BERLIN ART WEEK 2016
Highlights
-Teil I-

Es ist wieder soweit: Vom 13. bis 18. September findet die fünfte Berlin Art Week statt. Für sechs Tage verwandelt sich die Hauptstadt, Deutschlands dichtester Galerien- und Kunstproduktionsstandort, in das Mekka nationaler und internationaler Kunstliebhaber. Zahlreiche Ausstellungseröffnungen, zwei Messen, das Finale der 9. Berlin Biennale, Kunstpreise, Projekträume und Privatsammlungen bieten stadtweit ein abwechslungsreiches Programm. inter/VIEW hat die Highlights für sie zusammengetragen!

Edmund Kuppel

Was ist eigentlich ein Bild? Und wie kann man Bilder zeigen? Diese Fragen umtreiben den 1949 geborenen Edmund Kuppel, der in diesem Jahr den Käthe Kollwitz Preis der Akademie der Künste erhält, bis heute. Ausgezeichnet wird er für seine Pionierarbeit zum Verhältnis von Fotografie und Skulptur.

Kuppels analytische Fotografie kann als Studie zur Relativität der Wahrnehmung verstanden werden. Zur diesjährigen Art Week werden sowohl skulpturale Arbeiten als auch Filme, Videos und Installationen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart ausgestellt.

Edmund Kuppel | Akademie der Künste | Hanseatenweg | 3.09. – 3.10.2016

Sven Drühl – Simulationen. Landschaft jenseits der Wirklichkeit

Sven Drühl erforscht die Grenzen zwischen Künstlichkeit und Realität, die sich in unserem digitalen Zeitalter zunehmend vermischen. Immer wieder tauchen in seinen Bildern Landschaften auf – ein romantisches Urmotiv der Malerei, das mit vielfältigen kulturellen Codes aufgeladen ist.

Drühl reinterpretiert Werke der alten Meister ebenso wie Arbeiten von Zeitgenossen, wendet aber neue Techniken und Strategien des Samplings an, um komplexe Landschaftsillusionen für ein digitales Zeitalter zu entwerfen. Dafür nutzt er Materialien wie Autolack, Öl oder Silikon.

Sven Drühl – Simulationen. Landschaft jenseits der Wirklichkeit| Haus am Waldsee | Argentinische Allee 30 | 9.09. – 6.11.2016

Gordon Parks: I am you. Selected Works 1942-1987.

Der Ausruf „Say it loud: I’m Black and I’m Proud“ ist in den 1960er Jahren zu einem Mantra des Aufbruchs der schwarzen Bevölkerung in Amerika avanciert, den Gordon Parks als erster afroamerikanischer Fotograf mit seiner Kamera dokumentierte.

Ob in Harlem oder Washington, Martin Luther King, Watts Riots oder Muhammad Ali – Parks kam den Gallionsfiguren der „Black Power Bewegung“ ganz nahe. Die C/O Berlin widmet dem Fotografen und Filmemacher, der als wichtiger Chronist der amerikanischen Zeitgeschichte gilt, nun eine große Einzelausstellung.

Gordon Parks: I am you. Selected Works 1942-1987 | C/O Berlin | Hardenbergstraße 22-24 | 10.09. – 4.12.2016

C/O Berlin, Untitled, Watts, California, 1967, ©The Gordon Parks Foundation

Artist Films at Kino International

Das Kino International veranstaltet zur Berlin Art Week 2016 in Kooperation mit der haubrok foundation erstmalig ein Kunstfilm Event. Während der rund 13-stündigen Veranstaltung werden herausragende filmische Arbeiten von international wie national renommierten Künstlern gezeigt. Kuratiert wurde das Programm von Marc Glöde.

Der Eintritt ist frei. Das detaillierte Programm und alle Filme finden Sie hier.

Artist Films at Kino International, Kino International Foto: Christa Hochneder, 1969 Bundesarchiv

My Abstract World

Im me Collectors Room geht es abstrakt zu: Thomas Olbricht präsentiert rund 60 Arbeiten seiner Sammlung abstrakter Kunst. Darunter Werke von Bernhard Frize, Sterling Ruby und Katharina Grosse, aber auch von jungen Nachwuchskünstlern. Tauchen Sie während der Art Week in eine Erlebniswelt der anderen Art ein, denn die Ausstellungsräume werden zudem mit Sitzgruppen, Lesematerial und Musik bestückt.

My Abstract World | me Collectors Room | Auguststraße 69 | 14.09. 2016 – 2. 04.2017

Halil Altindere: Space Refugee

Halil Altindere gehört zweifellos zu den wichtigsten Vertretern der türkischen Kunstszene. Er ist das, was man einen durch und durch politischen Künstler nennt und scheut sich nicht davor, mit den Fingern in kollektiven Wunden zu wühlen. Mit seiner teils humorvollen, teils sarkastischen Kunst möchte Altindere ein breitgefächertes Publikum erreichen.

Sein Thema: Immigration. Für die Berlin Art Week zeigt er im Neuen Berliner Kunstverein die multimediale Einzelausstellung Space Refugee. Im Mittelpunkt der Schau steht der ehemalige syrische Astronaut Muhammad Faris, der jetzt als Flüchtling in Istanbul lebt. „Mit dem Hintergrund von Faris‘ Erfahrungen im Weltall verfolge ich die Idee, eine Flüchtlingssiedlung auf dem Mars zu schaffen, da sie ja zurzeit nirgends Platz finden“, erklärt der Künstler.

Halil Altindere: Space Refugee | n.b.K | Chausseestraße 128/129 | 15.09. – 6.11.2016