, in der unter anderem die Videoinstallationen Bridal Shower (2013)  und Main Bitch (2012) zu sehen sind. Hier geht es übrigens zum Interview mit der Künstlerin.

 

Bridal Shower, 2013 Webcam video Courtesy the artist and Société, Berlin

Galerie: Galerie Neu

Künstler: Anne Collier

Ort: Linienstraße 119 abc, 10115 Berlin

Anne Collier untersucht in ihren Fotografien verschiedene Formen von Repräsentation. Insbesondere interessiert sich die Künstlerin für die Ikonographie von Bildern und stellt daher oft vorgefundene Bilder und Objekte in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ob gedruckte Sammlerstücke, Zeitschriften, Vintage-Plakate oder Werbung – Collier bildet ausgewählte Massenprodukte der Populärkultur der 1970er und 1980er Jahre ab. Themen wie Selbstdarstellung, Biografien berühmt gewordener Menschen sowie die Funktion von Bildikonen generell, sind in ihrem Werk ständig präsent. Sujets wie die Kamera, der Körper der Frau und Augen tauchen daher immer wieder auf.

Woman Crying #1, 2016 Courtesy of the artist; Galerie Neu, Berlin

Galerie: Plan B

Künstler: Victor Man

Ort: Potsdamer Straße 77-78, 10785 Berlin

Die Galerie Plan B präsentiert zum Gallery Weekend eine Auswahl der geheimnisvoll anmutenden Gemälde des rumänischen Künstlers Victor Man, dessen Arbeiten atmosphärisch im 19. Jahrhundert wurzeln und Ausdruck einer konstanten Suche nach Erklärungen für das Paradoxe und Widersprüchliche seiner selbst sind. In den meist dunklen Bildern in Grün-, Grau- und Schwarztönen kreiert er Räume, die Einblicke in geheimnisvolle Welten ermöglichen. Seine Themen: Mythisches, Fantastisches oder auch Fetisch. Ebenfalls zu finden: künstlerische Referenzen en masse.

Bridal Shower, 2013 Webcam video Courtesy the artist and Société, Berlin

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