Unser Guide zum
Gallery Weekend 2016
– Teil I

Vom 29. April bis zum 1. Mai findet zum zwölften Mal das Gallery Weekend in Berlin statt. Wir haben unsere Highlights zusammengestellt und schicken Sie mit nützlichem Wissen präpariert durch die Hauptstadt!

Galerie: Helga Maria Klosterfelde Edition

Künstler: Rirkrit Tiravanija

Ort: Potsdamer Strasse 97, 10785 Berlin

Ist man auf der Suche nach dem Glück, wird man bei Helga Maria Klosterfelde Edition fündig. Für seine Ausstellung unfortunes fortunes fertigte der thailändische Performance-Künstler Rirkrit Tiravanija übergroße und mit Nummern versehene Mikadostäbchen. Hat der Besucher eines der Stäbchen gezogen, verweist die jeweilige Zahl auf eine durchnummerierte Holzwand, wo ein Stempel mit einer eingravierten Glücksnachricht wartet. Selbst auf Papier gedruckt, kann sich jeder Besucher sein Glück mit nach Hause nehmen. Ebenfalls Teil der Ausstellung ist die Arbeit Bicycle Shower, die Tiravanija 2010 im Rahmen seines Architektur- und Landschaftsprojekts The Land Project in der thailändischen Großstadt Chiang Mai zeigte.

Untitled, 2010 (bicycle shower) © Photo: the artist and H.M.Klosterfelde Edition Photo by Nick Ash

Galerie: Isabella Bortolozzi

Künstler: Oscar Murillo

Ort: Schöneberger Ufer 61, 10785 Berlin

Der in London lebende kolumbianische Künstler Oscar Murillo setzt sich auch in seiner aktuellen Ausstellung land with lost olive trees wieder intensiv mit Textilien auseinander. Bereits auf der Biennale in Venedig im vergangenen Herbst fiel er mit seinen großen, bedrohlich vom Eingang des Zentralpavillons hängenden schwarzen Stoffbahnen auf. Anstatt die Beweglichkeit des Materials zu betonen, lässt Murillo seine Stoffe erstarren. Welche Wirkung die sogenannte „fossilization“ auf den Betrachter hat, kann man ab diesen Freitag in der Galerie Isabella Bortolozzi erleben.

condiciones aún por titular, 2015 Installation View: Museo de Arte de la Universidad Nacional de Colombia, Bogota, 2015 Courtesy the artist and Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

Galerie: Galerie Buchholz

Künstler: Wolfgang Tillmans

Ort: Fasanenstrasse 30, 10719 Berlin

Für seine 12. Einzelausstellung verwandelte der in London lebende deutsche Fotograf den gesamten Raum der Galerie Buchholz in sein Studio. Dabei geht es Tillmans weniger darum, einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, als vielmehr die Bedeutung des Raumes für ihn als Künstler zu betonen. Durch das Inventar und den täglichen Arbeitsprozess wird der Raum selbst zum generativen Apparat, der wiederum Einfluss auf seine Arbeit nimmt. In seinem Studio verbringt Tillmans viel Zeit. So verrät der Ort unweigerlich auch etwas über seinen Alltag, seine Vorlieben wie auch die Menschen, mit denen er sich umgibt.

studio still life, a, 2013 Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Cologne

Galerie: CFA

Künstler: Gert & Uwe Tobias, Christian Rosa 

Ort: Am Kupfergraben 10, 10117 Berlin Mitte

Die Zwillingsbrüder Gert und Uwe Tobias kommen aus Transsylvanien und zitieren in ihren bunten Holzschnitten gerne die Folklore des sagenumwitterten Landstrichs. Außerdem finden christliche Ikonographie, Art Nouveau und Pop Art Eingang in ihre surrealen Fantasiewelten, die bei Contemporary Fine Art zu sehen sind. Dort zeigt zudem Christian Rosa, geboren in Rio, wohnhaft in Wien und Los Angeles (und gerade von einer großen Wochenzeitung zum „Bad Boy der Malerei“ ernannt), eine neue Serie abstrakter Leinwandarbeiten. Die hat er unter anderem mit Bürsten, Harz und Kreide bearbeitet.

Psychic Incantation II, 2015 Courtesy Mathew

Galerie: Mathew

Künstler: Richard Phillips

Ort: Schaperstrasse 12, 10719 Berlin

Richard Phillips, Maler des amerikanischen Hyperrealismus, der auf seinen großformatigen Ölbildern mit Vorliebe Promis, Erotikdarsteller und Politiker in Szene setzt, stellt in Berlin neue Arbeiten vor. Die auch genauso heißen, nämlich: „New Paintings / Neue Bilder“. Darin setzt sich Philips mit dem Werk Gerhard Richters auseinander und laboriert mit den Gegensätzen von Hyperrealismus und Abstraktion.

Galerie: Sprüth Magers

Künstler: Alexandre Singh, Craig Kauffman, Thea Djordjadze

Ort: Oranienburger Straße 18, 10178 Berlin

Ob Aristophanes, Molière oder Woody Allen: Alexandre Singh sucht sich seine Einflüsse in Philosophie, Wissenschaft und Kulturgeschichte. Bei Sprüth Magers zeigt er die Licht- und Sound-Installation „The School for Objects Criticized“. Darin lässt Singh, der aus Bordeaux stammt und in New York lebt, sprechende Objekte diskutieren. Und zwar über die ganz großen Themen: Kultur, Technologie, Leben, Tod. Die georgische Künstlerin Thea Djordjadze hat derweil eine eigens an die Galerie angepasste Installation erarbeitet, die das Bauwerk mit den Spuren menschlichen Lebens in Verbindung setzen soll (auf dem Pressebild aber entfernt an die Szenerie einer Siebziger-Jahre-Turnhalle erinnert). Craig Kauffman zeigt frühe Papierarbeiten und Plastiken aus den Sechziger-Jahren, die den weiblichen Körper auf schematische und fragmentierte Weise ausstellen – etwa, wenn Kauffmann alte Zeitungswerbung für Schuhe mit abstrakten Formen bemalt. In der Kauffmann-Schau werden zudem Arbeiten von Marcel Duchamp und Francis Picabia zu sehen sein.